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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Gynäkologie,
warum eine Schwangerschaft bei Frauen mit Typ-1-Diabetes häufiger einen ungünstigen Verlauf nimmt, ist bisher nicht vollständig geklärt. Deshalb ist eine aktuelle Studie der University of Melbourne (Australien) interessant. Die Forschenden analysierten das vaginale Mikrobiom Schwangerer mit und ohne Typ-1-Diabetes. Es zeigte sich, dass Frauen mit Typ-1-Diabetes während der Schwangerschaft andere Veränderungen des vaginalen Mikrobioms aufweisen. Unter anderem gab es einen Anstieg der Laktobakterien-Arten Lactobacillus iners und Lactobacillus jensenii. Diese spezifischen Veränderungen gingen mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt und Präeklampsie einher. Bei Risikoschwangerschaften, insbesondere bei Komplikationen durch Typ-1-Diabetes, kann die Überwachung und Behandlung des vaginalen Mikrobioms daher eine bedeutende Rolle spielen.
Rund jede fünfte Mutter fühlt sich überfordert, hilflos oder hat Schwierigkeiten, eine Bindung zum Kind aufzubauen. Die Ergebnisse einer Studie der TU Dresden sind vielversprechend, was die Hilfe in einer solchen Situation betrifft. Die Forscher untersuchten den Nutzen einer interaktionsfokussierten Therapie in der Tagesklinik. Bereits zum Zeitpunkt der Entlassung zeigten sich bei den Frauen weniger depressive Symptome, weniger Ängste und weniger wahrgenommener Stress. Dennoch fehle es in Deutschland nach wie vor an flächendeckenden Angeboten für belastete Mütter, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie.
Für akutes Nierenversagen sind Frauen weniger anfällig als Männer. Das ist bekannt. Doch was sind die Gründe hierfür? Ein deutsches Forscherteam mit internationaler Beteiligung ist diesem Phänomen nachgegangen. In ihrer Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass Östrogene die Ferroptose blockieren. Das natürliche Hormon wirkt dabei wie ein körpereigenes Medikament gegen diesen zentralen Mechanismus von Gewebeverletzungen. Ein Editorial zu den gerade in der Zeitschrift „Nature“ publizierten Forschungsergebnissen unterstreicht, warum diese bedeutsam sind: Sie könnten dazu beitragen, die erhöhte Anfälligkeit für eine akute Nierenschädigung bei Frauen nach der Menopause zu erklären und eine rationale Grundlage für die Erforschung östrogener Metaboliten oder Ferroptosehemmer als Therapeutika schaffen.
Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine schöne Restwoche.
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