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Liebe Leserinnen und Leser,
was in der Vergangenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt nach einer guten Idee geklungen hat und fortschrittlich erschien, kann Jahrzehnte später zu einem bösen Erwachen führen: So geht es uns inzwischen mit den sogenannten „Ewigkeits-Chemikalien“ – den per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS). Einerseits machen sie unterschiedlichste Produkte fett-, wasser- und schutzabweisend, was sehr praktisch ist, andererseits führt ihre besondere Haftbeständigkeit dazu, dass sie heute aus der Umwelt nicht mehr wegzubekommen sind. Sie gelangen in die Nahrungskette und von dort in den menschlichen Körper. Mit welchen negativen Prozessen dies einhergeht, ist immer häufiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen.
Ganz aktuell zeigte eine US-Studie, dass eine pränatale und frühkindliche Exposition gegenüber PFAS mit erhöhten fäkalen Calprotectin-Werten im Kindesalter assoziiert ist. Dies kann ein Hinweis auf eine Entzündung des Darms sein. Die Ergebnisse der Untersuchung von drei Geburtskohorten in Mexiko und den USA lassen die Schlussfolgerung zu, dass Umweltfaktoren in frühen Entwicklungsphasen die Darmgesundheit und das spätere Risiko für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen beeinflussen könnten. Dies, so betonen die Autoren der Studie, gelte offenbar auch für neuere PFAS-Ersatzstoffe.
Die Forschenden räumen allerdings ein, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelte, weshalb es nicht möglich war, einen kausalen Zusammenhang zu belegen. Tatsächlich mehren sich aber Hinweise auf die negativen Langzeitfolgen des Einsatzes von PFAS für die menschliche Gesundheit – und hier vor allem die von Kindern. Mehr dazu erfahren Sie in unserem ersten Beitrag.
Lesen Sie außerdem in dieser Woche Antworten auf die Fragen, ob Künstliche Intelligenz bei der Auswertung von Koloskopien immer einen Vorteil bringt, welche Biomarker das Patientenmanagement nach TIPS verbessern können und welches Konzept vielen Patienten mit Rektumkarzinom eine radikale Operation ersparen kann. Und schließlich: Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat sich wieder einmal mit einem bisher unterschätzten Faktor bei Krebserkrankungen beschäftigt. Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre und eine gute Restwoche!
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