Ausgabe 16/2026

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Mittwoch, 15. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

molekulargenetische Analysen sind bereits fester Bestandteil bei der Diagnostik zahlreicher Erkrankungen. Und wo sie es noch nicht sind, so scheint es, wollen sie es auf jeden Fall noch werden. Aktuellen Daten zufolge mag dieser Anspruch gerechtfertigt sein.

Prostatakrebs wird beispielsweise immer noch häufig anhand des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) diagnostiziert. Allerdings können mit etablierten Schwellenwerten nicht alle Karzinome zuverlässig erfasst und auf Basis erhöhter PSA-Werte nicht zwischen aggressiven und indolenten Tumoren unterschieden werden. Der Stockholm3-Test könnte die Früherkennung von klinisch relevanten Prostatakarzinomen womöglich optimieren. Denn neben blutbasierten Proteinmarkern beinhaltet der Test mitunter auch die Analyse genetischer Marker (SNPs). Der resultierende Risikoscore erfasst somit auch aggressive Karzinome, die mit niedrigen PSA-Werten einhergehen. Liegen bei erhöhten PSA-Werten wiederum niedrige Stockholm3-Scores vor, so könnte möglicherweise auf eine Biopsie verzichtet werden.

Wie wichtig molekulargenetische Untersuchungen vor allem bei seltenen Erkrankungen sein können, zeigt eine aktuelle Studie des Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Durch umfassende Analysen konnte Betroffenen mit einem seltenen und besonders aggressiven Weichteiltumor teils nicht nur erstmals eine vollständige Diagnose erteilt werden. Nahezu alle Teilnehmenden erhielten auf Grundlage der Daten auch eine personalisierte Therapieempfehlung. In drei Fällen konnten dadurch überraschende Behandlungsergebnisse erzielt werden.

Welche Überraschungen die Forschung sonst noch bereithält, erfahren Sie wie immer in diesem Newsletter oder auf unserem Nachrichtenportal. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und einen geschmeidigen Start in den Frühling!




   Dr. Milo Klesse
   Redaktion Labormedizin

 

 
 
Stockholm3-Score hilft bei der Entdeckung von klinisch relevantem Prostatakrebs

Stockholm3-Score hilft bei der Entdeckung von klinisch relevantem Prostatakrebs

Der Stockholm3-Score zur Erkennung klinisch relevanter Prostatakarzinome (PCa) hat laut den Neun-Jahres-Ergebnissen der STHLM3-Studie Vorteile gegenüber dem PSA-Test gezeigt: Aggressive PCa seien besser erkannt und Überdiagnosen reduziert worden, berichten Hari T. Vigneswaran und Kollegen in „European Urology“.

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Molekulare Analysen könnten Behandlungschancen bei seltenem Weichteiltumor erhöhen

Der desmoplastische klein- und rundzellige Tumor ist selten, aggressiv und schwer zu behandeln. Forschende aus Heidelberg haben 30 Tumoren umfassend analysiert und für fast alle Betroffenen potenzielle personalisierte Therapieoptionen abgeleitet – mit teils überraschendem Erfolg.

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Genetische Tests könnten Diagnostik von erblichen Nierenerkrankungen ergänzen

Genetische Tests könnten Diagnostik von erblichen Nierenerkrankungen ergänzen

Eine aktuelle Studie aus China hat erbliche Nierenerkrankungen in der chinesischen Bevölkerung untersucht. Bei 31 Prozent der ausgewählten chinesischen Familien konnte eine molekulargenetische Diagnose gestellt werden.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Die fragmentomische Flüssigbiopsie ermöglicht die Früherkennung von Brustkrebs, die molekulare Subtypisierung und die Beurteilung der Lymphknoten
Nat Commun, 06.03.2026

Ungewöhnlicher Fall eines arzneimittelinduzierten Überempfindlichkeitssyndroms mit multiplen atypischen histopathologischen Befunden
Am J Dermatopathol, 06.04.2026

Umfangreiche Exomanalysen enthüllen die Rolle neuer seltener Varianten bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS)
Nat Genet 31.03.2026

Erhöhte Anzahl von CD103+ T-Lymphozyten in Lymphknoten als Marker für die Metastasierung nicht-hämatopoetischer Malignome
J Clin Pathol, 07.04.2026

 
 

Ein Bluttest könnte die Behandlung von Brustkrebs bei älteren Frauen besser anpassen

Eine amerikanische Studie zeigt, dass ein Bluttest die Behandlungsentscheidungen für eine sorgfältig ausgewählte Gruppe von Frauen ab 70 Jahren mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs unterstützen kann. Diese Frauen erwogen eine endokrine Therapie als primäre Behandlung und verzichteten auf Operation und Bestrahlung.

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Erbliche Thrombozytenstörungen an einem Tropfen Blut erkennen

Erbliche Thrombozytenstörungen an einem Tropfen Blut erkennen

Greifswalder Forscher haben eine vielversprechende Methode am Mikroskop entwickelt, mit der bereits Neugeborene mit nur einem Tropfen Blut auf eine angeborene Thrombozytenstörung getestet werden können. 

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NACHRICHTEN:

Für die Analyse des Tumormikrobioms braucht es standardisierte Methoden, so der Appell eines internationalen Konsensartikels.
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Eine neue Mikroskopietechnik ermöglicht eine Lipidbestimmung ohne Fluoreszenzmarkierung. Stattdessen können mit mittelinfrarotem Licht und Ultraschall auch lebende Zellen analysiert werden.
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Dank AEGIS, einer neuen Software aus Jena, kann Evolution nun virtuell und in Echtzeit am Computer simuliert werden. Dadurch wird deutlich: Das Altern ist zwar komplex, folgt aber einfachen Regeln.
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TERMINE:

12. Mitteldeutsche Laborkonferenz
23.24. April 2026
Weimar

20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik
20.22. Mai 2026
Tutzing

Deutscher Kongress für Laboratoriumsmedizin 2026
30. September – 2. Oktober 2026
Hamburg

27th European Congress of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine
16.20. Mai 2027
London (Großbritannien)

 
 

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