Nieren- und Harnleitersteine: Perkutane Nephrolithotomie für betroffene Kinder und Jugendliche angenehmer11. August 2025 Foto: © Om-Yos/stock.adobe.com Laut einer neuen Studie zeigt die perkutane Nephrolithotomie (PCNL) bei von Nieren- und Harnleitersteinen betroffenen Kindern und Jugendlichen eine ähnliche Steinfreiheitsraten wie die Ureteroskopie, ist aber angenehmer. Basierend auf Expertenkonsens empfehlen US-amerikanische klinische Leitlinien für Kinder und Jugendliche mit Nierensteinen von ≥20 mm Durchmesser eine perkutane Nephrolithotomie (PCNL) oder extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL), ohne die Ureteroskopie als Alternative zu erwähnen. Eine prospektive Kohortenstudie hat nun die klinischen und von Patienten berichteten Ergebnisse der PCNL mit denen der Ureteroskopie bei Kindern und Jugendlichen mit Nieren- und/oder Harnleitersteinen verglichen. Die Autoren kommen in der Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ zu dem Schluss, dass die PCNL allgemein ähnliche Steinfreiheitsraten zeigt wie die Ureteroskopie, für die betroffenen Kinder und Jugendlichen aber angenehmer ist und speziell bei Nierensteinen größer als 15 mm eine größere Steinfreiheitsrate erzielt. Geringere Schmerzintensität An der Studie, die an 31 medizinischen Zentren in den USA und Kanada durchgeführt wurde, nahmen 1039 Patienten teil (medianes Alter 15,6 Jahr; IQR, 12,5–17,3; 60,5% weiblich; 3,8% schwarzer Hautfarbe; 12,3% hispanischer Herkunft; 76,2% weißer Hautfarbe). Diese wurden zwischen März 2020 und Juli 2023 wegen Nieren- und/oder Harnleitersteinen operiert. Dabei führten 126 Urologen eine PCNL an 98 Nieren und/oder Harnleitern und eine Ureteroskopie bei 1069 Patienten durch, darunter 36 PCNL und 43 Ureteroskopien bei Steinen >15 mm. Zielparameter der Studie war die Steinausscheidung, bewertet mittels Ultraschall 6±2 Wochen nach der Operation. Sekundäre Endpunkte umfassten die von den Patienten berichteten Ergebnisse eine Woche nach der Operation. Das Ergebnis: Die mit den beiden Verfahren erzielten Steinfreiheitsraten betrugen 67,2 Prozent (95%-KI 46,0–88,4) für die PCNL und 73,4 Prozent (95%-KI 69,4–77,4) für die Ureteroskopie. Der Unterschied, war statistisch nicht signifikant (Risikodifferenz -6,2%; 95%-KI -27,7 bis 15,4). Bei Steinen >15 mm betrug die Steinfreiheitsrate 94,0% (95%-KI 83,3–100) für die PCNL und 55,0 Prozent (95%-KI 32,9–77,1) für die Ureteroskopie (Risikodifferenz 39,0%; 95%-KI 14,4–63,5). Im Vergleich zur Ureteroskopie ging die PCNL mit einer signifikant geringeren Schmerzintensität (T-Score-Unterschied -5,42; 95%-KI -10,38 bis -0,46) und Schmerzbeeinträchtigung (T-Score-Unterschied -5,88; 95%-KI -11,02 bis -0,75) einher. Die Patienten berichteten eine Woche nach der Operation außerdem über signifikant weniger Angst (T-Score-Unterschied -5,74; 95%-KI -9,26 bis -2,22), psychisches Stresserleben (T-Score-Unterschied -7,90; 95 Prozent KI -13,13 bis -2,67), Schlafstörungen (T-Score-Unterschied, -5,57; 95%-KI -8,56 bis -2,58) und Harnwegsbeschwerden (Symptom-Score-Unterschied -6,37; 95%-KI -11,71 bis -1,03). Weitere Studien empfohlen Die Autoren empfehlen weitere prospektive klinische Studien mit ausreichender Aussagekraft, um diese Ergebnisse zu bestätigen. (BIERMANN/ej)
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