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Liebe Leserinnen und Leser,
guter Schlaf dürfte bei vielen Menschen in Deutschland derzeit Mangelware sein. Mehr als jeder Dritte leidet ohnehin an Schlafproblemen, wie eine Befragung des RKI zeigt. Die Gründe hierfür sind vermutlich vielfältig, von der vermehrten Smartphone-Nutzung über zu viel Stress hin zu größeren Sorgen und Ängsten aufgrund gesellschaftlicher Krisen. Dazu beschert uns die aktuelle Hitzewelle vielerorts tropische Nächte. Und vollblütige Fußballfans müssen teils unliebsame Anstoßzeiten in Kauf nehmen.
Problematisch wird die resultierende Übermüdung langfristig nicht nur für die eigene Gesundheit. Kurzfristig kann sie vor allem am Steuer zur Gefahr werden – und potenziell tödlich enden. Ein Forschungsteam der Universität Zürich hat sich deshalb auf die Suche nach geeigneten Biomarkern gemacht und ist tatsächlich fündig geworden. Im Speichel von männlichen Probanden identifizierten die Forschenden zehn Biomarker, die einen akuten Schlafentzug zuverlässig anzeigen. Das patentierte Biomarker-Panel soll nun in einer groß angelegten Studie unter realitätsnahen Bedingungen validiert werden. Die Wissenschaftler bezeichnen ihre Ergebnisse als Meilenstein für die forensische Forschung. Sie träumen bereits von einem Schnelltest, der im Straßenverkehr oder in der Arbeitswelt eingesetzt werden und starke Übermüdung an Ort und Stelle nachweisen könnte. Bis es wirklich so weit ist, dürften aber wohl noch einige schlaflose Nächte vergehen.
US-Forschende sind unterdessen einem anderen Ziel deutlich nähergekommen. Mit CIPHER-Seq haben sie eine Methode entwickelt, die nicht nur Transkriptom und Oberflächenproteine einer Zelle erfassen kann, sondern auch intrazelluläre Proteine – vor allem Zytokine. Die neue Einzelzell-Technologie bestätigt, dass RNA und Protein innerhalb einer Zelle nach ihrer Aktivierung zeitlich versetzt ansteigen. Die Forschenden sehen darin nun die Möglichkeit, die Dynamik von Immunantworten künftig präziser charakterisieren und beispielsweise die Entwicklung von Immuntherapien verbessern zu können.
Außerdem gibt es – wie so oft – Neuigkeiten in Sachen Künstliche Intelligenz: „Hetairos“ verspricht eine deutlich schnellere Diagnostik von Hirntumoren, während „VISTACT“ auf der Basis von Mikro-CT-Aufnahmen eine virtuelle histologische Färbung erstellt. Damit wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und Stöbern. Behalten Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie gesund!
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