Ausgabe 50/2025

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Mittwoch, 10. Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

im Jahr 2000 postulierten E. Andrew Balas & Suzanne A. Boren, dass es etwa 17 Jahre bräuchte, bis neue Forschungserkenntnisse großflächig in der klinischen Praxis implementiert sind. Bei dieser 17-Jahres-Schätzung handelt es sich um kein Naturgesetz – je nach klinischem Bereich kann die Implementierungsdauer schwanken. So kann es bei manchen Änderungen (z. B. neue Medikamentenklassen mit klaren Endpunkten) zu einem relativ zügigen Einsatz kommen, während andere Interventionen viel länger benötigen oder nur regional zentriert umgesetzt werden. Einen wichtigen Schritt zur Implementierung bildet die Aufnahme in Leitlinien. Doch auch hier gilt: Nicht alles, was niedergeschrieben wurde, findet auch schnell den Weg in die Praxis.
Welche Punkte bei der Implementierung von Hypertonie-Leitlinien hinderlich sind, sollte nun eine Umfrage unter 437 niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzten klären. Ein Großteil der Befragten (67 %) gab an, dass die Leitlinien zu umfangreich seien, jeder Zweite (52 %) findet sie zu praxisfern. Weitere Hürden waren Zeitaufwand, abweichende Empfehlungen zwischen verschiedenen Leitlinien und Unsicherheit über die Gültigkeit (jeweils 46 bis 47 %). Um die Anwendung in der Praxis zu unterstützten, findet die Mehrheit kurze Zusammenfassungen und Pocket-Leitlinien relevant.
Was lernen wir daraus? Die 17 Jahre zwischen Evidenz und Versorgung müssen kein Schicksal bleiben. Wenn Leitlinien nicht nur evidenzbasiert, sondern auch praxistauglich gestaltet werden – beispielsweise mit klar priorisierten Kernaussagen und verständlichen Algorithmen –, könnte der Abstand möglicherweise verkürzt werden. Denn gute Medizin ist nicht nur wissenschaftlich haltbar, sondern auch handhabbar – und entscheidet im Fall der Hypertonie letztlich über vermeidbare kardiovaskuläre Ereignisse.
Lesen Sie weitere spannende Meldungen aus der Kardiologie im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal.
 
Eine informative Lektüre wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Umfrage: Hypertonie-Leitlinien kaum praxistauglich

Umfrage: Hypertonie-Leitlinien kaum praxistauglich

Nationale und internationale Hypertonie-Leitlinien gelten als zu umfangreich und im Praxisalltag nur bedingt umsetzbar. Eine Umfrage unter 437 Hausärztinnen und Allgemeinmedizinern zeigt: Die Implementierung ist mit zahlreichen Hürden verbunden.

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Weil jeder Tag zählt: Adipositas-Therapie &
Herzgesundheit+

In der SELECT-Studie konnte Wegovy® bei Menschen mit etablierter CVD und Adipositas bereits nach 20 Tagen eine erste signifikante RRR für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE§) erreichen.1,*

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Diabetes: Höheres Risiko für Komplikationen nach Stent-OP

Insbesondere Patienten mit Typ-1-Diabetes weisen laut einer schwedischen Studie nach der Implantation eines Stents ein erhöhtes Risiko für Komplikationen auf. Möglicherweise ist eine Anpassung der Behandlung und Nachsorge dieser Patienten erforderlich.

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Nitrolingual im Akutfall bei allen Formen
der Angina pectoris

Differenzialdiagnostisch werden die nicht-obstruktiven Formen der Angina pectoris häufig unterschätzt. Vor dem Hintergrund unspezifischer Symptome und überlappender kardialer Ursachen, ist die Diagnose häufig eine Herausforderung. Sublingual verabreichtes Nitroglycerin ist bei allen AP-Formen als symptomatische Behandlung indiziert und wird von Leitlinien empfohlen.

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Gewichtsentwicklung in der Jugend beeinflusst die Herzgesundheit

Gewichtsentwicklung in der Jugend beeinflusst die Herzgesundheit

Übergewicht im Kindesalter wurde in verschiedenen Studien mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) im Erwachsenenalter in Zusammenhang gebracht. Eine Kohortenstudie aus Schweden zeigt nun, dass dieses Risiko durch Gewichtsabnahme bis zum frühen Erwachsenenalter wieder rückgängig gemacht werden kann. 

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eCME: Supportive Therapie bei unkomplizierter
Herzarrhythmie

Wenn die Smartwatch Herzstolpern meldet, steckt nicht immer Vorhofflimmern dahinter – häufig liegen diesem Phänomen harmlose supraventrikuläre Extrasystolen zugrunde. Diese CME zeigt die Ursachen und Therapieoptionen funktioneller Herzrhythmusstörungen und wann eine Behandlung mit Elektrolyten sinnvoll ist. Fallbasiert, praxisnah und evidenzbasiert.

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Typ-2-Diabetes: Vergleichbare Auswirkungen mehrerer GLP-1-RA auf Herz und Nieren

Neue Studienergebnisse aus den USA legen nahe, dass die Glucagon-like Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) Liraglutid, Semaglutid und Dulaglutid gleichermaßen sichere Behandlungsoptionen für Patienten mit Typ-2-Diabetes darstellen können.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Levosimendan zur Erleichterung der Entwöhnung von ECMO bei Patienten mit schwerem kardiogenem Schock. Die randomisierte klinische Studie LEVOECMO.
JAMA 01.12.2025

Sicherheit, Nutzen und Ergebnisse eines Procainamid-Provokationstests zur Diagnose und zum Ausschluss des Brugada-Syndroms.
Circulation 04.12.2025

Geschlechtsspezifische angiographische Befunde und klinische Merkmale bei Patienten mit Myokardinfarkt.
Sci Rep 05.12.2025

 
 
 
Reform der Notfallversorgung: Fachgesellschaften fordern Nachbesserungen

Reform der Notfallversorgung: Fachgesellschaften fordern Nachbesserungen

In einem gemeinsamen Eckpunktepapier fordern 18 medizinische Fachgesellschaften unter dem Dach der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) Nachbesserungen am aktuellen Referentenentwurf für die Reform der Notfallversorgung.

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PANORAMA:

In höchstem Maß unzufrieden mit den Reformbemühungen der Bundesregierung zeigte sich der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bei der Vertreterversammlung in Berlin.
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Anlässlich ihres Jahreskongresses forderte die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin die STIKO auf, eine Grippeimpfung für Kinder ab sechs Monaten sowie Erwachsene zu empfehlen.
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Infektionsketten schnell unterbrechen: In einem Krankenhaus in Hannover kommen dafür spezielle Patienten-Armbänder zum Einsatz.
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TERMINE:

18. Nürnberger Herz-Tage
9.–10. Januar 2026
Nürnberg

25. Kardiologisch-Kardiochirurgisches Update
10. Januar 2026
Dortmund

Forum Interdisziplinäre Intensivmedizin 2026
14.–16. Januar 2026
Berlin

 
 

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