Liebe Leserinnen und Leser,
für viele Paare beginnt der Kinderwunsch mit Vorfreude – und der Erwartung, dass sich eine Schwangerschaft früher oder später ganz von selbst einstellt. Umso belastender ist es, wenn Monate oder sogar Jahre vergehen, ohne dass sich dieser Wunsch erfüllt. Solche Probleme kennen unter anderem Frauen mit prämaturer Ovarialinsuffizienz nur allzu gut. Für Betroffene mit einer autoimmunbedingten Form der Erkrankung gibt es nun allerdings Grund zur Hoffnung: Die Ergebnisse einer Pilotstudie des Karolinska-Instituts in Schweden deuten darauf hin, dass eine Immuntherapie mit Rituximab die ovarielle Reaktion auf eine Hormonstimulation vorübergehend wiederherstellen kann. Sechs von zehn Frauen entwickelten nach der Behandlung Follikel, sodass Eizellen entnommen werden konnten. „Die Ergebnisse zeigen, dass bei einigen Frauen eine Eizellreserve vorhanden ist, die aktiviert werden kann, wenn der Autoimmunprozess unterdrückt wird“, erklärt die Erstautorin der Studie. Da es sich lediglich um eine Proof-of-Concept-Studie mit geringer Teilnehmerzahl handelte, seien zwar größere, randomisierte Studien zur Validierung erforderlich – eine entsprechende Studie hat das Forschungsteam aber bereits gestartet.
Doch auch wenn eine Schwangerschaft eingetreten ist, läuft nicht immer alles reibungslos. Zu den belastendsten Ereignissen zählt dabei die Fehlgeburt, von der schätzungsweise bis zu 15 Prozent der Frauen betroffen sind. Ein erhöhtes Risiko dafür könnte laut aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen mit bestimmten körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz einhergehen. In einer dänischen Studie mit mehr als 470.000 Frauen war jede zusätzliche Stunde, die Schwangere nach vorne gebeugt arbeiteten – insbesondere in einem Winkel von etwa 30 Grad – mit einem um 36 Prozent erhöhten Fehlgeburtsrisiko assoziiert. Auch längeres berufliches Gehen zeigte einen Zusammenhang: Für jede weitere Stunde stieg das Risiko um 18 Prozent. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen die Ergebnisse zwar keine Rückschlüsse auf einen ursächlichen Zusammenhang zu und müssen – wie so oft – in weiteren Studien bestätigt werden. Dennoch sprechen sich die Autoren dafür aus, auch die frühe Schwangerschaft bereits stärker in Empfehlungen zum Arbeitsschutz für Schwangere zu berücksichtigen.
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