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Liebe Leserinnen und Leser,
während der Corona-Pandemie zeigten Kinder, selbst wenn sie nur leicht an COVID-19 erkrankt waren, Wochen nach der Infektion Symptome, die denen des Kawasaki-Syndroms ähnelten, aber schwerer waren. Die Fachwelt bezeichnete die bislang unbekannte Erkrankung, die mit anhaltend hohem Fieber, gastrointestinalen Symptomen, aber auch Peri- und Myokarditis einhergehen kann, als Pädiatrisches Inflammatorisches Multisystem-Syndrom (PIMS) oder MIS-C für Multisystem Inflammatory Syndrome in Children. Die genaue Ursache von PIMS konnte bislang nicht geklärt werden, der zeitliche Zusammenhang zu COVID-19 legt jedoch eine kausale Rolle des SARS-CoV-2-Virus nahe.
Auch die Behandlungsmöglichkeiten für PIMS sind derzeit begrenzt. Einige Patienten erhalten allgemeine entzündungshemmende Medikamente, aber bei vielen treten die Symptome nach Abschluss der Behandlung wieder auf. In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass virales Spike-Protein aus gastrointestinalen Reservoirs von SARS-CoV-2 in den Blutkreislauf gelangt. Vermittelt wird dieser Transport durch Zonulin, ein Protein, das die Permeabilität der Darmschleimhaut beeinflusst. Daher haben Forschende des Mass General Brigham in Boston, USA, in einer kleinen Studie mit zwölf PIMS-Patienten den experimentellen Zonulin-Antagonisten Larazotid getestet. Ursprünglich zur Behandlung von Zöliakie entwickelt, erwies sich das synthetische Peptid als sicher und wirksam. Kinder, die damit behandelt wurden, zeigten ein rascheres Abklingen der gastrointestinalen Symptome, eine schnellere Clearance des Spike-Antigens und eine schnellere Rückkehr zu ihren gewohnten Aktivitäten. Die Forschenden wollen nun größere Studien anstoßen und untersuchen, ob sich Larazotid auch zur Behandlung von Long-COVID eignet.
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