Typ-1-Diabetes: Veränderungen des vaginalen Mikrobioms mit Schwangerschaftskomplikationen assoziiert20. August 2025 Symbolbild ©Igor Borodin/stock.adobe.com Komplikationen in der Schwangerschaft sind in Frauen mit Typ-1-Diabetes häufiger der Fall als in gesunden Frauen. Das spiegelt sich in Veränderungen des vaginalen Mikrobioms wider und könnte eine neue Behandlungsstrategie bieten. Warum eine Schwangerschaft in Frauen mit Typ-1-Diabetes häufiger einen ungünstigen Verlauf nimmt, ist nach wie vor nicht vollständig geklärt. In Frauen ohne Typ-1-Diabetes wird ein Zusammenhang zwischen Schwangerschaftskomplikationen und Veränderungen des vaginalen Mikrobioms vermutet, die zu einer vaginalen Dysbiose führen. Forschende der University of Melbourne, Australien, haben deshalb das vaginale Mikrobiom bei schwangeren Frauen mit und ohne Typ-1-Diabetes analysiert und den Zusammenhang mit dem Auftreten einer Frühgeburt (PTB) oder Präeklampsie (PE) bei Frauen mit Typ-1-Diabetes untersucht. Dass sich das vaginale Mikrobiom während der Schwangerschaft verändert und weniger divers wird, ist bereits bekannt. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass Frauen mit Typ-1-Diabetes während der Schwangerschaft jedoch andere Veränderungen des vaginalen Mikrobioms aufweisen. Im Vergleich zu Frauen ohne Typ-1-Diabetes wurde ein Anstieg der Laktobakterien-Arten Lactobacillus iners und Lactobacillus jensenii, sowie der anaeroben Gattungen Gardnerella, Anaerococcus, Prevotella, Dialister, Peptoniphilus und weiteren verzeichnet, die mit vaginaler Dysbiose assoziiert sind. Außerdem trat die Pilzart Malassezia restricta in Frauen mit Typ-1-Diabetes vermehrt auf. Diese spezifischen Veränderungen gingen mit einem erhöhten Risiko für PTB und PE einher. Dabei war PTB mit einer höheren bakteriellen Alpha-Diversität, einer verminderten Häufigkeit von Lactobacillus reuteri und einer vermehrten Häufigkeit der Pilzgattung Malassezia assoziiert. PE war ebenfalls mit einer höheren bakteriellen Alpha-Diversität verbunden und darüber hinaus mit einem vermehrten Auftreten von Gardnerella vaginalis und einem verringerten Auftreten von Candida albicans. Der Zusammenhang zwischen Schwangerschaftskomplikationen und Typ-1-Diabetes in Gebärenden spiegelt sich damit in bestimmten Veränderungen des vaginalen Mikrobioms wider. Bei Risikoschwangerschaften, insbesondere bei Komplikationen durch Typ-1-Diabetes, kann die Überwachung und Behandlung des vaginalen Mikrobioms demnach eine bedeutende Rolle spielen. Durch frühzeitiges Erkennen risikoassoziierter Taxa, wie beispielsweise G. vaginalis im Fall der PE, könnte somit eine gezielte Behandlung den Schwangerschaftsverlauf positiv beeinflussen. (mkl/BIERMANN)
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