Ausgabe 29/2026

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Donnerstag, 16. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

jahrelange Schmerzen, das Gefühl, mit den eigenen Beschwerden nicht ernst genommen zu werden, und ein steiniger Weg zur Diagnose – so geht es vielen Betroffenen mit Endometriose. Obwohl die Krankheit im Schnitt jede zehnte Frau betrifft, gibt es bei der Forschung noch erheblichen Nachholbedarf. Zum Glück ist die Krankheit gerade in den letzten Jahren jedoch zunehmend in den öffentlichen und wissenschaftlichen Fokus gerückt. Eine neue Studie aus Schottland hat nun einen Schritt hin zu einer einfacheren Diagnostik gemacht: Die Forschenden stellten fest, dass Frauen mit Endometriose eine charakteristische Hormonsignatur aufweisen, die unter anderem erhöhte Werte des 11-oxygenierten Androgens 11-Ketotestosteron umfasst. Anhand dieser Hormonsignatur ließen sich mehr als 95 Prozent der Betroffenen korrekt identifizieren. Den Autoren zufolge sprechen die Ergebnisse dafür, Endometriose nicht nur als östrogen-, sondern auch als androgenabhängige Erkrankung zu betrachten. Zudem könnten 11-oxygenierte Androgene künftig nicht nur als diagnostische Biomarker, sondern auch als potenzielle therapeutische Zielstrukturen relevant werden.

Mit Beginn der Menopause bessern sich die Beschwerden einer Endometriose bei vielen Betroffenen, da sich die Hormonspiegel deutlich verändern. Aus dem Schneider ist man damit jedoch nicht zwangsläufig, denn die Wechseljahre bringen ihre ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Das genitourinäre Syndrom der Menopause geht beispielsweise mit Symptomen wie Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie rezidivierenden Vaginal- und Harnwegsinfektionen einher, die durch den sinkenden Östrogenspiegel verursacht werden können. US-amerikanische Forschende haben nun erste Ergebnisse zu einer potenziellen nicht hormonellen Therapie vorgestellt. Der neue Ansatz zielt darauf ab, die Östrogensignalübertragung gezielt im Vaginalgewebe wiederherzustellen, ohne den übrigen Körper einer Östrogenwirkung auszusetzen. Im nächsten Schritt soll die Therapie in klinischen Studien untersucht werden.

Wie belastend die Menopause erlebt wird, hängt zudem nicht nur von hormonellen Veränderungen ab. Eine spanische Übersichtsarbeit zeigt, dass Frauen mit Gewalterfahrungen häufig stärkere Wechseljahresbeschwerden – darunter Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände – entwickeln. Zudem trat die Menopause bei Betroffenen bis zu 20 Monate früher ein. Den Autoren zufolge könnten eine Fehlregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse sowie traumabedingte epigenetische Veränderungen zu diesen langfristigen Auswirkungen beitragen. Auf Grundlage ihrer Ergebnisse plädieren die Autoren für eine traumainformierte Versorgung, die die langfristigen gesundheitlichen Folgen von Gewalterfahrungen auch in den Wechseljahren berücksichtigt.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Neuer Bluttest für Endometriose basierend auf hormonellen Unterschieden

Neuer Bluttest für Endometriose basierend auf hormonellen Unterschieden

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen mit Endometriose ein spezifisches Hormonmuster aufweisen, das mittels Bluttest nachgewiesen werden könnte – ein Ansatz, der die Diagnose dieser Erkrankung vereinfachen könnte.

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Potenzielle nicht hormonelle Therapie für das genitourinäre Syndrom der Menopause

Die präklinischen Ergebnisse einer neuen US-amerikanischen Studie deuten auf einen potenziellen nicht hormonellen Ansatz zur Behandlung der zugrundeliegenden Ursache des genitourinären Syndroms der Menopause hin.

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Der Einfluss von Gewalt auf den Verlauf der Menopause

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Eine neue spanische Studie bringt erlebte Gewalt mit einem bis zu 20 Monate früheren Eintritt der Menopause sowie einer Zunahme von Hitzewallungen, Depressionen und kardiometabolischen Gesundheitsproblemen in Verbindung.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Entzündliche und molekulare Mechanismen der mit Adenomyose assoziierten Schmerzen: Erkenntnisse aus verschiedenen analytischen Ansätzen.
J Pain Res 2026:19:606781.

Der Zusammenhang zwischen HPV-Persistenz und vaginalen Mikrobiota bei Patientinnen mit Nachweis von Hochrisiko-Humanen Papillomviren.
Ginekol Pol 13.07.2026

Rupturiertes gemischtes Ovarialteratom (Grad 3) unter dem klinischen Bild einer akuten Ovarialtorsion: Ein Fallbericht.
J Surg Case Rep 2026;2026(7):rjag468.

Zusammenhang zwischen Endometriose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erkenntnisse aus der UK Biobank.
J Am Heart Assoc 2026:e048454.

 
 

Alterung der Gebärmutter beeinflusst Schwangerschaftsergebnisse trotz Eizellspende

Eine neue Studie legt nahe, dass die Alterung der Gebärmutter zu schlechteren Schwangerschaftsergebnissen nach einer Eizellspende beitragen könnte; so weisen Frauen ab 49 Jahren trotz Eizellspende niedrigere Lebendgeburtenraten und ein höheres Fehlgeburtsrisiko auf.

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Stillen könnte vor ADHS-Symptomen schützen

Stillen könnte vor ADHS-Symptomen schützen

Eine neue Studie der Universität Bergen zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Stillen bis zum Alter von sechs Monaten und einem verringerten Risiko für ADHS-Symptome im Alter von drei bis acht Jahren.

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KURZMELDUNGEN:

Eine internationale Studie hat ergeben, dass eine Halbierung der Eigenkosten für assistierte Reproduktionstechniken die Zahl der Geburten mehr als verdoppeln könnte.
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Die Gates-Stiftung fördert das Forschungsprojekt „Charakterisierung von Darmbakterien zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern“ mit 170.000 Euro.
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Eine späte Verlegung von Neugeborenen mit schweren angeborenen Herzfehlern in ein spezialisiertes Herzzentrum ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden.
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TERMINE:

Niedersächsischer Gynäkologentag
29. August 2026
Hannover

36th World Congress on Ultrasound in Obstetrics and Gynecology
4.–7. September 2026
London (Großbritannien)

22. Sächsischer Gynäkologentag
5. September 2026
Dresden

Grundkurs Gynäkologische Endoskopie
10.–12. September 2026
Dresden

 
 

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