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Liebe Leserinnen und Leser des KOMPAKT PNEUMOLOGIE,
zwar ist die Tuberkulose-Inzidenz in Deutschland im internationalen Vergleich immer noch niedrig, trotzdem meldet das Robert Koch-Institut einen Anstieg der Fallzahlen. Diese Zunahme betrifft vor allem Kinder und resistente Formen der Erkrankung. Gibt es neue Erkenntnisse zur Tuberkulose, die helfen könnten, mit der Entwicklung Schritt zu halten und den Erreger wirksam zu bekämpfen?
Forschende aus den USA haben in einer aktuellen Veröffentlichung versucht herauszufinden, wie Mycobacterium tuberculosis es schafft, dem Immunsystem zu entkommen. In Untersuchungen an Mäusen stellten die Forschenden fest, dass die Bedeutung bestimmter Gene des Bakteriums abnahm, wenn es auf einen Wirt mit aktiviertem Immunsystem stieß. Diese Gene sind normalerweise dafür verantwortlich, dass sich das Bakterium rasch ausbreitet und eine schwere Infektion verursacht. Gewissermaßen stelle sich M. tuberculosis also tot und warte ab, bis die Immunreaktion schwächer wird, mutmaßen die Autoren.
Hoffnung auf eine erfolgreiche Antibiotikatherapie bei Tuberkulose lassen zwei Studien – SUDOCU und DECODE – aufkommen, deren Ergebnisse kürzlich prominent in „The Lancet Infectious Diseases“ publiziert wurden. Darin konnten die Forschenden unter der Leitung von PD Dr. Norbert Heinrich vom Tropeninstitut des LMU Klinikums München darlegen, dass die beiden untersuchten Wirkstoffe – Sutezolid und Delpazolid – sicherere Therapieoptionen darstellen als das stark toxische Linezolid.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche,
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