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Liebe Leserinnen und Leser
Chemotherapien auf Nanopartikelbasis sind weit verbreitet, doch ihre Beseitigung durch die Leber begrenzt oft ihre Wirksamkeit. Das Darmmikrobiom reguliert, wie schnell die Leber diese Medikamente aus dem Blutkreislauf herauszieht. Ein gängiges Antibiotikum vermochte in präklinischen Modellen die Darmflora nun so zu verändern, dass die hepatische Clearance deutlich reduziert und die Verweildauer der Chemotherapie im Blutkreislauf verdoppelt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass das Mikrobiom selbst die Reaktion steuert, was das Potenzial Mikrobiom-gerichteter Interventionen unterstreicht.
In Großbritannien hat die erste Patientin weltweit im Rahmen der NEOVACC-Studie einen personalisierten Impfstoff gegen ihr Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom erhalten, das nicht vollständig auf die Immuntherapie angesprochen hat. Der Impfstoff soll das Immunsystem stärken und wird deshalb gleichzeitig mit Pembrolizumab über maximal zwei Jahre verabreicht.
Von anderer Seite kam in einer aktuellen Studie die Unterstützung bei der Melanom-Therapie: Indolbildende Darmbakterien – konkret das Darmbakterium Bacteroides uniformis – stärken bei Mäusen die antitumorale Immunität. Möglicherweise lässt sich dieser Befund auf den Menschen übertragen: In Blutproben von Patienten mit gutem Ansprechen auf die Immuntherapie fanden sich erhöhte Spiegel von Enzymen der Indolproduktion. Somit könnten Unterschiede im Mikrobiom eventuell – zumindest teilweise – erklären, warum der eine Patient ausgezeichnet auf die Therapie anspricht, der andere hingegen gar nicht.
Mehr zu diesen und weiteren Themen finden Sie in diesem Newsletter, auf unserem Nachrichtenportal sowie in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift KOMPAKT ONKOLOGIE. Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre und eine entspannte Sommerwoche!
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