Ausgabe 11/2026

Klicken Sie hier, um diesen Newsletter online anzusehen!

newsletter-logo-kind-kom
 
 

Freitag, 13. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

das frühe Kindesalter ist eine Phase rasanter Entwicklung – und daher auch eine Zeit besonderer Vulnerabilität, wie verschiedene aktuelle Studien zeigen. So deutet eine Studie aus den USA darauf hin, dass neben falscher Ernährung und wenig körperlicher Aktivität auch elterlicher Stress zu kindlichem Übergewicht beitragen kann. Halfen die Forschenden den Eltern, besser mit Stress umzugehen, reduzierte dies das Adipositasrisiko bei Vorschulkindern. In den Familien mit besserem Stressmanagement kam nicht nur gesünderes Essen auf den Tisch, sondern es verbesserte sich auch der Erziehungsstil.

Neben psychosozialen Faktoren wirken im Kindesalter aber offenbar auch spezielle biologische Mechanismen. Einen solchen identifizierten Forschende am Mausmodell für das Atopische Ekzem und liefern damit die Erklärung dafür, warum die Hauterkrankung oft schon im Säuglingsalter beginnt. In der Haut junger Tiere fanden die Wissenschaftler besonders reaktive dendritische Zellen, die auf Allergene deutlich stärker reagierten als im Erwachsenenalter. Offenbar existiert ein kurzes Zeitfenster nach der Geburt, in dem das kutane Immunsystem besonders empfindlich ist. 

Auch aus der translationalen Forschung kommen spannende Ansätze: Ein japanisches Team berichtet über Stammzellen aus der Pulpa ausgefallener Milchzähne als potenzielle Therapie bei Zerebralparese. In einem Rattenmodell verbesserten intravenös verabreichte Zellen selbst in der chronischen Phase motorische und kognitive Funktionen. Noch handelt es sich um präklinische Daten – doch erste klinische Sicherheitsstudien laufen bereits. Ein möglicher therapeutischer Durchbruch zeichnet sich auch beim Dravet-Syndrom ab. Das Antisense-Oligonukleotid Zorevunersen, das auf das krankheitsverursachende SCN1A-Gen abzielt, konnte in Phase-I/II-Studien die Anfallshäufigkeit bei betroffenen Kindern um bis zu 91 Prozent reduzieren. Die Behandlung erwies sich als gut verträglich. Derzeit wird der Wirkstoff in einer Phase-III-Studie weiter geprüft. Für eine Erkrankung, deren Therapieoptionen bislang begrenzt sind, wäre dies ein bedeutender Fortschritt.

Doch nicht jede neue Therapie sollte schnell in die breite Anwendung gelangen. Ein Beispiel dafür ist die derzeit vor allem in Asien eingesetzte Rotlicht-Lasertherapie zur Verlangsamung der Myopieprogression bei Kindern. Obwohl Studien eine bremsende Wirkung auf das Augenwachstum nahelegen, berichten Fachleute inzwischen auch über mögliche Netzhautschäden

Damit erinnern die aktuellen Forschungsergebnisse wieder einmal daran, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind – weder biologisch noch in ihrer Versorgung.

Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Stressmanagement für Eltern kann Kinder vor Übergewicht schützen

Stressmanagement für Eltern kann Kinder vor Übergewicht schützen

Verringert man den Stress der Eltern, senkt dies das Risiko der Kinder für Übergewicht. Darauf deuten die Ergebnisse eines Forscherteams der Yale University (USA), die in „Pediatrics“ veröffentlicht wurden. 

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 
    Advertorial    
 
 

Wenn Ibu, dann trinkfertig im Beutel

Mit der Ibubeta® Suspension zum Einnehmen im Beutel ist der bewährte Wirkstoff Ibuprofen in einer innovativen und praktischen Darreichungsform verfügbar. Die bedarfsgerecht dosierte Suspension im Beutel ist voll verordnungs- und erstattungsfähig, ganz ohne Festbetrag.* Das Produkt ist zudem 5 Jahre haltbar und damit ideal zur Bevorratung in der Hausapotheke.

Pflichtangaben

250x250-2
 
 
 
 

Warum atopische Ekzeme häufig im Kindesalter beginnen

Forschende haben einen Mechanismus im frühkindlichen Immunsystem identifiziert, der die Entstehung atopischer Ekzeme erklären könnte. Bestimmte Immunzellen reagieren in dieser Lebensphase besonders sensibel auf Allergene.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
    Advertorial    
 
 

Einschlafschwierigkeiten und ADHS:
schnellfreisetzendes oder retardiertes Melatonin?

Nicht jedes Melatonin wirkt gleich: Melatonin mit verzögerter Freisetzung setzt den Wirkstoff über Stunden kontinuierlich frei, während Melatonin mit sofortiger Freisetzung einen schnellen Wirkeintritt ermöglicht.

Gerade bei Einschlafschwierigkeiten, wie sie bei Kindern und Jugendlichen mit einer ADHS häufig auftreten, ist ein schnellfreisetzendes Melatonin wie Mellozzan® besonders gut geeignet.

MED_LS_51462_Mellozzan_Banner_2026_200x200px_260123_01

Pflichttext

 
 
 
 
Stammzellen aus menschlichen Milchzähnen zur Behandlung von Zerebralparese

Stammzellen aus menschlichen Milchzähnen zur Behandlung von Zerebralparese

Stammzellen aus ausgefallenen Milchzähnen könnten selbst in der chronischen Phase der Zerebralparese motorische und kognitive Defizite verbessern. In einem Rattenmodell zeigte die Therapie noch Wochen nach Auftreten der Symptome deutliche Effekte und liefert damit einen möglichen Ansatz für neue Behandlungsoptionen.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Epidemiologische Merkmale der pulmonalen Thromboembolie bei Kindern: Systematischer Review und Metaanalyse.
BMJ Open 2026 Mar 11;16(3):e104471.

Etablierte und neue Therapien für interstitielle Lungenerkrankungen im Kindesalter (chILD): Eine systematische Übersicht.
Eur Respir Rev 2026 Mar 11;35(179):250062. 

Die ketogene Ernährung führt bei heranwachsenden und erwachsenen Mäusen zu Knochenverlust und verringert die Reaktion des Skeletts auf körperliche Betätigung.
Bone 2026 Mar 9:117854.

Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft und neurologische Entwicklung des Kindes.
JAMA Pediatr, 09.03.2026

 
 

Antisense-Oligonukleotid hilft Kindern mit Dravet-Syndrom

Das Antisense-Oligonukleotid Zorevunersen reduziert die Zahl der Anfälle bei Kindern mit Dravet-Syndrom um bis zu 91 Prozent. Dies zeigen die Ergebnisse der klinischen Phase-I/II-Studien unter der Leitung des University College London und des Great Ormond Street Hospital (Großbritannien).

Lesen Sie hier weiter ...
 

 
 
Myopie bei Kindern: Warnung vor Gefahren der Rotlicht-Lasertherapie

Myopie bei Kindern: Warnung vor Gefahren der Rotlicht-Lasertherapie

Mit wachsender Beliebtheit der Rotlicht-Lasertherapie zur Verlangsamung der Myopie bei Kindern in Asien häufen sich Berichte über mögliche Sehschäden. Eine Optometrie-Forscherin der Universität Houston, USA, hat das Verfahren daher überprüft und fordert weitere Studien, bevor es breiter eingesetzt wird.

Lesen Sie hier weiter ...
 
 
 

KURZMELDUNGEN:

Ein allgemeines Neugeborenen-Screening auf eine konnatale Zytomegalievirusinfektion führt dazu, dass Säuglinge früher audiologisch untersucht und mehr Fälle von leichter Hörminderung identifiziert werden. Das zeigt eine Studie aus den USA.
Weiterlesen ...

Durch die Gründung von zwei neuen psychotherapeutischen Hochschulambulanzen hat die Universität Mannheim zusätzliche Versorgungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Erkrankungen geschaffen.
Weiterlesen ...

Das Mikrobiom von Mund und Dünndarm beeinflusst mit, wie stark Menschen mit vergleichbaren Erdnuss-spezifischen IgE-Spiegeln auf das Allergen reagieren. Das haben kanadische Wissenschaftler herausgefunden.
Weiterlesen ...

TERMINE:

39. Jahrestagung der Gesellschaft für Angeborene Stoffwechselstörungen
25.–27. März 2026
Berlin

41. Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung
15.–18. April 2026
Köln

3rd Pediatric Exercise Oncology Congress
16.–17. April 2026
Mainz

Kompaktkurs Pädiatrische Pneumologie
17.–18. April 2026
Ulm

XXXIX. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
22.–25. April 2026
Würzburg

 
 

„KOMPAKT KINDER- UND JUGENDMEDIZIN“ ist ein Titel der Biermann Verlag GmbH in Köln. Sie erhalten diese E-Mail, da Sie für diesen Newsletter angemeldet sind. Sie können in unserem Fachportal weitere Newsletter zu verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abonnieren. Sollten Sie kein Interesse mehr an diesem Newsletter haben, können Sie sich hier abmelden. Haben Sie Fragen oder Anregungen zu unseren Themen und Inhalten, freuen wir uns auf Ihre E-Mail: [email protected]. Bitte beachten Sie, dass dieser Newsletter nur Angehörigen der Heilberufe gemäß HWG §10 zugänglich gemacht werden darf; das gilt auch für das Weiterempfehlen und Weiterleiten.

Impressum: Biermann Verlag GmbH | MedCon Health Contents GmbH | HRB Bonn 11110 | HRB Köln 78926

Geschäftsführer: Dr. med. Hans Biermann

Hier vollständiges Impressum aufrufen