Zervixinsuffizienz: Bestimmte Operationstechnik könnte das Risiko einer Frühgeburt senken

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Bei Patientinnen mit Zervixinsuffizienz in ihrer Vorgeschichte besteht laut Forschern des Mass General Brigham, USA, die wirksamste Methode zur Verhinderung einer Frühgeburt darin, eine Zervixnaht höher im Bauchraum statt vaginal anzubringen.

Für die neue Studie identifizierten die Forscher zwei Kohorten von Einlingsschwangerschaften im Brigham and Women’s Hospital, USA, zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 28. Februar 2021. Die Studie umfasste 188 Patientinnen, von denen 87 eine transabdominale Cerclage (TAC) erhielten, bei der eine Naht höher im Bauchraum platziert wird, und 101 eine transvaginale Cerclage (TVC), bei der die Naht vaginal platziert wird. 86 der 87 TACs wurden minimalinvasiv angelegt. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „American Journal of Obstetrics and Gynecology“ veröffentlicht.

Nach Berücksichtigung von Verzerrungsquellen stellten die Forscher fest, dass 5,5 Prozent der TAC-Patientinnen vor der 34. Schwangerschaftswoche entbunden hatten, verglichen mit 18,7 Prozent der TVC-Patientinnen. Komplikationen durch die Operation waren selten, umfassten aber in der TAC-Gruppe Uterusperforationen und -rupturen. In der Studie mit Patientinnen stellten die Wissenschaftler fest, dass TAC im Vergleich zu TVC mit einem um 70 Prozent reduzierten Risiko für Frühgeburten verbunden war.

„Unser Ziel ist es, jeder Patientin, die ins Krankenhaus kommt, eine gesunde Schwangerschaft und eine sichere Geburt zu ermöglichen. Daten aus einer früheren klinischen Studie zeigen, wie wichtig die Wahl der richtigen Operationstechnik ist, um Patientinnen mit einem sehr hohen Risiko für wiederholte Frühgeburten zu helfen. Unsere Studie legt nahe, dass sich diese Erkenntnisse auf Frauen mit einem etwas geringeren Risiko übertragen lassen, denen diese Eingriffe manchmal angeboten werden“, erklärt die Hauptautorin Dr. med. Chelsea J. Messinger von der Anästhesieabteilung des Mass General Brigham.

Gemeinsame Entscheidungsfindung wichtig

Während die Forschung vielversprechende Informationen für Frauen mit einer Vorgeschichte von Zervixinsuffizienz liefere, betonen die Forscher die Bedeutung einer gemeinsamen Entscheidungsfindung zwischen Patientinnen und ihren Gesundheitsdienstleistern hinsichtlich der Frage, welches Verfahren, wenn überhaupt, für die einzelne Patientin optimal sein könnte. Hierzu gehört laut den Autoren eine sorgfältige Abwägung, ob der potenzielle Nutzen von TAC die Risiken einer Bauchoperation und eines Kaiserschnitts bei Patientinnen mit weniger Risikofaktoren für wiederholte Frühgeburten oder Fehlgeburten überwiegt.

(ri/BIERMANN)