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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gewohnte Behandlungspfade helfen, den täglichen Ansturm auf die Praxis zu bewältigen. Die Erkenntnisse aus drei aktuellen Studien liefern nun allerdings konkrete Anlässe und Ansätze, neue Wege einzuschlagen, um die Versorgung noch wirksamer und schonender zu gestalten. So zeigt eine systematische Übersichtsarbeit, dass orale Antihistaminika, die bei Atopischer Dermatitis oft standardmäßig gegen Juckreiz verschrieben werden, keine klinisch relevante Verbesserung des Ekzems oder des Pruritus bewirken. Das gilt selbst für Präparate der zweiten Generation. Stattdessen beeinträchtigen vor allem Wirkstoffe der ersten Generation die Kognition der jungen Patienten deutlich – manchmal bis zu mehreren Tagen lang. Um die Belastung durch den Juckreiz zu senken, raten die Autoren vielmehr zum konsequenten Einsatz wirksamer Basistherapien mit Feuchtigkeitspräparaten und topischen Entzündungshemmern.
Auch chronische Migräne beeinträchtigt den Alltag von Jugendlichen massiv – mit negativen Folgen für die Schullaufbahn, die soziale Entwicklung und das allgemeine Wohlbefinden. Obwohl für Onabotulinumtoxin A in dieser Altersgruppe keine offizielle Zulassung vorliegt, liefert eine neue Studie robuste Argumente für dessen Off-Label-Einsatz nach dem PREEMPT-2-Protokoll bei entsprechend ausgewählten Patienten. Mehr als ein Viertel der Jugendlichen sprach nach nur zwei Behandlungen mit einer über 50-prozentigen Reduktion der Kopfschmerztage an. Zudem verbesserte sich die alltägliche Funktionsfähigkeit signifikant.
Ebenfalls hochwirksam und sogar für Kinder ab sechs Jahr zugelassen ist die Dreifachtherapie Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaftor (ETI) bei Mukoviszidose. Einzelzellanalysen durch Forschende der Charité zeigen nun, wie tiefgreifend die Wirkstoffkombination die Atemwegsschleimhaut stabilisiert: Sie normalisiert den Anteil CFTR-positiver Schleimhautzellen und dämpft entzündliche Aktivitätsmuster. Da jedoch nicht alle molekularen Störungen vollständig korrigiert werden, plädieren die Forscher für einen noch früheren Therapiebeginn vor dem sechsten Lebensjahr, um irreversible Gewebeschäden von Anfang an zu begrenzen.
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