Ausgabe 22/2026

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Donnerstag, 28. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn Schwangerschaft und Geburt für viele Frauen eine besondere Zeit sind, bleiben Komplikationen nicht immer aus. Eine Plazenta praevia beispielsweise tritt bei etwa 0,5 Prozent aller Geburten auf. Durch die atypische Lage der Plazenta kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen, weshalb ein geplanter Kaiserschnitt meist die sicherere Alternative zur natürlichen Geburt darstellt. Doch auch dabei lassen sich schwere Blutungen nicht immer vermeiden. Eine neue chinesische Studie konnte nun allerdings zeigen, dass die prophylaktische Gabe von Tranexamsäure die Rate postpartaler Blutungen im Vergleich zu Placebo immerhin um 15 Prozent senkte. Auch wenn die Risikoreduktion moderat ausfiel, könnte Tranexamsäure damit künftig ein zusätzlicher Baustein zur Prävention schwerer Blutungskomplikationen bei Risikopatientinnen werden.

Ist das Baby erst einmal sicher auf der Welt, stellt sich für viele Mütter die Frage nach der geeigneten Stilldauer. Eine aktuelle deutsche Leitlinie empfiehlt ausschließliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten sowie eine Gesamtstilldauer von zwölf Monaten. Die Stiftung Kindergesundheit kritisiert jedoch, dass diese Empfehlungen auf unzureichender wissenschaftlicher Evidenz beruhen. Sie weist unter anderem auf potenzielle Nachteile hin – etwa auf das Risiko von Mikronährstoffmängeln oder ein häufigeres Auftreten von Nahrungsmittelallergien bei einer späteren Einführung von Beikost ab dem siebten Monat. Stattdessen spricht sie sich weiterhin für die bisherige Empfehlung aus, zwischen der 17. und 26. Lebenswoche mit Beikost zu beginnen und begleitend weiterzustillen. Gleichzeitig betonen die Autoren, dass Stillen trotz seiner positiven Effekte nicht als Pflicht verstanden werden sollte. Auch Teilstillen könne bereits gesundheitliche Vorteile bieten und dazu beitragen, den Druck auf junge Mütter zu verringern.

Sind die Kinder schließlich erwachsen, steht für viele Frauen oft bereits die nächste gesundheitliche Herausforderung bevor: die Menopause. Einer der zahlreichen Effekte des sinkenden Östrogenspiegels ist die Osteoporose, die mit einer weltweiten Prävalenz von rund 23 Prozent unter Frauen ein weit verbreitetes Problem darstellt. Eine neue Studie aus China zeigt nun allerdings, dass Osteoporose weit mehr als nur eine lästige Begleiterscheinung des Alterns sein könnte: Die Erkrankung war mit einem um 47 Prozent erhöhten Sterberisiko assoziiert. Die Autoren sprechen sich daher für frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen und präventive Maßnahmen aus, um die „stille Bedrohung“, wie Dr. Monica Christmas von der Menopause Society sie nennt, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre!




   Ihre
   Lena Johannes

 

 
 
Tranexamsäure kann starken Blutungen bei Kaiserschnitten vorbeugen

Tranexamsäure kann starken Blutungen bei Kaiserschnitten vorbeugen

Die Gabe von Tranexamsäure an Frauen mit Plazenta praevia, die per Kaiserschnitt entbinden, führt zu einer signifikanten, wenn auch moderaten Verringerung schwerer Blutungen nach der Entbindung ohne Anzeichen für eine Zunahme schwerwiegender unerwünschter Ereignisse.

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Die vielfältigen Effekte nutzen und neue Perspektiven eröffnen

Neben einer lebensverändernden Gewichtsabnahme mit Wegovy® 7,2 mg von durchschnittlich ~ 21 % (STEP-UP-Studie1,*) zeigte Wegovy® 2,4 mg eine 81 %ige Chance auf eine Remission bei Prädiabetes (STEP-10-Studie3,†). Zudem: 94 % Analogie mit dem menschlichen Sättigungshormon GLP-1.²

Referenzen & Pflichttext

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Kritik an neuer Leitlinie zur empfohlenen Stilldauer

Eine neue deutsche Leitlinie empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend zu stillen und das Stillen insgesamt ein Jahr fortzuführen. Die Stiftung Kindergesundheit betont jedoch, dass diese Empfehlungen auf unzureichenden wissenschaftlichen Grundlagen beruhen.

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Antibiotikafreie Prävention rezidivierender
Harnwegsinfekte

Wiederkehrende unkomplizierte Harnwegsinfektionen führen oft zu wiederholten Antibiotikaverordnungen – mit dem Risiko zunehmender bakterieller Resistenzen. Methenamin (z. B. das bald in Deutschland erhältliche Cystohipp®) bietet hier eine wissenschaftlich fundierte, antibiotikasparende Alternative zur Prophylaxe und zudem eine leitliniengerechte Option für Betroffene.

Pflichttext

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Osteoporose könnte sich bei Frauen nach der Menopause als tödlich erweisen

Osteoporose könnte sich bei Frauen nach der Menopause als tödlich erweisen

Osteoporose, die nach der Menopause sehr häufig auftritt, wird seit Langem mit einem erhöhten Frakturrisiko in Verbindung gebracht. Eine neue Studie legt nun nahe, dass sie auch das allgemeine Sterberisiko einer Frau deutlich erhöhen könnte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Menopausale Hormontherapie nach Ovarialkarzinom: Eine Zehn-Jahres-Überlebensanalyse bei prämenopausalen Frauen.
Acta Obstet Gynecol Scand 20.05.2026

Maschinelles Lernen-basierte Vorhersage von Brustkrebs bei Frauen: Erkenntnisse aus der Merkmalsselektion klinischer und lebensstilbezogener Daten.
Int J Breast Cancer 18.05.2026

Autoimmunerkrankungen und das Risiko ungünstiger Schwangerschaftsausgänge: Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie mit fünf Millionen Schwangerschaften im Vereinigten Königreich.
BMC Med 21.05.2026

Vom Embryo stammende extrazelluläre Vesikel und ihr Potenzial als Biomarker für die Embryoqualität während der IVF: Eine systematische Übersichtsarbeit.
Hum Reprod Update 21.05.2026

 
 

Schwangerschaft gibt Hinweise auf spätere Herzgesundheit

Deutsche Hochdruckliga und BVF informieren zum „Welt-Präeklampsie-Tag“ am 22. Mai: Wie der Körper einer Frau auf eine Schwangerschaft reagiert, kann ein Hinweis auf ihre spätere Herzgesundheit sein.

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Frauengesundheit: Wie Hormone Gehirn und Stoffwechsel beeinflussen

Frauengesundheit: Wie Hormone Gehirn und Stoffwechsel beeinflussen

Anlässlich des Internationalen Tags der Frauengesundheit am 28. Mai machen Leipziger Wissenschaftlerinnen auf eine zentrale Lücke in der Medizin aufmerksam: Hormonelle Unterschiede beeinflussen Gehirn, Stoffwechsel und Krankheitsrisiken von Frauen stärker als bislang berücksichtigt wird.

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KURZMELDUNGEN:

Ein neuer Online-Rechner ermöglicht Paaren mit Kinderwunsch, ihre individuellen Erfolgsaussichten auf Schwangerschaft und Geburt eigenständig einzuschätzen.
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Eine neue Studie zeigt, dass eine Supplementierung der mütterlichen Ernährung während der Schwangerschaft die Geburtsergebnisse in armen Ländern verbessern kann.
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In einem mit Sensoren ausgestatteten Experimental-OP testen Forschende im TUM Klinikum den Einsatz von Robotern.
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TERMINE:

Symposium 2026: Der Beckenboden – Evidenz, Herausforderungen, Perspektiven
10. Juni 2026
Regensburg

22. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin
11.–12. Juni 2026
Stuttgart

68. Kongress der Deutschen STI-Gesellschaft
11.–13. Juni 2026
Berlin

45. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Senologie
11.-13. Juni 2026
München

 
 

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