Ausgabe 26/2026

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Mittwoch, 24. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

guter Schlaf dürfte bei vielen Menschen in Deutschland derzeit Mangelware sein. Mehr als jeder Dritte leidet ohnehin an Schlafproblemen, wie eine Befragung des RKI zeigt. Die Gründe hierfür sind vermutlich vielfältig, von der vermehrten Smartphone-Nutzung über zu viel Stress hin zu größeren Sorgen und Ängsten aufgrund gesellschaftlicher Krisen. Dazu beschert uns die aktuelle Hitzewelle vielerorts tropische Nächte. Und vollblütige Fußballfans müssen teils unliebsame Anstoßzeiten in Kauf nehmen.

Problematisch wird die resultierende Übermüdung langfristig nicht nur für die eigene Gesundheit. Kurzfristig kann sie vor allem am Steuer zur Gefahr werden – und potenziell tödlich enden. Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat sich deshalb auf die Suche nach geeigneten Biomarkern gemacht und ist tatsächlich fündig geworden. Im Speichel von männlichen Probanden identifizierten die Forschenden zehn Biomarker, die einen akuten Schlafentzug zuverlässig anzeigen. Das patentierte Biomarker-Panel soll nun in einer groß angelegten Studie unter realitätsnahen Bedingungen validiert werden. Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Ergebnisse als Meilenstein für die forensische Forschung. Sie träumen bereits von einem Schnelltest, der im Straßenverkehr oder in der Arbeitswelt eingesetzt werden und starke Übermüdung an Ort und Stelle nachweisen könnte. Bis es wirklich so weit ist, dürften aber wohl noch einige schlaflose Nächte vergehen.

US-Forschende sind unterdessen einem anderen Ziel deutlich nähergekommen. Mit CIPHER-Seq haben sie eine Methode entwickelt, die nicht nur Transkriptom und Oberflächenproteine einer Zelle erfassen kann, sondern auch intrazelluläre Proteine – vor allem Zytokine. Die neue Einzelzell-Technologie bestätigt, dass RNA und Protein innerhalb einer Zelle nach ihrer Aktivierung zeitlich versetzt ansteigen. Die Forschenden sehen darin nun die Möglichkeit, die Dynamik von Immunantworten künftig präziser charakterisieren und beispielsweise die Entwicklung von Immuntherapien verbessern zu können.

Außerdem gibt es – wie so oft – Neuigkeiten in Sachen Künstliche Intelligenz: „Hetairos“ verspricht eine deutlich schnellere Diagnostik von Hirntumoren, während „VISTACT“ auf der Basis von Mikro-CT-Aufnahmen eine virtuelle histologische Färbung erstellt. Damit wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Behalten Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie gesund!




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Labormedizin

 

 
 
Biomarker für Übermüdung: Schlafentzug ist im Speichel messbar

Biomarker für Übermüdung: Schlafentzug ist im Speichel messbar

Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat erstmals Biomarker für starke Übermüdung im Speichel identifiziert. Bereits mit einer einzigen Speichelprobe lässt sich akuter Schlafentzug nachweisen. Die Methode könnte künftig dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr und in sicherheitskritischen Berufen zu erhöhen.

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KI erstellt virtuelle Histologie-Färbungen aus CT-Aufnahmen

Schweizer Forschende haben mit „VISTACT“ ein KI-System entwickelt, das Gewebebilder aus der Computertomografie (CT) so einfärbt, als seien klassische Gewebeschnitte erstellt worden. Dadurch könnten krankhafte Veränderungen künftig zerstörungsfrei und dreidimensional analysiert werden.

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Neue Einzelzell-Technologie erfasst RNA und Proteine gleichzeitig

Neue Einzelzell-Technologie erfasst RNA und Proteine gleichzeitig

US-Forschende haben mit CIPHER-seq eine neuartige Einzelzell-Technologie entwickelt, die RNA und Proteine in einzelnen Immunzellen gleichzeitig erfasst. Dazu zählen nicht nur Oberflächenproteine, sondern erstmals auch intrazelluläre Proteine und Zytokine.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Die Langzeitlagerung von formalinfixiertem, in Paraffin eingebettetem Gewebe beeinträchtigt das Next-Generation-Sequencing: Erfolgreiche Wiederherstellung mittels eines DNA-Reparaturenzyms.
Clin Chem 20.06.2026

SECmeres übertreffen extrazelluläre Vesikel als potenzielle RNA-Biomarker im Blut für die Alzheimer-Krankheit.
Nat Commun 22.06.2026

Bewertung von TIMP1, Transgelin-2 und Procalcitonin als Protein-Biomarker für die Diagnose und Prognose von Blutstrominfektionen bei kritisch kranken Patienten.
J Appl Lab Med 11.06.2026

3D-pathologiegestützte Mikrodissektion.
Nat Methods 22.06.2026

 
 

Digitale Pathologie: KI beschleunigt Diagnostik von Hirntumoren

Heidelberger Forschende haben ein KI-System entwickelt, das anhand digitalisierter Standardfärbungen mehr als 100 molekulare Untergruppen von Tumoren des zentralen Nervensystems erkennt und Ergebnisse innerhalb weniger Minuten liefert.

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Einfacher Bluttest deckt versteckte Risiken instabiler Koronarplaques auf

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Ein einfacher Bluttest könnte helfen, die Cholesterin-Efflux-Kapazität von High-Density-Lipoprotein zu beurteilen. Der Test könnte somit die Vorhersage des kardiovaskulären Risikos und den Einsatz präventiver Strategien verbessern.

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NACHRICHTEN:

Das WissZeitVG soll modernisiert werden. Angestrebt wird unter anderem eine bessere Verzahnung des Gesetzes mit der Facharztweiterbildung.
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Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende wertvolle Einblicke in die Mechanismen der Persistenz des Ebola-Virus gewonnen.
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Das britische National Screening Committee (UK NSC) hat sich gegen ein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening ausgesprochen.
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TERMINE:

GTH Akademie Laborkurs
3.–5. September 2026
Leipzig

Diagnostics-4-Future Conference
21.–22. Oktober 2026
Konstanz

 
 

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