Die optimale Dosis von Methylprednisolon zur Behandlung der schweren Mycoplasma-pneumoniae-Pneumonie12. August 2025 Weltweit steigt die Zahl der Mycoplasma-pneumoniae-Pneumonien. (Foto: © Yurii Kibalnik – stock.adobe.com) Um Lungenläsionen bei Kindern mit schwerer Mycoplasma-pneumoniae-Pneumonie vorzubeugen, ist die Verabreichung von niedrig dosierten Glukokortikoiden ausreichend, ebenso wirksam und sicherer als eine hochdosierte Verabreichung. Das zeigt eine aktuelle Studie chinesischer Wissenschaftler in „Pediatric Investigation“. Eine Infektion mit Mycoplasma pneumoniae ist die Hauptursache für ambulant erworbene Lungenentzündungen bei Kindern ab fünf Jahren. Die Inzidenz von M. pneumoniae-Pneumonien (MPP) steigt weltweit an, wobei etwa 42,6 Prozent der MPP-Fälle als schwer eingestuft werden. Die primäre Behandlung von MPP erfolgt mit Makrolid-Antibiotika. Da Entzündungen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten einer schweren MPP spielen, werden die Antibiotika häufig mit Glukokortikoiden wie Methylprednisolon kombiniert. Obwohl die Zugabe von Glukokortikoiden Lungenläsionen durch schwere MPP wirksam verhindert, gibt es bislang keine eindeutigen evidenzbasierten Erkenntnisse zur optimalen wirksamen Dosis. Um diese Wissenslücke zu schließen, haben chinesische Forschende eine multizentrische, randomisierte klinische Studie durchgeführt, um niedrige und hohe Dosierungen von Methylprednisolon in Kombination mit Azithromycin als Therapie für schwere MPP bei Kindern zu vergleichen. Zahl schwerer M.-pneumoniae-Pneumonien steigt weltweit „Die erste globale prospektive Überwachungsstudie zu M. pneumoniae an 45 Standorten in 24 Ländern hat einen signifikanten Anstieg schwerer Fälle und extrapulmonaler Manifestationen nach drei Jahren COVID-19-Pandemie gezeigt“, berichtet Prof. Baoping Xu vom Beijing Children’s Hospital und der Capital Medical University in Peking, China. Daher sei es unerlässlich, die optimale Therapie zu ermitteln, die die Prognose verbessert und nur minimale Nebenwirkungen hat. Dafür teilten die Forschenden die Studiengruppe, die 424 pädiatrische Patienten mit schwerem MPP umfasste, in zwei Behandlungsgruppen auf: Eine Gruppe erhielt eine niedrige Dosis Methylprednisolon (2 mg/kg/d) in Kombination mit Azithromycin, während die andere Gruppe eine hohe Dosis Methylprednisolon (10 mg/kg/d) mit Azithromycin erhielt. Die primären Endpunkte dieser Studie waren das Auftreten unerwünschter Ereignisse sechs Monate nach der Behandlung. Höheres Risiko unter höherer Dosierung Insgesamt entwickelten 118 (27,8%) Patienten sechs Monate nach der Behandlung unerwünschte Lungenläsionen – 66/211 (31,3%) in der Gruppe mit hoher Methylprednisolon-Dosis und 52/213 (24,4%) in der Gruppe mit niedriger Dosis. Das Risiko für langfristige Lungenläsionen war in der Hochdosisgruppe 1,28-mal höher als in der Niedrigdosisgruppe (95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,94–1,75). Darüber hinaus war das Risiko für Bluthochdruck in der Hochdosisgruppe (8,1%) höher als in der Niedrigdosisgruppe (1,4%), mit einem Risikoverhältnis von 5,72 (95%-KI 1,70–19,23). Außerdem zeigte die Hochdosisgruppe nur eine minimale Verringerung der langfristigen Lungenläsionen, und die Verbesserungen der klinischen Ergebnisse waren nicht sehr ausgeprägt. Makrolid-resistente M.-pneumoniae-Stämme bereiten Sorge Entsprechend resümieren die Autoren, dass Azithromycin in Kombination mit niedrig dosiertem Methylprednisolon bei der Vorbeugung von Lungenläsionen genauso wirksam ist wie die Hochdosis, aber ein besseres Sicherheitsprofil mit weniger Nebenwirkungen aufweist. Den Forschenden zufolge sind die Ergebnisse ihrer Studie auf mit Blick auf Makrolid-resistente M. pneumoniae-Stämme von Bedeutung, die zunehmend Anlass zur Sorge geben. „Entzündungsreaktionen sind einer der wichtigsten Mechanismen, die zu schwerem MPP führen, was zusätzliche therapeutische Herausforderungen mit sich bringt. Studien haben gezeigt, dass die therapeutische Wirksamkeit von Makroliden stark reduziert ist, was möglicherweise zu schlechteren Ergebnissen beiträgt“, erklärte Xu. Die Autoren vermuten, dass Kortikosteroide in dieser Situation eine entscheidende Rolle spielen und in Kombination mit Antibiotika zur Verbesserung der Prognose der Patienten beitragen können. (BIERMANN/ej)
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