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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Kinder- und Jugendmedizin,
einer OECD-Studie zufolge verbringen deutsche Teenager täglich rund sieben Stunden mit sozialen Medien – das sind fünf Stunden mehr, als die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung als Obergrenze empfiehlt, und auch deutlich mehr als in anderen Ländern. Das bereitet nicht nur den Eltern der Kinder und Jugendlichen Sorgen, sondern auch vielen Experten, die die physische, vor allem aber die psychische Gesundheit der jungen Generation durch den hohen Medienkonsum in Gefahr sehen. Australien zieht angesichts dieser Entwicklung nun die Notbremse und verbietet Jugendlichen unter 16 die Nutzung von TikTok, Instagram und Co. Was Eltern hierzulande sicher auch begrüßen würden, ist unter Experten allerdings umstritten. So stehen einem generellen Nutzungsverbot der verschiedenen Plattformen bis zu einem bestimmten Alter das Recht auf Teilhabe, Datenschutzgründe und auch mangelnde wissenschaftliche Evidenz zur sinnvollen Altersgrenze entgegen. Viele sehen auch die Plattformanbieter in der Pflicht, ihre Nutzer zu schützen – rein technisch wäre das bestimmt kein großes Problem. Und dann sind da noch die Jugendlichen selbst, von denen viele längst Profis darin sind, die von besorgten Eltern eingerichteten Sperren und Filter zu umgehen. Da hilft wohl nur eines: die gesellschaftliche Pflicht, Kindern schon so früh wie möglich die notwendige Medienkompetenz zu vermitteln.
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Eine aufschlussreiche Lektüre und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen
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