|
Liebe Leserinnen und Leser,
was den Nutzen von E-Zigaretten in der Raucherentwöhnung angeht, sind sich selbst deutsche Suchtmediziner nicht einig: Die einen halten sie für ein geeignetes Mittel, insbesondere, wenn andere Maßnahmen bereits versagt haben. Sie sprechen von einem „schadensreduzierenden Ansatz“ und halten das Vaping für zumindest weniger schädlich als das Zigarettenrauchen – und geben damit im Grunde wieder, was auch die Werbung für Vaping-Produkte verspricht. Die anderen stehen nikotinhaltigen E-Zigaretten in der Raucherentwöhnung eher negativ gegenüber und betonen, dass die Sucht sich dabei nur verlagere.
Die Haltung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin und anderer pneumologischer Organisationen und Institutionen zu diesem Thema ist klar: Ein vor einiger Zeit verfasstes gemeinsames Positionspapier hebt unklare Langzeitrisiken des Vapens sowie eine für eine definitive Beurteilung nicht ausreichende Datenlage hervor. Die Nutzung von E-Zigaretten als Hilfsmittel für den Ausstieg aus dem Konsum herkömmlicher Zigaretten wird in dem Papier ausdrücklich nicht empfohlen.
Dieses Positionspaper stammt aus dem Jahr 2022. Nun ist gerade ein Cochrane-Review zum Stellenwert von E-Zigaretten in der Entwöhnung von herkömmlichen Zigaretten aktualisiert worden. Bringt er neue Erkenntnisse, die die Meinung der Lungenfachärzte ändern werden? Eher nicht. Gegenüber der vorherigen Version des „Living Systematic Review“ wurde die Analyse zwar um neun randomisierte kontrollierte Studien ergänzt, doch nach wie vor lassen diese keine Rückschlüsse auf die wirklich langfristigen gesundheitlichen Folgen des Vapings zu. Und was die Wirksamkeit in der Raucherentwöhnung betrifft: Mit nikotinhaltigen E-Zigaretten gelang es zwar häufiger als mit einer Nikotinersatztherapie, mindestens ein halbes Jahr lang nicht zu rauchen, und nach bis zu einem Jahr waren zehn von 100 E-Zigaretten-Umsteigern immer noch rauchfrei. Das bedeutet aber auch, dass der Konsum nikotinhaltiger E-Zigaretten bei rund 90 von 100 Menschen nicht dazu führte, dass sie mit dem Rauchen aufhörten. Mehr dazu lesen Sie in unserem ersten Beitrag.
Ich wünsche Ihnen eine gute Restwoche!
|