Ausgabe 30/2026

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Mittwoch, 22. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

was in der Vergangenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt nach einer guten Idee geklungen hat und fortschrittlich erschien, kann Jahrzehnte später zu einem bösen Erwachen führen: So geht es uns inzwischen mit den sogenannten „Ewigkeits-Chemikalien“ – den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Einerseits machen sie unterschiedlichste Produkte fett-, wasser- und schutzabweisend, was sehr praktisch ist, andererseits führt ihre besondere Haftbeständigkeit dazu, dass sie heute aus der Umwelt nicht mehr wegzubekommen sind. Sie gelangen in die Nahrungskette und von dort in den menschlichen Körper. Mit welchen negativen Prozessen dies einhergeht, ist immer häufiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.

Ganz aktuell zeigte eine US-Studie, dass eine pränatale und frühkindliche Exposition gegenüber PFAS mit erhöhten fäkalen Calprotectin-Werten im Kindesalter assoziiert ist. Dies kann ein Hinweis auf eine Entzündung des Darms sein. Die Ergebnisse der Untersuchung von drei Geburtskohorten in Mexiko und den USA lassen die Schlussfolgerung zu, dass Umweltfaktoren in frühen Entwicklungsphasen die Darmgesundheit und das spätere Risiko für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen beeinflussen könnten. Dies, so betonen die Autoren der Studie, gelte offenbar auch für neuere PFAS-Ersatzstoffe.

Die Forschenden räumen allerdings ein, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelte, weshalb es nicht möglich war, einen kausalen Zusammenhang zu belegen. Tatsächlich mehren sich aber Hinweise auf die negativen Langzeitfolgen des Einsatzes von PFAS für die menschliche Gesundheit – und hier vor allem die von Kindern. Mehr dazu erfahren Sie in unserem ersten Beitrag.

Lesen Sie außerdem in dieser Woche Antworten auf die Fragen, ob Künstliche Intelligenz bei der Auswertung von Koloskopien immer einen Vorteil bringt, welche Biomarker das Patientenmanagement nach TIPS verbessern können und welches Konzept vielen Patienten mit Rektumkarzinom eine radikale Operation ersparen kann. Und schließlich: Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat sich wieder einmal mit einem bisher unterschätzten Faktor bei Krebserkrankungen beschäftigt. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre und eine gute Restwoche!




   Ihre
   Britta Achenbach

 

 
 
Ewigkeits-Chemikalien: Zusammenhang mit Darmentzündungen im Kindesalter festgestellt

Ewigkeits-Chemikalien: Zusammenhang mit Darmentzündungen im Kindesalter festgestellt

Laut einem Forscherteam aus den USA gibt es einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) während der Schwangerschaft beziehungsweise früh im Leben und verstärkter Darmentzündung im Kindesalter.

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Lynch-Syndrom: Künstliche Intelligenz verbessert Darmkrebsvorsorge nicht automatisch

Patienten mit der häufigsten erblichen Veranlagung für Darmkrebs – dem Lynch-Syndrom ‒ müssen sich wegen des deutlich erhöhten Risikos regelmäßig einer Koloskopie unterziehen. Kann Künstliche Intelligenz (KI) die Identifizierung von Krebsvorstufen verbessern?

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Reizdarm verordnen!

Die DiGA Cara Care für Reizdarm fördert das Selbstmanagement Ihrer Reizdarm-Patient*innen und reduziert die zeitintensive Edukation und Therapiebegleitung. So kann die Frequenz notwendiger Praxisbesuche nachhaltig reduziert werden und Therapiegespräche verlaufen effizienter. Für eine spürbare Entlastung Ihrer Kapazitäten – und Ihres Budgets. Die Verordnung der DiGA kann über jeden Arzt erfolgen.

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Leberzirrhose: Blutmarker kurz nach TIPS liefern Hinweise auf die weitere Prognose

Leberzirrhose: Blutmarker kurz nach TIPS liefern Hinweise auf die weitere Prognose

Wissenschaftler aus Wien und Mainz haben biologische Veränderungen nach einer TIPS-Implantation bei fortgeschrittener Leberzirrhose identifiziert, die mit dem weiteren Verlauf der Lebererkrankung in Zusammenhang stehen.

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STIKO-Update: Prevenar 20® für junge Risikopatient:innen

Denken Sie bei Ihren jungen Patient:innen z. B. mit chron.-entzündl. Darmerkrankungen (MC, CU) an den Pneumokokken-Schutz!1 Denn: Das Risiko für eine invasive Pneumokokken-Erkrankung ist bei Kindern mit mind. einer Ko-Morbidität bis zu 17,8-fach erhöht.2 Nur Prevenar 20® ist STIKO-empfohlen & erstattbar für die Pneumokokken-Indikationsimpfung, seit Kurzem auch für 2–17-Jährige.2 

Fachinformation | Referenzen

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MARS-Konzept beim Rektumkarzinom kann vielen Patienten eine radikale OP ersparen

Auf dem 32. Jahreskongress der DEGRO in Leipzig ist kürzlich ein neuartiges Behandlungskonzept auf Grundlage einer Magnetresonanztomograpie-geführten Strahlendosis-Eskalation beim Rektumkarzinom vorgestellt worden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Kombiniertes hepatozelluläres und cholangiozelluläres Karzinom. Fallbericht zu einer seltenen und diagnostisch anspruchsvollen Entität.
Oncoscience 2026;13:152–158.

Schwellenwerte für Verzögerungen in der Behandlung von Darmkrebs im Zusammenhang mit dem Metastasierungsrisiko.
JAMA Netw Open 2026;9(7):e2623057.

Langzeitergebnisse der endoskopisch-ultraschallgesteuerten Gastroenterostomie: Eine prospektive Kohortenstudie zur Erfassung des Wiederauftretens von Symptomen, der Zeitabstände bis zu Reinterventionen und der Stentmodifikationen im Zeitverlauf.
Gastrointest Endosc 2026;104(2):242–252.e5.

 
 
 
 
Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt

Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt

Forschende im Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen in einer neuen Analyse: Werden aussagekräftigere Maße für Körperfett sowie methodische Verzerrungen berücksichtigt, sind mehr als zehn Prozent aller Fälle von Krebs auf Übergewicht zurückzuführen – fast doppelt so viele wie bisherige Schätzungen vermuten ließen.

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KURZMELDUNGEN:

Die neuen Empfehlungen der Initiative „Klug entscheiden“ betreffen auch die Gastroenterologie und thematisieren unter anderem das Reizdarmsyndrom, chronischen Reflux und Mangelernährung bei Tumorerkrankungen.
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Panzerglas, Stopp-Technik und emotionale Übersetzungsarbeit sollen Mitarbeiter vor Gewalt in Kliniken schützen. Wie das konkret aussieht, zeigt ein Besuch in Duisburg.
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Forschende aus Magdeburg haben den Naturstoff Neosorangicin A künstlich hergestellt. Die Synthese ebnet den Weg zum Reserve-Antibiotikum.
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TERMINE:

Hepatobiliäre Onkologie 2026
26. August 2026
online

SSAI Annual Congress and Swiss Autoimmune Liver Disease Meeting
27.–28. August 2026
Lugano (Schweiz)

5. Brandenburgisches Sommersymposium der Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie in Berlin und Brandenburg
29. August 2026
Neuruppin

22nd World Congress of Endoscopic Surgery in Conjuction
2.–5. September 2026
Yokohama (Japan)

 
 

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