Angeborene Herzfehler: Kinder profitieren von früher Verlegung15. Juli 2026 Je früher Neugeborene mit angeborenem Herzfehler in ein herzchirurgisches Zentrum verlegt werden, desto besser sind ihre Chancen. (Foto: © Lisa Eastman – stock.adobe.com) Eine späte Verlegung von Neugeborenen mit schweren angeborenen Herzfehlern in ein spezialisiertes Herzzentrum ist laut einer aktuellen Studie mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Darauf deuten die Ergebnisse einer Studie hin, die im „Journal of Pediatrics“ veröffentlicht wurde. Frühere Studien hatten für Kinder mit schwersten angeborenen Herzfehlern bereits einen direkten Zusammenhang zwischen einer verlängerten Aufenthaltsdauer im Krankenhaus und einer höheren Sterblichkeitsrate innerhalb des ersten Lebensjahres gezeigt. Ein langer Krankenhausaufenthalt korrelierte bei diesen Kindernzudem mit schlechteren langfristigen neurologischen Ergebnissen. „Wir wissen, dass Neugeborene mit schweren Herzfehlern eine hochwertige Versorgung durch ein großes Team von Spezialisten erhalten müssen, um die besten Ergebnisse zu erzielen“, erklärte die Hauptautorin Dr. Joyce Woo, Kinderkardiologin am Ann & Robert H. Lurie Children’s Hospital of Chicago (USA). In der aktuellen Studie gingen die Forschenden nun der Frage nach, welchen Einfluss der Zeitpunkt der Verlegung in ein herzchirurgisches Zentrum auf die Behandlungsergebnisse hat. „Ein Großteil der Forschung konzentriert sich auf die Optimierung der komplexen klinischen Versorgung dieser Hochrisikopatienten. Weitaus weniger ist darüber bekannt, wie diese Patienten und ihre Familien tatsächlich Zugang zu dieser Versorgung erhalten“, führte Woo weiter aus. Verlegung sollte innerhalb von drei Tagen erfolgen Um diese Lücke zu schließen, nutzten Woo und ihre Kollegen das „Adverse Pregnancy Outcomes Reporting System“ des Gesundheitsministeriums von Illinois, um Daten zu fast 1400 Neugeborenen zu analysieren, die zwischen 2013 und 2021 in dem Bundesstaat mit den schwersten Herzfehlern zur Welt gekommen waren. Dabei stellten sie fest, dass fast die Hälfte der Säuglinge mit schweren Herzfehlern (48,1 %) in Krankenhäusern ohne Herzchirurgie zur Welt gekommen war. Von den Kindern, die verlegt wurden, wurden 43,4 Prozent (203/468) am 0. Tag, 43,8 Prozent (205/468) innerhalb von ein bis drei Tagen und 12,8 Prozent (60/468) nach 3 Tagen verlegt. Die mediane Krankenhausaufenthaltsdauer betrug 23 Tage (IQR 12–46). Im Vergleich zu den in einem herzchirurgischen Zentrum geborenen Säuglingen wiesen Neugeborene, die zwischen dem ersten und dritten Lebenstag verlegt worden waren, keinen signifikant längeren Krankenhausaufenthalt auf. Eine Verlegung in ein chirurgisches Krankenhaus nach dem dritten Lebenstag war jedoch mit einem längeren Krankenhausaufenthalt nach der Geburt verbunden. „Der Zugang zu lebensrettenden Maßnahmen ist nicht für alle Neugeborenen mit den komplexesten Herzerkrankungen gewährleistet. Wir müssen sicherstellen, dass diese Babys zum richtigen Zeitpunkt die richtige Versorgungsstufe erreichen“, betonte Woo. (ej/BIERMANN)
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