gestern ging in Köln die sehr gut besuchte Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie zu Ende. Auch im Nachgang zu den Kongressen von ASCO und ESMO wurden Forschungshighlights präsentiert und die Frage diskutiert, wie alle diese Innovationen den Weg in die Versorgung hierzulande finden können. Ziel der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) ist ein langfristiges transsektorales Konzept, in dem Patienten unabhängig von Wohnort und Versorgungssektor Zugang zu innovativen Therapien und qualitativ hochwertiger Betreuung haben.
„Dazu gehören die gezielte Integration kleiner Krankenhäuser oder Primärversorgungszentren und mobiler Versorgungsteams für besonders vulnerable Patientengruppen sowie die aktive Teilnahme an klinischen Studien und wissensgenerierenden Versorgungsstrukturen“, zeigte Kongresspräsident Prof. Michael Hallek auf. Die Versorgung müsse auf einer engen Kooperation zwischen niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern, spezialisierten Zentren sowie weiteren Gesundheitsdienstleistern basieren. Zentrale Bausteine seien gemeinsame Fallbesprechungen, vollständig digitale Kommunikationsplattformen, standardisierte Behandlungswege und gleiche Vergütungsstrukturen.
An einer evidenzbasierten Versorgung hapert es hierzulande derzeit offenbar noch: Patienten in Deutschland hätten zwar Anspruch darauf, auf der Grundlage vertrauenswürdiger wissenschaftlicher Evidenz behandelt zu werden, das sei aber leider bis heute nicht immer sichergestellt, moniert Cochrane Deutschland und zeigt die Ursachen auf.
Viel Evidenz gibt es mittlerweile für den Stellenwert von Bewegung für Krebspatienten: Diese wirke wie ein Medikament, unterstreicht Prof. Joachim Wiskemann, Ideengeber und Gründer des Netzwerks OnkoAktiv sowie Leiter der AG Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Nationalen Tumorcentrum (NCT) Heidelberg. OnkoAktiv erhielt jetzt den Krebsinnovationspreis Baden-Württemberg 2025.
Eine spannende Studie kommt noch vom ESMO Congress 2025: Demnach entscheidet die Thymusgesundheit mit darüber, wie gut Lungenkrebspatienten auf eine Immuntherapie ansprechen. Beurteilt wurde sie in der aktuellen Untersuchung mit einem Tool auf Basis Künstlicher Intelligenz (KI), das auch per Sequenzierung von T-Zell-Rezeptoren und damit verbundenen Proteinen validiert werden konnte.
Einerseits würde niemand bestreiten wollen, dass es wichtig ist, die Korrektheit von KI-Entscheidungen zu überprüfen. Eine Berliner Studie kam allerdings jetzt zu dem verblüffenden Ergebnis, dass Menschen KI-Entscheidungen mitunter verschlimmbessern, weil sie sich sonst nicht mehr gebraucht fühlen. Der richtige Umgang mit KI gehört sicherlich zu den größten Herausforderungen, vor denen wir in den kommenden Jahren stehen werden.
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Ich wünsche Ihnen eine entspannte Herbstwoche!