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Liebe Leserinnen und Leser,
etwas „auf Herz und Nieren prüfen“ – dieses Motto entspricht ziemlich genau dem Inhalt einer neuen Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC), die gemeinsam mit der European Renal Association (ERA) erarbeitet und vergangenes Wochenende auf dem ESC Congress 2026 vorgestellt wurde. Die Empfehlungen adressieren das Management von kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) bei gleichzeitig bestehender chronischer Nierenkrankheit (CKD).
Die Leitlinien-Taskforce entwickelte zu diesem Zweck das Akronym „STAMP“: Screen, Triage, Address CKD Risk, Modify CVD management, Plan health services. Demnach sollten alle Patientinnen und Patienten mit einer CVD mittels Blut- und Urintests auch auf eine CKD untersucht werden. Für die Risikoeinschätzung sollten validierte Risikoscores eingesetzt werden, die auch die Nierenfunktion berücksichtigen. Darüber hinaus stehen der frühzeitige Einsatz von wirksamen Therapien wie beispielsweise SGLT-2-Inhibitoren und interdisziplinäre Versorgungsstrukturen für Betroffene im Fokus der Leitlinie.
Auch Krebspatienten sollten ihre Nieren streng im Blick behalten, vor allem während einer Krebstherapie. Denn das Tumorlysesyndrom kann für die Organe schnell gefährlich werden. Wie eine Auswertung aus den USA nun zeigt, kann die frühzeitige Gabe des Enzyms Rasburicase einen entscheidenden Vorteil bieten: Es senkt schnell den Harnsäurespiegel und damit offenbar auch das Risiko für Nierenversagen und Tod. So war das Risiko, während des Krankenhausaufenthalts eine Dialyse zu benötigen oder zu versterben, gegenüber Patienten mit verzögerter oder ohne Rasburicase-Therapie um rund ein Drittel reduziert.
Kommt es hingegen doch so weit, dass eine Nierentransplantation unausweichlich ist, braucht es ein geeignetes Spenderorgan. Diese sind ohnehin rar – gleichzeitig wird rund jede vierte Spenderniere nicht transplantiert, weil die Qualität des Organs nicht sicher eingeschätzt werden kann. Das haben Forschende der Johns Hopkins University (USA) zum Anlass genommen, den Zustand von Spendernieren und dessen Auswirkung auf die Transplantatfunktion genauer zu untersuchen. Das Ergebnis: Wird der gängige Kidney Donor Profile Index (KDPI) um drei Urin-Biomarker ergänzt, steigt die Genauigkeit der Vorhersage, welche Spenderniere langfristig gut funktioniert.
Mit diesem Rundumschlag wünsche ich Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende!
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