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Liebe Leserinnen und Leser,
Autoimmunerkrankungen betreffen deutlich häufiger Frauen als Männer – nicht selten auch junge Frauen, die noch mitten in der Familienplanung stehen. Zum einen können Krankheitsschübe Mutter und Kind gefährden, zum anderen sind zahlreiche immunsuppressive Therapien während der Schwangerschaft nur eingeschränkt oder gar nicht einsetzbar. Eine internationale Studie unter deutscher Beteiligung macht nun Hoffnung für Frauen mit schweren Autoimmunerkrankungen, die mit einer CAR-T-Zelltherapie behandelt wurden. Insgesamt dokumentierten die Forschenden 14 Schwangerschaften bei 13 Patientinnen mit behandelten Autoimmunerkrankungen. Alle bislang abgeschlossenen Schwangerschaften verliefen komplikationslos, bisher wurden acht gesunde Kinder geboren. Bemerkenswert ist zudem, dass es trotz Absetzens sämtlicher immunsuppressiver Medikamente zu keinem Wiederauftreten der Erkrankungen kam. Auch wenn die Fallzahl klein ist, liefern die Ergebnisse systematische Hinweise darauf, dass eine erfolgreiche CAR-T-Zelltherapie betroffenen Frauen den Weg zu einer komplikationslosen Schwangerschaft und der Geburt eines gesunden Kindes eröffnen könnte.
Nicht nur Autoimmunerkrankungen können die Familienplanung erschweren: Auch bei Frauen mit chronischer Nierenerkrankung muss eine Schwangerschaft gut geplant werden, da sie die Nieren zusätzlich belasten kann und zugleich viele Medikamente während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden können. Eine englische Machbarkeitsstudie liefert nun erste Hinweise auf einen ungewöhnlichen, aber einfach umsetzbaren Therapieansatz: die tägliche Einnahme von Rote-Beete-Saft. Mehr als 100 Schwangere mit chronischer Nierenerkrankung erhielten entweder die Standardversorgung oder zusätzlich bis zur Entbindung täglich Rote-Beete-Saft. In der Interventionsgruppe traten insgesamt rund 70 Prozent weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf. Bei Frauen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung zeigten sich darüber hinaus Hinweise auf eine bessere Nierenfunktion nach der Schwangerschaft, weniger Aufnahmen der Neugeborenen auf eine neonatologische Station sowie ein geringerer Bedarf an blutdrucksenkenden Medikamenten während der Schwangerschaft. Sicherheitsbedenken ergaben sich dabei nicht. Die Ergebnisse liefern eine vielversprechende Grundlage für größere klinische Studien und neue Therapieansätze bei Schwangeren mit chronischer Nierenerkrankung.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
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