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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mehr noch als in anderen Fachgebieten hat die Prävention in der Pädiatrie einen ganz besonderen Stellenwert. Davon zeugt allein ein Impfkalender, der für Kinder und Jugendliche aktuell Immunisierungen gegen 16 verschiedene Erkrankungen/Erreger empfiehlt. Doch nicht alle schweren Erkrankungen lassen sich so verhindern, weshalb andere Strategien gefragt sind. Eine solche liefert nun eine Forschungsgruppe aus der Schweiz: Sie hat einen innovativen Ansatz entwickelt, um die Übertragung von Escherichia coli vom Typ K1 von der Mutter auf das Neugeborene zu verhindern. Der Erreger zählt zu den wichtigsten Ursachen neonataler Meningitiden. Diese sind zwar selten, können aber verheerende Folgen für die Kinder haben. Besonders spannend ist an dem Ansatz: Statt auf Antibiotika setzen die Forschenden auf eine Kombination aus Phagen, einer oralen Immunisierung und probiotischen Konkurrenzbakterien. Im Tiermodell konnten die Forschenden die Erkrankungsrate dadurch deutlich senken. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen sehen die Forschenden in ihrem Ansatz einen neuen Weg in der Infektionsprävention – auch über E. coli hinaus.
Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Sicherheit etablierter Impfungen sät hingegen die aktuelle Regierung der USA. Erst im Januar dieses Jahres hatten die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) die jährliche Grippeimpfung sowie mehrere andere Immunisierungen aus ihren Impfempfehlungen für Kinder gestrichen. Als Begründung für diese Maßnahme wurden fehlende Wirksamkeitsdaten genannt. Diese liefert nun jedoch eine aktuelle Studie aus den USA zur Influenza-Impfung bei Kindern. Die Analyse nutzt ein ungewöhnliches, aber methodisch cleveres natürliches Experiment: den Geburtstag der Kinder. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Kinder, die gegen Influenza geimpft wurden, erkrankten deutlich seltener. Hochgerechnet könnten dadurch in den USA jedes Jahr Hunderttausende Erkrankungen verhindert werden. Die Studie liefert damit neue Evidenz für eine alte Erkenntnis, die leider auch hierzulande viel zu wenig Gewicht hat: Vorbeugen ist besser als heilen.
Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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