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Liebe Leserinnen und Leser,
jahrelange Schmerzen, das Gefühl, mit den eigenen Beschwerden nicht ernst genommen zu werden, und ein steiniger Weg zur Diagnose – so geht es vielen Betroffenen mit Endometriose. Obwohl die Krankheit im Schnitt jede zehnte Frau betrifft, gibt es bei der Forschung noch erheblichen Nachholbedarf. Zum Glück ist die Krankheit gerade in den letzten Jahren jedoch zunehmend in den öffentlichen und wissenschaftlichen Fokus gerückt. Eine neue Studie aus Schottland hat nun einen Schritt hin zu einer einfacheren Diagnostik gemacht: Die Forschenden stellten fest, dass Frauen mit Endometriose eine charakteristische Hormonsignatur aufweisen, die unter anderem erhöhte Werte des 11-oxygenierten Androgens 11-Ketotestosteron umfasst. Anhand dieser Hormonsignatur ließen sich mehr als 95 Prozent der Betroffenen korrekt identifizieren. Den Autoren zufolge sprechen die Ergebnisse dafür, Endometriose nicht nur als östrogen-, sondern auch als androgenabhängige Erkrankung zu betrachten. Zudem könnten 11-oxygenierte Androgene künftig nicht nur als diagnostische Biomarker, sondern auch als potenzielle therapeutische Zielstrukturen relevant werden.
Mit Beginn der Menopause bessern sich die Beschwerden einer Endometriose bei vielen Betroffenen, da sich die Hormonspiegel deutlich verändern. Aus dem Schneider ist man damit jedoch nicht zwangsläufig, denn die Wechseljahre bringen ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Das genitourinäre Syndrom der Menopause geht beispielsweise mit Symptomen wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie rezidivierenden Vaginal- und Harnwegsinfektionen einher, die durch den sinkenden Östrogenspiegel verursacht werden können. US-amerikanische Forschende haben nun erste Ergebnisse zu einer potenziellen nicht hormonellen Therapie vorgestellt. Der neue Ansatz zielt darauf ab, die Östrogensignalübertragung gezielt im Vaginalgewebe wiederherzustellen, ohne den übrigen Körper einer Östrogenwirkung auszusetzen. Im nächsten Schritt soll die Therapie in klinischen Studien untersucht werden.
Wie belastend die Menopause erlebt wird, hängt zudem nicht nur von hormonellen Veränderungen ab. Eine spanische Übersichtsarbeit zeigt, dass Frauen mit Gewalterfahrungen häufig stärkere Wechseljahresbeschwerden – darunter Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände – entwickeln. Zudem trat die Menopause bei Betroffenen bis zu 20 Monate früher ein. Den Autoren zufolge könnten eine Fehlregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse sowie traumabedingte epigenetische Veränderungen zu diesen langfristigen Auswirkungen beitragen. Auf Grundlage ihrer Ergebnisse plädieren die Autoren für eine traumainformierte Versorgung, die die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Gewalterfahrungen auch in den Wechseljahren berücksichtigt.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!
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