Ausgabe 23/2026

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Freitag, 05. Juni 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mehr noch als in anderen Fachgebieten hat die Prävention in der Pädiatrie einen ganz besonderen Stellenwert. Davon zeugt allein ein Impfkalender, der für Kinder und Jugendliche aktuell Immunisierungen gegen 16 verschiedene Erkrankungen/Erreger empfiehlt. Doch nicht alle schweren Erkrankungen lassen sich so verhindern, weshalb andere Strategien gefragt sind. Eine solche liefert nun eine Forschungsgruppe aus der Schweiz: Sie hat einen innovativen Ansatz entwickelt, um die Übertragung von Escherichia coli vom Typ K1 von der Mutter auf das Neugeborene zu verhindern. Der Erreger zählt zu den wichtigsten Ursachen neonataler Meningitiden. Diese sind zwar selten, können aber verheerende Folgen für die Kinder haben. Besonders spannend ist an dem Ansatz: Statt auf Antibiotika setzen die Forschenden auf eine Kombination aus Phagen, einer oralen Immunisierung und probiotischen Konkurrenzbakterien. Im Tiermodell konnten die Forschenden die Erkrankungsrate dadurch deutlich senken. Angesichts zunehmender Antibiotikaresistenzen sehen die Forschenden in ihrem Ansatz einen neuen Weg in der Infektionsprävention – auch über E. coli hinaus.

Zweifel an der Sinnhaftigkeit und Sicherheit etablierter Impfungen sät hingegen die aktuelle Regierung der USA. Erst im Januar dieses Jahres hatten die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) die jährliche Grippeimpfung sowie mehrere andere Immunisierungen aus ihren Impfempfehlungen für Kinder gestrichen. Als Begründung für diese Maßnahme wurden fehlende Wirksamkeitsdaten genannt. Diese liefert nun jedoch eine aktuelle Studie aus den USA zur Influenza-Impfung bei Kindern. Die Analyse nutzt ein ungewöhnliches, aber methodisch cleveres natürliches Experiment: den Geburtstag der Kinder. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Kinder, die gegen Influenza geimpft wurden, erkrankten deutlich seltener. Hochgerechnet könnten dadurch in den USA jedes Jahr Hunderttausende Erkrankungen verhindert werden. Die Studie liefert damit neue Evidenz für eine alte Erkenntnis, die leider auch hierzulande viel zu wenig Gewicht hat: Vorbeugen ist besser als heilen.

Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen ohne Antibiotika verhindern

Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen ohne Antibiotika verhindern

Der Erreger Escherichia coli vom Typ K1 kann bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden und gefährliche Hirnhautentzündungen auslösen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel (beide Schweiz) haben nun einen Ansatz entwickelt, um eine Übertragung zu vermeiden.

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Pertussis: Zeitgerecht impfen, früh schützen

Der frühzeitige und konsequente Einsatz hexavalenter Impfstoffe kann insbesondere Neugeborene und Säuglinge vor lebensbedrohlichen Pertussis-Verläufen schützen.1 Eine Wirksamkeitsstudie auf Basis von Real-World-Daten zeigt für die zwei azellulären Pertussis-Komponenten (2 aP) von Hexyon® eine Impfeffektivität von über 95 %.2 Hexyon® ist mit sicherem Luer-Lock-Adapter verfügbar.1

1. Fachinformation Hexyon®. Stand Dezember 2024.
2. Zur Pertussis-Wirksamkeitsstudie

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Neue Studie bestätigt Wirksamkeit der Grippeimpfung bei Kindern

Grippeimpfstoffe für Kinder reduzieren die Zahl der Grippefälle im Kindesalter erheblich, wie eine neue Studie der Harvard Medical School (USA) bestätigt. Die in „JAMA Pediatrics“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass auf 100 geimpfte Kinder zwischen neun und 14 weniger Grippefälle auftreten.

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Pankreasagenesie: Gentest findet in fast allen Fällen die molekulare Ursache

Pankreasagenesie: Gentest findet in fast allen Fällen die molekulare Ursache

Bei Kindern mit Pankreasagenesie kann ein umfassender Gentest die genetische Ursache heute in nahezu allen Fällen identifizieren. Das zeigt eine internationale Kohortenstudie, die eine molekulare Diagnose bei 98 Prozent der untersuchten Betroffenen erreichte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Azithromycin für Kinder im Vorschulalter, die sich mit Wheezing in der Notaufnahme vorstellen.
N Engl J Med 18.05.2026

KI-basierte Analyse der Dicke des Temporalis-Muskels zur Überwachung von Sarkopenie und klinischen Ergebnissen bei Kindern mit Hirntumoren: Eine retrospektive Kohortenstudie.
Lancet Digit Health 27.05.2026

Chronotherapeutische Ansätze zur Behandlung von Schlafmangel und verspätetem Schlafen bei Jugendlichen – Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Pediatr 2026;180;(6):610–618.

Validierung eines Zwei-Gen-Bluttests zur Diagnose des Kawasaki-Syndroms bei Kindern mit Fieber.
JAMA Netw Open 2026;9;(5):e2615420.

 
 

Juveniles Glaukom: Neue genetische Ursache entdeckt

Eine groß angelegte internationale Studie unter der Leitung der Flinders University, Adelaide, Australien, hat einen genetischen Faktor identifiziert, der zum juvenilen Glaukom beiträgt.

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Einfluss der Atopischen Dermatitis auf Ausbildung und Berufswahl

Einfluss der Atopischen Dermatitis auf Ausbildung und Berufswahl

Atopische Dermatitis prägt Lebenswege oft weit über die Haut hinaus. Eine internationale Studie zeigt: Besonders bei Krankheitsbeginn im Kindesalter sind Bildungs- und Berufschancen eingeschränkt.

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KURZMELDUNGEN:

Eltern von Kindern unter sieben Jahren zeigen eine hohe Impfakzeptanz und hohes Vertrauen in kinderärztliches Personal und die Sicherheit von Impfungen. Zu diesem Ergebnis kommt das Robert Koch-Institut in einem Forschungsprojekt.
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Die Kinderonkologin Prof. Antje Redlich hat zum 1. Juni die Leitung der Universitäts­kinderklinik in Magdeburg übernommen.
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Die umstrittene Honorarkürzung für Psychotherapeuten ist nach der Überprüfung des Beschlusses durch das Bundesgesundheits­ministerium (BMG) rechtmäßig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hält daher an ihrer Klage fest.
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TERMINE:

17. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin
17.–20. Juni 2026
Köln

Symposium für pädiatrische Hämato-Onkologie
19.–20. Juni 2026
Kassel

4th Congress of the International Society of Pediatric Respiratory Infectious Diseases
25.–28. Juni 2026
Bologna (Italien)

6. Kinderurologisches Sommerforum
8. Juni 2026
München/hybrid

 
 

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