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Liebe Leserinnen und Leser,
ich hoffe, Sie und Ihre Patientinnen und Patienten sind gut durch die erste Hitzewelle dieses Jahres gekommen. Während Frankreich bereits unter der nächsten Hitzeglocke schwitzt, kündigen sich auch bei uns in den kommenden Tagen wieder steigende Temperaturen an. Gerade für ältere und multimorbide Menschen stellt dies eine Herausforderung dar. Doch nicht nur Alter und Begleiterkrankungen erhöhen die Vulnerabilität. Auch die Medikation kann das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsstörungen oder unerwünschte Arzneimittelwirkungen verstärken.
Einen Überblick über derartige Wirkstoffklassen gibt die CALOR-Liste. Die systematisch entwickelte Hilfe soll die Arzneimitteltherapiesicherheit während heißer Tage oder Hitzeperioden erhöhen. Zwar gibt sie – aufgrund bislang mangelnder Evidenz – keine konkreten Hinweise zur Dosisanpassung einzelner Wirkstoffe. Jedoch benennt sie Medikamentengruppen, die das Risiko für hitzebedingte gesundheitliche Probleme erhöhen, darunter eine Vielzahl von kardiologisch relevanten Wirkstoffen. Die Informationen dienen einerseits der Patientenaufklärung, andererseits der Identifikation von Personen, die möglicherweise ein strengeres Monitoring oder Therapieanpassungen benötigen. Hierzu gibt sie praktische Hinweise für das Gesundheitspersonal.
Als ebenfalls praxisrelevant könnte sich – nach weiteren bestätigenden, prospektiven Studien – ein neues Scoring-System herausstellen, das das individuelle Risiko für schwerwiegende Statin-assoziierte Muskelerkrankungen bestimmt. Der Rechner nutzt dafür 22 routinemäßig erfasste Faktoren, darunter Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Raucherstatus, Komorbiditäten und die aktuelle Medikation, und könnte die fundierte Abwägung von Nutzen und Risiken bei der Statinbehandlung unterstützen.
Indes entdeckten Forschende aus Kanada den zugrundeliegenden zellulären Mechanismus dieser Nebenwirkung. Da er sich von dem Mechanismus der gewünschten Cholesterinsenkung unterscheidet, könnten die Erkenntnisse neue Wege in der Entwicklung von Wirkstoffen ohne Myopathie-Risiko eröffnen.
Ich hoffe, in den genannten Studien finden sich auch spannende Erkenntnisse für Ihren klinischen Alltag und wünsche Ihnen eine gute und nicht zu heiße Restwoche.
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