Ausgabe 35/2026

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Donnerstag, 27. August 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

Übergewicht kann bekanntermaßen einen negativen Einfluss auf die Fertilität haben. Doch hätten Sie gedacht, dass bereits ein erhöhtes Körpergewicht in der Kindheit die Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter erhöht? Genau das zeigt eine internationale Kohortenstudie mit mehr als 60.000 Frauen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen, die zwischen dem sechsten und fünfzehnten Lebensjahr einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI) aufwiesen, später seltener Kinder bekommen als Frauen mit durchschnittlichem Kindheits-BMI. Der Effekt zeigte sich bereits ab Mitte 20, besonders auffällig wurde er in der Altersspanne von 30 bis 34 Jahren: Bei Frauen dieser Altersgruppe, deren BMI in der Kindheit im Bereich der Adipositas lag, war die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu bekommen, um 42 Prozent geringer als bei Frauen mit durchschnittlichem BMI.

Die Autoren leiten daraus ab, dass die reproduktive Gesundheit möglicherweise schon deutlich früher im Leben geprägt wird als bislang angenommen. Die Studie wirft damit auch die Frage auf, ob sich ungünstige Einflüsse auf die reproduktive Gesundheit im späteren Leben noch beeinflussen lassen. Zumindest Hinweise darauf, dass die Behandlung einer Adipositas im Erwachsenenalter die Fertilität verbessern könnte, liefert eine neue internationale Leitlinie zu GLP-1-Medikamenten rund um die Zeit der Schwangerschaft.

Während die Kindheit Aufschluss über die spätere reproduktive Gesundheit geben kann, kann der Verlauf einer Schwangerschaft wiederum Aufschluss über die spätere kardiovaskuläre Gesundheit einer Frau geben. So sind Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie bereits als Marker für ein erhöhtes späteres kardiovaskuläres Risiko bekannt. Eine norwegische Kohortenstudie zeigt nun, dass dabei offenbar nicht allein entscheidend ist, ob eine Komplikation auftritt: Auch ihr Zeitpunkt, ihre Häufigkeit und ihre Reihenfolge im Verlauf der reproduktiven Lebensspanne spielen eine Rolle.

Das höchste Risiko hatten Frauen, die nur eine Schwangerschaft erlebten und bei denen diese mit einer Komplikation einherging: Ihr Risiko für einen vorzeitigen kardiovaskulären Tod war 3,3-fach erhöht. Das niedrigste Risiko zeigte sich hingegen bei Frauen, auf deren von Komplikationen geprägte erste Schwangerschaft ausschließlich komplikationslose Schwangerschaften folgten. Die Autoren betonen daher, dass zwei Frauen mit derselben Schwangerschaftskomplikation sehr unterschiedliche langfristige kardiovaskuläre Risiken aufweisen können und die individuelle Schwangerschaftshistorie bei der Risikoeinschätzung berücksichtigt werden sollte.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie wie immer in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal BIERMANN MEDIZIN. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Übergewicht in der Kindheit erhöht Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter

Übergewicht in der Kindheit erhöht Wahrscheinlichkeit für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter

Eine Untersuchung an fast 61.000 Frauen aus Dänemark deutet darauf hin, dass ein höherer BMI im Kindesalter mit einem höheren Risiko für Kinderlosigkeit im Erwachsenenalter assoziiert ist. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Kindheit eine kritische Phase für die Etablierung der reproduktiven Kapazität darstellt.

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Evidenzbasiert entscheiden:
JEMPERLI in der 1L beim EC

JEMPERLI (Dostarlimab) in der 1L: Die EINZIGE zugelassene Immuntherapie + Carboplatin-Paclitaxel (CP) mit signifikantem OS-Vorteil für Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom (EC), für die eine systemische Therapie infrage kommt.1,a,b

(OS: Gesamtüberleben) 1. Jemperli Fachinformation, aktueller Stand.
Pflichtangaben

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Erste internationale Leitlinie zum Einsatz von GLP-1-Medikamenten rund um die Schwangerschaft

Angesichts der weltweit zunehmenden Verwendung von GLP-1-Medikamenten und anderen Inkretin-basierten Medikamenten zur Behandlung von Adipositas hat eine internationale Initiative die Frage adressiert, wie diese Medikamente von Frauen vor, während und nach einer Schwangerschaft angewendet werden sollten.

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Symptomscores bei HWI gezielt in der Urologie nutzen

Scores ermöglichen eine strukturierte, reproduzierbare Einschätzung der Symptomschwere bei Harnwegsinfekten. In der urologischen Praxis unterstützen sie Diagnostik, Therapiekontrolle und Verlaufsbeurteilung – insbesondere bei rezidivierenden oder komplexen HWI. Erfahren, welche Scores klinisch relevant sind und wie sie praxisnah in die Patientenversorgung integriert werden können?

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Schwangerschaftskomplikationen: Kardiovaskuläres Risiko variiert deutlich zwischen betroffenen Frauen

Schwangerschaftskomplikationen: Kardiovaskuläres Risiko variiert deutlich zwischen betroffenen Frauen

Frauen mit Schwangerschaftskomplikationen haben ein erhöhtes Risiko, vor dem 70. Lebensjahr an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Wie stark dieses Risiko ausfällt, hängt jedoch nicht allein davon ab, ob eine Komplikation aufgetreten ist, sondern auch wann, wie häufig und in welcher Reihenfolge sie im Verlauf der reproduktiven Lebensspanne auftrat.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Mikrowellenablation bei Adenomyose: Fünf-Jahres-Nachbeobachtung und Risikofaktoren für ein Wiederauftreten der Symptome.
Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2026;326:115364.

Massenspektrometrie-basierte Quantifizierung von zervikovaginalem Progesteron und Steroiden bei Frauen mit hohem Frühgeburtsrisiko.
Mol Hum Reprod 11.08.2026

Postpartale febrile Morbidität nach vakuumassistierter Geburt: Eine retrospektive Kohortenstudie.
Int J Gynaecol Obstet 13.08.2026

Östrogentherapie in den Wechseljahren und Brustkrebsrisiko.
Obstet Gynecol 13.08.2026

 
 

Lactobacillus gasseri könnte Fruchtbarkeit älterer Frauen verbessern

Ein Rückgang von Lactobacillus gasseri im Endometrium trägt möglicherweise zur altersbedingten Abnahme der Fruchtbarkeit bei. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass der bakterielle Stamm und daraus abgeleitete Postbiotika die Fruchtbarkeit verbessern könnten.

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Soziale Benachteiligung erhöht das Sterberisiko bei Frauen mit früher Menopause

Soziale Benachteiligung erhöht das Sterberisiko bei Frauen mit früher Menopause

Soziale Benachteiligung bei früher Menopause ist mit einem erhöhten Risiko für vorzeitigen Tod, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz verbunden. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Arbeitslosigkeit. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht.

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KURZMELDUNGEN:

Ein geringerer Konsum von Zucker während der Schwangerschaft sowie in den ersten Lebensjahren könnte mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden sein.
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Erhöhte Schwermetall-Konzentrationen im Blut der Mütter während der Schwangerschaft sind mit autismusähnlichen Merkmalen bei Kindern assoziiert.
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In Berlin steigt die Zahl der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche weiter, in Brandenburg geht sie erneut zurück.
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TERMINE:

Grundkurs Gynäkologische Endoskopie
10.–12. September 2026
Dresden

Wild West Symposium: Die neuen Horizonte der Gynäkologie
16. September 2026
Düsseldorf

Weltkongresse 2026: Gyn, Repro, Endo
17. September 2026
Olten (Schweiz)

100. Kongress der Bayerischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde
18.–19. September 2026
Augsburg

 
 

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