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Liebe Leserinnen und Leser,
wer die unsäglichen Qualen einer nicht erwiderten oder den unbeschreiblichen Schmerz einer verlorenen Liebe kennt, glaubt zu wissen, wie sich ein gebrochenes Herz anfühlt. Die meisten Menschen kommen früher oder später über ihren Verlust hinweg. Doch manch ein Herz geht an der Trauer schier zugrunde.
Das Takotsubo-Syndrom – auch bekannt als „Broken-Heart-Syndrom“ – beschreibt eine akute Herzmuskelerkrankung, die häufig durch starken emotionalen oder körperlichen Stress ausgelöst wird. Betroffen sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Auf den ersten Blick sind die Symptome nahezu identisch mit denen eines Herzinfarktes. Deshalb ist die Diagnose schwierig und bisweilen nur mit einer invasiven Herzkatheteruntersuchung möglich.
Denn anders als bei einem klassischen Herzinfarkt liegen bei Patientinnen und Patienten mit einem „gebrochenen Herzen“ oftmals keine kardiovaskulären Risikofaktoren vor und die Herzkranzgefäße sind frei. Stattdessen handelt es sich um eine Sonderform der Herzinsuffizienz, bei der die linke Herzkammer eine eingeschränkte Pumpfunktion aufweist. Die Silhouette der linken Herzkammer ähnelt dabei der traditionellen japanischen Tintenfischfalle, dem „Oktopus-Topf“ (Tako-Tsubo). Romantisch, oder?
Aber Spaß beiseite. Inzwischen weiß man, dass das Takotsubo- oder Broken-Heart-Syndrom eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Umso wichtiger ist, diese frühzeitig erkennen zu können. Ein Züricher Forschungsteam hat nun einen diagnostischen Biomarker-Score entwickelt, der genau das ermöglichen soll. Der BioTAK-Score berücksichtigt das Geschlecht und basiert auf Blutbiomarkern. Mit seiner Hilfe konnten in der Schweizer Studie bereits vor einer Herzkatheteruntersuchung knapp 90 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt richtig eingeordnet werden. Gleichzeitig gewährt der Score neue Einblicke in die pathophysiologischen Grundlagen der Erkrankung.
Ob bei akuten Brustschmerzen überhaupt ein Herzinfarkt vorliegt und wie schnell sich dieser bestätigen oder ausschließen lässt, ist ebenfalls Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten. Dennoch bleiben Sie (und ich) hoffentlich von jeglichem Herzschmerz vorerst verschont. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern und eine gute restliche Woche wünscht Ihnen
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