Ausgabe 36/2026

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Freitag, 04. September 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

etwas „auf Herz und Nieren prüfen“ – dieses Motto entspricht ziemlich genau dem Inhalt einer neuen Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC), die gemeinsam mit der European Renal Association (ERA) erarbeitet und vergangenes Wochenende auf dem ESC Congress 2026 vorgestellt wurde. Die Empfehlungen adressieren das Management von kardiovaskulären Erkrankungen (CVD) bei gleichzeitig bestehender chronischer Nierenkrankheit (CKD).

Die Leitlinien-Taskforce entwickelte zu diesem Zweck das Akronym „STAMP“: Screen, Triage, Address CKD Risk, Modify CVD management, Plan health services. Demnach sollten alle Patientinnen und Patienten mit einer CVD mittels Blut- und Urintests auch auf eine CKD untersucht werden. Für die Risikoeinschätzung sollten validierte Risikoscores eingesetzt werden, die auch die Nierenfunktion berücksichtigen. Darüber hinaus stehen der frühzeitige Einsatz von wirksamen Therapien wie beispielsweise SGLT-2-Inhibitoren und interdisziplinäre Versorgungsstrukturen  für Betroffene im Fokus der Leitlinie.

Auch Krebspatienten sollten ihre Nieren streng im Blick behalten, vor allem während einer Krebstherapie. Denn das Tumorlysesyndrom kann für die Organe schnell gefährlich werden. Wie eine Auswertung aus den USA nun zeigt, kann die frühzeitige Gabe des Enzyms Rasburicase einen entscheidenden Vorteil bieten: Es senkt schnell den Harnsäurespiegel und damit offenbar auch das Risiko für Nierenversagen und Tod. So war das Risiko, während des Krankenhausaufenthalts eine Dialyse zu benötigen oder zu versterben, gegenüber Patienten mit verzögerter oder ohne Rasburicase-Therapie um rund ein Drittel reduziert.

Kommt es hingegen doch so weit, dass eine Nierentransplantation unausweichlich ist, braucht es ein geeignetes Spenderorgan. Diese sind ohnehin rar – gleichzeitig wird rund jede vierte Spenderniere nicht transplantiert, weil die Qualität des Organs nicht sicher eingeschätzt werden kann. Das haben Forschende der Johns Hopkins University (USA) zum Anlass genommen, den Zustand von Spendernieren und dessen Auswirkung auf die Transplantatfunktion genauer zu untersuchen. Das Ergebnis: Wird der gängige Kidney Donor Profile Index (KDPI) um drei Urin-Biomarker ergänzt, steigt die Genauigkeit der Vorhersage, welche Spenderniere langfristig gut funktioniert.

Mit diesem Rundumschlag wünsche ich Ihnen eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende!




   Dr. Milo Klesse
   Redakteur Nephrologie

 

 
 
 
Neue ESC-Leitlinie stärkt gemeinsame Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen

Neue ESC-Leitlinie stärkt gemeinsame Behandlung von Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen

Erstmals hat die European Society of Cardiology (ESC) eine eigene Leitlinie zur gemeinsamen Versorgung von kardiovaskulären Erkrankungen und chronischer Nierenkrankheit (CKD) veröffentlicht. Die Leitlinie setzt auf eine frühere Erkennung der CKD, eine konsequente Risikobewertung und den gezielten Einsatz wirksamer Therapien.

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IL-6-Antikörper senkt Entzündungsmarker bei chronischer Nierenerkrankung

Der IL-6-Antikörper Pacibekitug kann Entzündungsmarker bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) und erhöhtem inflammatorischem Risiko anhaltend senken, wie aktuelle Daten andeuten. Ob dies auch kardiovaskuläre Ereignisse reduziert, sollen weitere Studien klären.

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Tumorlysesyndrom: Frühe Rasburicase-Gabe senkt Risiko für Nierenversagen und Tod

Tumorlysesyndrom: Frühe Rasburicase-Gabe senkt Risiko für Nierenversagen und Tod

Eine frühzeitige Behandlung mit dem Enzym Rasburicase kann bei Patienten mit Tumorlysesyndrom das Risiko für Nierenversagen oder Tod deutlich senken. Darauf deutet eine US-Analyse von mehr als 1.200 Betroffenen hin.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Metabolische und makrovaskuläre Ergebnisse nach simultaner Pankreas-Nieren-Transplantation und alleiniger Nierentransplantation bei Empfängern mit Typ-1-Diabetes mellitus: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse.
Diabetologia 29.08.2026

Kurzzeitwirkungen von Kombinationen aus Herzinsuffizienztherapien auf Blutdruck, Nierenfunktion und Serumkalium.
Nat Med 31.08.2026

Modelle des maschinellen Lernens zur Früherkennung von Harnwegsinfektionen bei Nierentransplantierten.
Int Urol Nephrol 01.09.2026

Kasuistik: Renales Ewing-Sarkom mit ungewöhnlicher Präsentation.
Can J Urol 2026;33(4):1019-1025.

 
 

Urin-Biomarker könnten Auswahl von Spendernieren verbessern

Eine Studie der Johns Hopkins University zeigt, dass die Kombination aus drei Urin-Biomarkern und dem etablierten Kidney Donor Profile Index (KDPI) die Prognose der langfristigen Transplantatfunktion verbessern kann. Dadurch könnten möglicherweise mehr Spendernieren transplantiert und unnötige Organbiopsien vermieden werden.

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Remdesivir könnte nach Nierentransplantation langfristige Risiken durch COVID-19 senken

Remdesivir könnte nach Nierentransplantation langfristige Risiken durch COVID-19 senken

Eine frühe Behandlung mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir war bei Erwachsenen mit Nierentransplantation und COVID-19 mit einem geringeren Risiko für Transplantatverlust und Herz-Kreislauf-Komplikationen im folgenden Jahr verbunden. Das zeigt eine große Beobachtungsstudie von Forschenden der Johns Hopkins Medicine.

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KURZMELDUNGEN:

Kölner Forschende haben eine Methode entwickelt, mit der sich zelluläre Schäden auf Einzelzellebene nachverfolgen lassen, beispielsweise in der Niere.
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DDG und DAG weisen gemeinsam auf Versorgungslücken in der Adipositasbehandlung hin. So sei das „DMP Adipositas“ noch nicht in der Versorgung angekommen.
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Der „UrineScore“ beinhaltet drei Proteine, die im Urin von Patienten mit klarzelligem Nierenzellkarzinom erhöht sind. Damit könnte eine nicht invasive Diagnose möglich werden.
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TERMINE:

Nephro Update Europe
11.–12. September 2026
online

78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie
16.–19. September 2026
Düsseldorf

58th Annual Meeting of the European Society for Paediatric Nephrology
30. September–3. Oktober 2026
Bordeaux (Frankreich)

World Nephrology Congress
19.–21. Oktober 2026
Barcelona (Spanien)

 
 

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