Wie Eltern über Impfungen denken

Die meisten Eltern haben Vertrauen in die aktuellen Impfempfehlungen und die impfenden Ärzte. (Foto: © 琢也 栂 – stock.adobe.com)

Eltern von Kindern unter sieben Jahren zeigen insgesamt eine hohe Impfakzeptanz. Diese beruht auf einem hohen Vertrauen in kinderärztliches Personal sowie auf der wahrgenommenen Wichtigkeit und Sicherheit von Impfungen. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt IMPRESS (IMpfverhalten verstehen, PReparednESS steigern) des Robert Koch-Institutes (RKI). 

Beim Projekt IMPRESS untersuchen RKI-Forschende im Rahmen eines regelmäßigen Impfakzeptanz-Monitorings die Hintergründe von Impfentscheidungen. Die Datenerhebung erfolgt über das RKI-Panel „Gesundheit in Deutschland“, das wiederholt die deutschsprachige Bevölkerung in Privathaushalten befragt und so Entwicklungen im Zeitverlauf abbilden kann. Die Online-Befragung zum Impfen findet jährlich im Herbst statt und berücksichtigt drei Personengruppen: die Allgemeinbevölkerung, Personen mit Impfempfehlung für Grippe und Eltern von Kindern unter sieben Jahren.

Von 614 befragten Eltern von Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter (unter 7 Jahren) bewerteten rund 90 Prozent der Eltern von Kindern unter fünf Jahren Impfungen als (eher) wichtig. Auch bei Eltern von Kindern zwischen fünf und sieben Jahren bleibt die Zustimmung mit etwa 80 Prozent auf einem hohen Niveau.

In allen Altersgruppen geben etwa acht von zehn Eltern an, ein (eher) hohes Vertrauen in die Kinderärzte, die ihr Kind impfen würden, zu haben. Bei Eltern von Kindern ab zwei und unter fünf Jahren ist der Anteil derjenigen mit sehr hohem Vertrauen in die Kinderärztin/den Kinderarzt am höchsten.

Eher niedrige impfbezogene Gesundheitskompetenz von Eltern

Befragt nach der allgemeinen Akzeptanz von Impfungen im Kindesalter, möchten rund 70 Prozent der Eltern, dass ihr Kind alle im Impfkalender empfohlenen Impfungen erhält. Etwa drei von zehn Eltern möchten hingegen nur einen Teil der empfohlenen Impfungen durchführen lassen. Obwohl der Großteil der Eltern den Zugang zu Impfungen als leicht bewertet, empfindet ein Teil der Befragten das Impfen in Bezug auf Fahrtkosten, Zeitaufwand und organisatorischen Betreuungsaufwand jedoch als eher aufwendig.

Die Befragung ergab weiterhin ausgeprägte Unsicherheiten der Eltern bei gängigen Impfmythen wie dem vermeintlichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus oder der Überlastung des Immunsystems durch zu viele (zu frühe) Impfungen. Das RKI bewertet die impfbezogene Gesundheitskompetenz von Eltern von Kindern unter sieben Jahren daher als „eher niedrig“. Zugleich korreliert der elterliche Wissensstand zu Impfungen mit der impfbezogenen Gesundheitskompetenz: Eltern mit (eher) hoher Gesundheitskompetenz beantworteten Wissensfragen im Durchschnitt häufiger korrekt.

Das RKI sieht daher einen klaren Bedarf an gezieltem Debunking von Impfmythen. Dabei gehe es nicht nur um die Vermittlung von Fakten, sondern auch um die gezielte Ansprache der Ursachen falscher Überzeugungen, so das RKI. Hierfür stellt das Institut unter anderem Faktensandwiches für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung.