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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Pneumologie,
laut dem jüngsten Bericht des Robert Koch-Institutes zur epidemiologischen Lage im Hinblick auf Tuberkulose (Stand Dezember 2023) war im vergangenen Jahr in Deutschland zum ersten Mal seit 2016 wieder ein leichter Anstieg der Fallzahlen zu beobachten (+3,5% im Vergleich zu 2022). Anlässlich des diesjährigen Tuberkulosetages am 24. März hatte RKI-Präsident Lars Schaade die Tuberkulose als „eine Krankheit von großer Relevanz für die öffentliche Gesundheit“ auch hierzulande bezeichnet.
Nun wird die Behandlung betroffener Patienten durch die zunehmende Entwicklung von Antibiotikaresistenzen erschwert, besonders stark betroffen sind dabei Patienten mit einer multiresistenten Erkrankung. US-Forscher hoffen aber nun, dass sie in diesem Punkt einen Schritt nach vorn gemacht haben: Neue Erkenntnisse zeigen, dass Fehler im Enzym Katalase-Peroxidase die medikamentenresistente Tuberkulose empfänglicher für das neuere Antibiotikum Bedaquilin machen. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihnen ihre neuen Forschungsergebnisse helfen werden, Tuberkulosetherapien zu verbessern.
Neuigkeiten zum Thema Antibiotika in Deutschland liefert außerdem eine Studie von Forschenden des Universitätsklinikums Freiburg, die im Vorfeld der in dieser Woche stattfindenden World Antimicrobial Resistance Awareness Week publiziert wurde. Demnach gibt es deutliche Defizite bei der Antibiotikaverordnung in nichtuniversitären deutschen Krankenhäusern. Häufig, so unterstreichen die Autoren, entsprächen Antibiotikaverordnungen nicht den empfohlenen Qualitätsstandards. Sie leiten daraus einen „dringenden Bedarf an nachhaltigen Antibiotikaprogrammen und Fachärztinnen und Fachärzten für Infektiologie“ ab.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche,
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