Ausgabe 30/2026

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Mittwoch, 22. Juli 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

die Sonne brennt, der Großteil von Deutschland befindet sich mittlerweile in den Sommerferien und die Gedanken an den kommenden Herbst mit einer erneut ansteigenden Zahl von Atemwegsinfektionen sind vermutlich noch weit weg. Doch so sicher wie der Wechsel der Jahreszeiten wird auch die allherbstliche Infektionswelle hierzulande die Patienten wieder in die Arztpraxen treiben. Mit ihr einher geht eine gesteigerte kardiovaskuläre Mortalität, wie eine aktuelle Studie für Deutschland bestätigt. Ein Zusammenhang, für den bislang keine endgültige kausale Evidenz vorliegt, der in der Kardiologie aber alles andere als neu ist – und die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie nach einer verstärkten Impfprävention speziell bei Hochrisikopatienten noch einmal unterstreicht.

Ebenfalls nicht neu ist die Assoziation zwischen einer erhöhten Belastung mit Ultrafeinstaub und vermehrten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch für wie viele zusätzliche Todesfälle weltweit sind die Ultrafeinen Partikel mit einer Größe von weniger als 100 Nanometern tatsächlich verantwortlich? Anhand einer speziellen Kartierungsmethode gelangten internationale Forscher unter Beteiligung von Wissenschaftlern aus Mainz nun zu der beachtlichen Zahl von knapp zwei Millionen Toten jährlich – etwa die Hälfte davon geht ihren Erkenntnissen zufolge auf kardiovaskuläre Erkrankungen zurück. Ein Grenzwert von 5000 Partikeln pro Kubikzentimeter im Jahresmittel könnte die weltweite Übersterblichkeit durch Ultrafeinstaub um etwa 45 Prozent senken, wie die Forscher berechneten. Da Ultrafeine Partikel – anders als Feinstaub mit einer Partikelgröße von maximal 2,5 Mikrometer – in der EU bislang nicht reguliert sind, liefert die aktuelle Studie ein wichtiges Argument für die Festlegung verbindlicher Grenzwerte und der routinemäßigen Überwachung von Ultrafeinstaub.

Während sich sowohl die Exposition gegenüber Erregern von Atemwegsinfekten als auch von Ultrafeinstaub für den Einzelnen kaum umgehen lassen, gibt es einen weiteren Faktor, der mindestens ebenso gefährlich für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist, aber durchaus vermeidbar: das RauchenVapen wird in diesem Zusammenhang zwar als die vermeintlich gesündere Variante gehandelt, doch im Vergleich zum kompletten Rauchverzicht hat auch der Konsum von E-Zigaretten negative körperliche Folgen, sogar bei fitten jungen und gesunden Menschen, wie eine Studie aus Großbritannien jüngst aufzeigte. Nach Ansicht von Experten ist daher das „Vapen ohne Hintergrund der Tabakentwöhnung immer schwerer zu rechtfertigen“.

Ob Atemwegsinfektionen, Ultrafeinstaub oder der Konsum von Tabak- und E-Zigaretten: Die genannten Studien verdeutlichen einmal mehr das Potential von Prävention für die kardiovaskuläre Gesundheit. Während einige präventive Maßnahmen individuell adressierbar sind (Impfen, Rauchverzicht), bedarf es für einen nachhaltigen Effekt auch politischer Maßnahmen (z.B. mehr Geld für Aufklärungskampagnen, Grenzwerte für Luftschadstoffe). Nach Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken sollen präventive Angebote zwar ausgebaut werden, laut bisherigen Erkenntnissen beschränkt sich dies aber auf zusätzliche Untersuchungen im Kindes- und Jugendalter sowie auf einen zusätzlichen Gesundheitscheck bei über 60-Jährigen. Ein konkreter Ansatz zeichnet sich zumindest bei der Tabaksteuer ab: So plant die Bundesregierung, die Tabaksteuer in den nächsten Jahren deutlich anzuheben.

Eine gute Restwoche wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie

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Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön untersucht.

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Die vielfältigen Effekte nutzen und
neue Perspektiven eröffnen

Neben einer lebensverändernden Gewichtsabnahme mit Wegovy® 7,2 mg von durchschnittlich ~ 21 % (STEP-UP-Studie1,*) konnte Wegovy® 2,4 mg das relative Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) um 20 % reduzieren – erste signifikante relative Risikoreduktion bereits nach 20 Tagen (SELECT-Studie†,§,6).

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Studie: Ultrafeinstaub weltweit für fast zwei Millionen Todesfälle verantwortlich

Sie sind für das menschliche Auge unsichtbar, dringen über die Lunge direkt ins Blut ein und schädigen von dort Gefäße und Organe: Eine aktuelle Kartierung zeigt, dass etwa die Hälfte der vorzeitigen Todesfälle durch Ultrafeine Partikel auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückgeht. Experten fordern verbindliche Grenzwerte.

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Teil des Therapiestandards zur frühen
oralen LDL-C-Senkung

„Strike early, strike strong" lautet die Therapieempfehlung! Denn trotz oraler Basistherapie erreichen viele Hochrisikopatient:innen ihre LDL-C-Zielwerte nicht. Die ESC/EAS-Leitlinien verankern die frühe orale LDL-C-Senkung als Therapiestandard. Was das für Ihren Praxisalltag bedeutet und welche Relevanz etablierte orale Optionen wie Bempedoinsäure/Ezetimib (Nustendi®) haben, lesen Sie hier.

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Studie: Vaping oder Rauchen verringert die Fitness junger Menschen spürbar

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Junge Menschen, die E-Zigaretten konsumieren oder Zigaretten rauchen, sind im Vergleich zu Nichtrauchern und Nicht-Dampfern körperlich nicht so leistungsfähig. Sie weisen außerdem eine eingeschränkte Gefäßfunktion und eine verringerte Atemeffizienz auf.

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Höhere Erfolgs-Chancen: Sport als Unterstützung beim Rauchstopp

Trotz der gesundheitlichen Folgen des Rauchens und der finanziellen Belastung, die der Konsum mit sich bringt, haben viele Menschen Schwierigkeiten mit der Entwöhnung. Sport kann helfen, belegt nun eine neue Übersichtsarbeit.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Herz-Kreislauf-Gesundheit über Geschlechtsidentitäten hinweg: Die „Life’s Essential 8“ in der PRIDE-Studie.
J Am Heart Assoc 2026 Jul 17:e044329.

Ein- versus zwölfmonatige duale antithrombotische Therapie nach perkutaner Koronarintervention bei Patienten mit Vorhofflimmern (OPTIMA-AF): Eine multizentrische, offene, hybride, randomisierte und kontrollierte Nichtunterlegenheits- und Überlegenheitsstudie.
Lancet 15.07.2026

Erweiterte duale Thrombozytenaggregationshemmung bei koronarer Mehrgefäßerkrankung.
N Engl J Med 2026;395:233–242.

 
 
 
Inkretinbasierte Therapien: Zugelassene Wirkstoffe und Pipeline-Kandidaten im Überblick

Inkretinbasierte Therapien: Zugelassene Wirkstoffe und Pipeline-Kandidaten im Überblick

Inkretinbasierte Therapien zur Behandlung von Patienten mit Diabetes und/oder Adipositas sind stark gefragt. Welche Wirkstoffe bereits zugelassen sind und welche sich aktuell in der Pipeline befinden, haben wir in diesem Beitrag übersichtlich zusammengefasst.

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PANORAMA:

Mit oralem Semaglutid hat die erste „Abnehmpille“ in der EU die Zulassung bekommen.
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Angebote zur Vorbeugung von Erkrankungen sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stärker ausgebaut werden.
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Die Bundesregierung will die Tabaksteuer stärker erhöhen als bisher geplant. Bis zu 14 Euro könnte eine Standardpackung Zigaretten ab 2030 kosten.
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TERMINE:

Sportscardiology meets World Championship Hockey 2026
21.–22. August 2026
Amsterdam (Niederlande)

European Society of Hypertension Summer School
6.–11. September 2026
Lunteren (Niederlande)

35. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie
9.–11. September 2026
Mainz

Düsseldorf Valve
19. September 2026
Düsseldorf

 
 

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