Botulinumtoxin A hilft bei chronischer Migräne im Kindes- und Jugendalter26. August 2026 Symbolbild: © Africa Studio/stock.adobe.com Eine prospektive Studie zeigt, dass Botulinumtoxin A die Häufigkeit von Kopfschmerzen sowie die kopfschmerzbedingte Beeinträchtigung bei Kindern und jungen Erwachsenen mit chronischer Migräne verringern kann. Die in der Fachzeitschrift „Pediatric Neurology“ veröffentlichte Studie untersuchte 45 Patienten im Alter von 12 bis 22 Jahren mit chronischer Migräne, die in der Headache Clinic des Children’s National (USA) OnatobotulinumtoxinA-Injektionen gemäß dem PREEMPT-2-Protokoll (Phase II Research Evaluating Migraine Prophylaxis Therapy) erhielten. Während OnatobotulinumtoxinA von der FDA als vorbeugende Behandlung für Erwachsene mit chronischer Migräne zugelassen ist, liegt für die Behandlung von Migräne bei Kindern und Jugendlichen keine Zulassung vor; Grund hierfür ist die begrenzte und uneinheitliche Datenlage in dieser Altersgruppe. Verbesserungen bei Kopfschmerztagen und Alltagsbelastung „Unsere Studie hilft dabei, eine wichtige Lücke in der Datenlage zu schließen“, berichtet Dr. Jeffrey Strelzik, Leiter des Headache Injection Program am Children’s National und einer der leitenden Autoren der Studie. „Indem sie eine Verringerung sowohl der Kopfschmerzhäufigkeit als auch der Beeinträchtigung aufzeigen, tragen diese Ergebnisse zur wachsenden Zahl von Studien bei, die den Einsatz von OnatobotulinumtoxinA bei entsprechend ausgewählten pädiatrischen Patienten unterstützen.“ Nach einer Behandlung erreichten 27 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Reduktion der Kopfschmerztage um mehr als 50 Prozent. Bei denjenigen, die zwei Behandlungen erhielten, lag dieser Anteil bei 33 Prozent. Auch bei Personen mit täglich auftretender chronischer Migräne zeigte sich ein entsprechender Effekt: 22 Prozent verzeichneten nach einer Behandlung eine Verringerung der Kopfschmerztage um mehr als 50 Prozent. Neben der Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit senkte Botulinumtoxin A signifikant die kopfschmerzbedingte Beeinträchtigung – gemessen anhand des Headache Impact Test (HIT-6) –, was auf deutliche Verbesserungen der alltäglichen Funktionsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten schließen lässt. „Chronische Migräne kann tiefgreifende Auswirkungen auf die schulische Bildung, die soziale Entwicklung und das allgemeine Wohlbefinden eines Kindes haben“, erläutert Strelzik. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Botulinumtoxin A eine wirksame Behandlungsoption für pädiatrische Patienten mit chronischer Migräne darstellen kann, einschließlich jener, die täglich unter Kopfschmerzen leiden.“ Weitere Studien sollen Einsatz bei Kindern absichern Das Children’s National verfügt über ein spezialisiertes Kopfschmerzprogramm für Kinder und Jugendliche mit chronischer Migräne. Dort werden unter anderem OnatobotulinumtoxinA-Injektionen, periphere Nervenblockaden sowie weitere Verfahren eingesetzt. Zudem erhalten Patientinnen und Patienten Zugang zu klinischen Studien mit neuen Therapieansätzen, darunter gegen CGRP gerichtete Behandlungen. Nach Ansicht der Forschenden sind weitere Studien erforderlich, um genauer zu bestimmen, welche Patienten am ehesten von der Behandlung profitieren, und um die wissenschaftliche Datenbasis zu erweitern, die für einen verbesserten Zugang zur Therapie für Kinder mit chronischer Migräne notwendig ist. (lj/BIERMANN)
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