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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Ihre Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, kontrollieren oder still zu sitzen, können zu ernsthaften Problemen in der Familie und im Schulalltag führen. Mittel der Wahl, um den Betroffenen zu helfen, sind Stimulanzien und Psychotherapie. Doch Therapieplätze sind rar und viele Eltern machen sich Sorgen, welche Auswirkungen die Medikamente langfristig haben könnten. Therapiealternativen sind also gefragt. Zu diesen zählt die Trigeminusstimulation (TNS), die zumindest in den USA auf Grundlage einer kleinen Studie zugelassen wurde. Über Klebeelektroden wird dabei nachts ein Ast des Gesichtsnervs stimuliert, von dem angenommen wird, dass er den Hirnstamm und von dort aus andere Gehirnregionen aktiviert, die für ADHS relevant sein könnten. Ein britisches Forscherteam hat diese Hypothese nun an einer größeren Gruppe Kinder getestet und konnte keine Hinweise auf eine positive Wirkung der TNS auf die ADHS-Symptomatik finden. Schade, denn gerade für ältere Kinder und Jugendliche, die bekanntlich Schwierigkeiten mit einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme haben, wäre eine alternative Behandlungsform sehr willkommen.
ADHS, aber auch ein hoher Medienkonsum können bei Kindern und Jugendlichen zu Schlafstörungen führen, die wiederum die emotionale Regulierung und kognitive Entwicklung beeinträchtigen. Auf der Suche nach einer vermeintlich einfachen und „natürlichen“ Lösung des Problems greifen Eltern zunehmend zu freiverkäuflichen melatoninhaltigen Produkten wie Gummibärchen. Im Jahr 2024 hatte die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) bereits ausdrücklich vor der unkontrollierten Gabe von Melatonin ohne ärztliche Verordnung gewarnt. Nun beleuchtet auch eine aktuelle Übersichtsarbeit die weltweit zunehmende Verwendung von Melatonin insbesondere bei jüngeren Kindern. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass hier weiterhin erhebliche Sicherheitsbedenken außerhalb kontrollierter klinischer Umgebungen bestehen, und rät Eltern zu altersgerechten Einschlafroutinen und reduzierter Bildschirmzeit für ihre Kinder.
Eine aufschlussreiche Lektüre wünscht Ihnen
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