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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit der Entdeckung des Penicillins und damit des ersten wirksamen Antibiotikums durch Alexander Fleming im Jahr 1928 verloren zuvor oft tödlich verlaufende bakterielle Infektionen ihren Schrecken. Dass Wundinfektionen, Lungenentzündung und Meningitis plötzlich behandelbar waren, rettete Millionen Menschen das Leben. Davon profitieren wir auch heute noch, doch der übermäßige und unsachgemäße Gebrauch der wertvollen Arzneimittel hat eine ganz neue Gefahr erwachsen lassen: Inzwischen stellen antimikrobielle Resistenzen (AMR) eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen unserer Zeit dar, wovor ein internationales Forschungsnetzwerk schon 2024 eindringlich gewarnt hat.
Durch AMR besonders gefährdet sind Frühgeborene und schwer kranke Kinder auf Intensivstationen, wie ein australisches Forscherteam berichtet. Dieses hatte mehr als 100.000 Infektionsproben von Kindern aus 82 Ländern untersucht und festgestellt, dass AMR zwischen 2004 und 2022 in jeder Weltregion zugenommen haben. Diese Entwicklung wird vor allem durch gram-negative Bakterien wie Acinetobacter baumannii vorangetrieben, die für schwere Infektionen wie Sepsis und Pneumonien verantwortlich sind. Den schnellsten AMR-Anstieg verzeichneten die Forscher bei Klebsiella-Stämmen.
Um einen sachgemäßen Einsatz von Antibiotika zu fördern und so der Entwicklung von Resistenzen entgegenzuwirken, hatte die WHO die verfügbaren Wirkstoffe bereits im Jahr 2019 in die drei AWaRe-Gruppen eingeteilt. Doch was nützt die schönste Gruppierung, wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden? So haben Forschende beispielsweise aufgedeckt, dass in den meisten Länder zu viele „Watch“-Antibiotika aus der mittleren Kategorie eingesetzt werden, während „Access“-Präparate zu selten zum Einsatz kommen. Dies gilt auch für Deutschland, dem die Forschenden einen zwar insgesamt nur leicht erhöhten, aber deutlich erhöhten Verbrauch von „Watch“-Antibiotika bescheinigen.
Welche Konsequenzen sich daraus ergeben und wie es zu dieser Entwicklung kommt, können Sie im Newsletter nachlesen. Eine aufschlussreiche Lektüre und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
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