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Liebe Leserinnen und Leser,
zugegeben, die Linderung von Magen-Darm-Symptomen bei Krebspatienten klingt längst nicht so spannend wie eine revolutionäre Therapie. Aber ihre Wirkung ist aus meiner Sicht nicht zu unterschätzen. Zum einen profitiert natürlich die Lebensqualität, zum anderen aber verkraftet ein Patient in einem guten Zustand Therapien besser und bricht sie seltener ab. Daher möchte ich Sie auf einen Review samt Meta-Analyse hinweisen, der sich diesem Thema gewidmet hat. Am effektivsten zur Verringerung von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall erwies sich die Ergänzung der Nahrung mit Nährpräparaten. Dabei zählen die Studienautoren Aminosäuren (insbesondere Glutamin), Probiotika, Präbiotika und Synbiotika, Kräuter und Mineralstoffe (insbesondere Ingwer und Zink) sowie essentielle Fettsäuren (wie Omega-3-Fettsäuren) zu den wichtigsten Nährpräparaten.
Eine Revolution der CAR-T-Zelltherapie versprechen sich Wissenschaftler der University of Chicago hingegen von einem Plug & Play-Konzept für CAR-T-Zellen. Bei ihrer Plattform namens GA1CAR wird eine gentechnisch veränderte Protein-G-Variante (GA1) mit dem Signalmechanismus des T-Zell-Rezeptors fusioniert. Der Teil, der Zielmoleküle auf Tumoren erkennt, wird in Form kurzlebiger Antikörperstücke (Fab-Fragmente) zugeführt. Diese Fab-Fragmente haben die Wissenschaftler so konstruiert, dass sie auf die GA1-Komponente auf der Oberfläche von CAR-T-Zellen abzielen. Die daraus resultierende starke, aber reversible Verbindung hat im Blutkreislauf eine Lebensdauer von etwa zwei Tagen. Ohne das Fab können GA1CAR-T-Zellen Ziele weder erkennen noch angreifen. Dies ermöglicht den Wissenschaftlern, die Therapie zu steuern: Bei Nebenwirkungen kann mit der Gabe des Fab-Fragments pausiert werden, wenn der Tumor sich weiterentwickelt oder Resistenzen ausbildet, ist der Umstieg auf andere Fab-Fragmente möglich – und das alles bei Verbleib der CAR-T-Zellen im Körper.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
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