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Liebe Leserinnen und Leser,
fast die Hälfte der Patienten, die im Zuge eines Herzinfarktes einen kardiogenen Schock erleiden, verlässt das Krankenhaus nicht lebend. Ob die Mortalität durch die intravenöse Verabreichung von Cangrelor im Vergleich zur oralen Gabe von zerkleinerten Ticagrelor-Tabletten gesenkt werden kann, untersuchte die randomisierte Studie DAPT-SHOCK-AMI. Zwar bewirkte die Cangrelor-Infusion bei allen Studienteilnehmern eine sofortige und wirksame Thrombozytenhemmung (unter Ticagrelor kam diese nur bei 22% der Patienten am Ende der primären PCI zustande), der kombinierte primäre klinische Endpunkt aus Gesamtmortalität, Myokardinfarkt und Schlaganfall nach 30 Tagen wurde jedoch nicht erreicht. Weshalb Co-Studienleiter Prof. Deepak Bhatt in intravenös verabreichtem Cangrelor trotzdem einen „bedeutenden Fortschritt in der Behandlung des kardiogenen Schocks“ sieht, lesen im entsprechenden Beitrag.
Die Verhinderung von Myokardschäden nach nicht kardialen Operationen (MINS) hatte die Studie PREVENT-MINS zum Ziel. Darin erhielten mehr als 2000 Patienten in der Stunde vor der Operation sowie bis zu sieben Tage danach entweder Ivabradin oder Placebo. Im Ergebnis war Ivabradin im Vergleich zu Placebo nicht nur wirkungslos, eine vorspezifizierte Subgruppenanalyse ergab sogar ein erhöhtes MINS-Risiko bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit. Aufgrund von Aussichtslosigkeit wurde die Studie sodann auch vorzeitig abgebrochen.
Lesen Sie auch heute noch einmal spannende Studien, die auf dem europäischen Kardiologenkongress (ESC 2025) in Madrid präsentiert wurden.
Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen
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