Ausgabe 30/2026

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Freitag, 24. Juli 2026

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit der Entdeckung des Penicillins und damit des ersten wirksamen Antibiotikums durch Alexander Fleming im Jahr 1928 verloren zuvor oft tödlich verlaufende bakterielle Infektionen ihren Schrecken. Dass Wundinfektionen, Lungenentzündung und Meningitis plötzlich behandelbar waren, rettete Millionen Menschen das Leben. Davon profitieren wir auch heute noch, doch der übermäßige und unsachgemäße Gebrauch der wertvollen Arzneimittel hat eine ganz neue Gefahr erwachsen lassen: Inzwischen stellen antimikrobielle Resistenzen (AMR) eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit dar, wovor ein internationales Forschungsnetzwerk schon 2024 eindringlich gewarnt hat.

Durch AMR besonders gefährdet sind Frühgeborene und schwer kranke Kinder auf Intensivstationen, wie ein australisches Forscherteam berichtet. Dieses hatte mehr als 100.000 Infektionsproben von Kindern aus 82 Ländern untersucht und festgestellt, dass AMR zwischen 2004 und 2022 in jeder Weltregion zugenommen haben. Diese Entwicklung wird vor allem durch gram-negative Bakterien wie Acinetobacter baumannii vorangetrieben, die für schwere Infektionen wie Sepsis und Pneumonien verantwortlich sind. Den schnellsten AMR-Anstieg verzeichneten die Forscher bei Klebsiella-Stämmen.

Um einen sachgemäßen Einsatz von Antibiotika zu fördern und so der Entwicklung von Resistenzen entgegenzuwirken, hatte die WHO die verfügbaren Wirkstoffe bereits im Jahr 2019 in die drei AWaRe-Gruppen eingeteilt. Doch was nützt die schönste Gruppierung, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden? So haben Forschende beispielsweise aufgedeckt, dass in den meisten Länder zu viele „Watch“-Antibiotika aus der mittleren Kategorie eingesetzt werden, während „Access“-Präparate zu selten zum Einsatz kommen. Dies gilt auch für Deutschland, dem die Forschenden einen zwar insgesamt nur leicht erhöhten, aber deutlich erhöhten Verbrauch von „Watch“-Antibiotika bescheinigen.

Welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wie es zu dieser Entwicklung kommt, können Sie im Newsletter nachlesen. Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen




   Ihre
   Eva Junker

 

 
 
Alarmierende Zunahme von Antibiotikaresistenzen bei Kindern

Alarmierende Zunahme von Antibiotikaresistenzen bei Kindern

Eine neue globale Monitoring-Plattform warnt vor einer signifikanten Zunahme der Antibiotikaresistenzen in den kommenden zehn Jahren. Besonders gefährdet sind dadurch Neugeborene und schwerkranke Kinder auf Intensivstationen.

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Kinder mit Wachstumshormontherapie wollen vor allem eins: Nicht immer an ihre Injektionen denken müssen. Sogroya® (Somapacitan) bietet Patienten mehr Freiheit im Leben,1 ohne Kompromisse bei der Therapie – denn Sogroya® bietet eine vergleichbare Effektivität und Sicherheit wie tägliches Wachstumshormon2–5 – bei 313 injektionsfreien Tagen pro Jahr.6

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Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt

Antibiotika werden weltweit nicht optimal eingesetzt. So würden einfache Mittel für häufige bakterielle Infektionen zu wenig genutzt, in ärmeren Ländern erhalten Patienten oft nicht die Mittel, die bei schweren Infektionen nötig sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in „The Lancet Public Health“.

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Frühe hormonelle Veränderungen beeinflussen psychische Symptome geschlechtsspezifisch

Frühe hormonelle Veränderungen beeinflussen psychische Symptome geschlechtsspezifisch

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen haben Daten einer Langzeitstudie ausgewertet und gezeigt, dass frühe hormonelle Veränderungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren mit der Entwicklung psychischer Symptome zusammenhängen können – und zwar geschlechtsspezifisch. Die Studie wurde kürzlich in „Translational Psychiatry“ veröffentlicht.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Cisplatin-induzierten Hörverlust vermeiden, einschließlich der Einführung von Natriumthiosulfat als Otoprotektivum in die klinische Routineversorgung von Kindern: Ergebnisse auf der Basis von Evidenz und Expertenmeinungen der Ototoxizitäts-Arbeitsgruppe des SIOP Supportive Care Network.
Ear Hear 26.06.2026

Inzidenz und Risikofaktoren für Blutungen bei Kindern nach einer Tonsillektomie: Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
BMC Pediatr 20.07.2026

Vom frühen Trauma bis zur Selbstverletzung: Ein paralleles und serielles Mediationsmodell zu Selbstwirksamkeit, psychischer Resilienz und Depression bei Jugendlichen.
Sci Rep 20.07.2026

Clesrovimab bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf während zweier RSV-Saisonen – Eine randomisierte klinische Studie.
JAMA Pediatr 20.07.2026

 
 

Ewigkeits-Chemikalien: Zusammenhang mit Darmentzündungen im Kindesalter festgestellt

Laut einem Forscherteam aus den USA gibt es einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) während der Schwangerschaft beziehungsweise früh im Leben und verstärkter Darmentzündung im Kindesalter.

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Sarkom: Dresdner Team entwickelt bildgestützte molekulare Therapie

Sarkom: Dresdner Team entwickelt bildgestützte molekulare Therapie

Für die möglichst vollständige Entfernung selbst kleinster Reste von Sarkomen verfolgen Dresdner Forscher einen neuartigen Weg: Mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und moderner Infrarot-Bildgebung sollen verbliebene Tumorzellen während der Operation sichtbar gemacht und entfernt werden. Ist dies nicht möglich, kommt in einem zweiten Schritt eine molekular gezielte Alpha-Strahlentherapie zum Einsatz.

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KURZMELDUNGEN:

In Deutschland bewegen sich 51 Prozent der Zwölfjährigen weniger als 60 Minuten am Tag, bei den Acht- bis Elfjährigen sind es 42 Prozent, wie eine Umfrage der ADAC Stiftung zeigt.
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Prof. Antje Körner ist in Mexico City als erste deutsche Wissenschaftlerin mit dem Willendorf Award der Welt-Adipositas-Föderation (World Obesity Federation) ausgezeichnet worden.
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Seit Juli 2026 erforscht Dr. Sina Neyaziam am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg den Stoffwechsel aggressiver Hirntumoren bei Kindern. Ziel sind gezieltere Therapieansätze.
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TERMINE:

54. Interdisziplinärer Herbst–Seminar–Kongress für Entwicklungs- und Sozialpädiatrie
2.–5. September 2026
Brixen (Italien)

Das EEG im Kindesalter an zwei Wochenenden
2.–5. September 2026 und
6.–7. November 2026
Oberhausen

33rd Europaen Paediatric Rheumatology Congress
16.–19. September 2026
Belgrad (Serbien)

Adipositaskongress
23.–25. September 2026
Potsdam

 
 

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