Ausgabe 24/2026

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Montag, 08. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

verschiedene Beobachtungsstudien deuten an, dass Personen mit einem Vitamin-D-Mangel ein höheres Risiko für stärkere Schmerzen nach einer Operation und damit einhergehend einen höheren Analgetikagebrauch haben. Auch eine kürzlich in der Fachzeitschrift „Regional Anesthesia & Pain Medicine“ publizierte Beobachtungsstudie zeigt einen solchen Zusammenhang bei Brustkrebspatientinnen mit ausgeprägtem Vitamin-D-Mangel (Werte unter 30 nmol/l), bei denen eine einseitige radikale Mastektomie vorgenommen wurde. Im Vergleich zu Patientinnen mit einem ausreichenden Vitamin-D-Spiegel berichteten diese postoperativ über stärkere Schmerzen und benötigten höhere Dosen des Opioids Tramadol.

Die Studie stärkt zwar die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und stärkeren postoperativen Schmerzen. Wie auch die Beobachtungsstudien zuvor kann sie einen direkten kausalen Zusammenhang jedoch nicht belegen. Gleichwohl existieren mehrere biologisch plausible Mechanismen, die einen solchen Zusammenhang erklären könnten. Dazu gehören die Beeinflussung von Entzündungsreaktionen nach Gewebeschädigung, die Modulation von Immunzellen und Zytokinen, Auswirkungen auf den Muskel- und Knochenstoffwechsel sowie Veränderungen der Schmerzverarbeitung im peripheren und zentralen Nervensystem bei Vitamin-D-Mangel.

Ferner bleibt offen, ob eine präoperative Vitamin-D-Supplementierung – unabhängig von den sonstigen Vorteilen einer Mangelbehebung – postoperative Schmerzen tatsächlich begrenzen kann. Die aktuell verfügbare Literatur erlaubt bislang keine belastbare Aussage über den Nutzen eines solchen Vorgehens. Zur Linderung chronischer Schmerzen konnte für die Vitamin-D-Supplementierung bisher jedenfalls kein konsistenter Nutzen nachgewiesen werden. Somit kann die präoperative Beurteilung des Vitamin-D-Spiegels in der klinischen Praxis derzeit eher als zusätzlicher Risikomarker für erhöhte postoperative Schmerzwerte betrachtet werden.

Weitere spannende Meldungen im heutigen Newsletter beschäftigen sich mit der Kniearthrose. Von unserem Herausgeber apl. Prof. Winfried Meißner ausgewählte Studien zum Schwerpunktthema Kopfschmerzen und Migräne lesen Sie in der neuesten Ausgabe der Kompakt Schmerztherapie. Eine aufschlussreiche Lektüre und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Niedrige Vitamin-D-Spiegel mit stärkeren Schmerzen nach Brustkrebs-Operationen assoziiert

Niedrige Vitamin-D-Spiegel mit stärkeren Schmerzen nach Brustkrebs-Operationen assoziiert

Ein Vitamin-D-Mangel geht mit stärkeren Schmerzen nach einer Brustkrebs-Operation sowie einem erhöhten Verbrauch an Opioiden einher. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Beobachtungsstudie aus Ägypten.

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Arthrose: Geringeres Risiko für Kniegelenkersatz unter GLP-1-Agonisten

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und Tirzepatid können laut neuen Erkenntnissen das Langzeitrisiko für eine Kniegelenkersatzoperation aufgrund von Arthrose senken. Dies geht aus einer Analyse von Patientendaten hervor, die in „Regional Anesthesia & Pain Medicine“ veröffentlicht wurde.

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Online-Tai-Chi hilft bei Kniearthrose

Online-Tai-Chi hilft bei Kniearthrose

Unbeaufsichtigtes Online-Tai-Chi verbessert bei Menschen mit Kniearthrose sowohl Knieschmerzen als auch die Kniefunktion.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Auswirkungen einer chronotherapeutischen Behandlung mit NSAR, Melatonin, Vitamin D und Vitamin B12 auf die postoperative Genesung nach der chirurgischen Entfernung von Weisheitszähnen: Eine randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Pilotstudie.
Oral Maxillofac Surg 2026;30(1):95.

Auswirkungen einer Vitamin-D-Supplementierung auf die Ergebnisse von Kniegelenkersatzoperationen: Eine systematische Übersicht.
Orthop J Sports Med 2026;14(5):23259671261432670.

Vitamin-D-Mangel und Schmerzintensität bei Endometriose: Eine phänotypbasierte retrospektive Beobachtungsstudie.
BMC Womens Health 28.05.2026

 
 

Schmerzvariabilität bei Arthrose berücksichtigen

Eine US-amerikanische Studie hat untersucht, ob die tägliche Schmerzvariabilität vor der Behandlung das Ansprechen auf die Therapie bei Kniearthrose vorhersagt.

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Sensitiver Indikator für die Dauer und Wirksamkeit schmerzlindernder Behandlung

Sensitiver Indikator für die Dauer und Wirksamkeit schmerzlindernder Behandlung

Laut einer kanadischen Studie erwies sich das Integral of Pain Relief (IPR) als valider und sensitiver Indikator zur Beurteilung der Wirksamkeit und Dauer von schmerzlindernden Behandlungen bei chronischen Schmerzen.

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KURZMELDUNGEN:

Zur „Schaffung belastbarer Daten“: Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin hat mehrere klinische Studien zu Medizinal-Cannabis in der Schmerzmedizin angekündigt.
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Bildgestützte personalisierte Neuromodulation zur Therapie chronischer Rückenschmerzen anstatt „One-size-fits-all“ – darauf zielt die NeuroPain-Studie am LMU Klinikum München ab.
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Ob beim Einschlafen oder Durchschlafen: Mehr als ein Drittel der Menschen in Deutschland gibt an, regelmäßig Schlafprobleme zu haben.
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TERMINE:

DGS-Schmerzmedizin UP-TO-DATE 2026
13. Juni 2026
Kassel

The 6th European Congress on Clinical Trials in Pain
16.–17. Juni 2026
Krakau (Polen)

16. BVSD-Kongress
26.–27. Juni 2026
Berlin

Kongress „Kopfschmerzen und kein Ende – im Kontext mit Bewegungsstörungen“
26.–28. Juni 2026
Pörtschach am Wörthersee (Österreich)

 
 

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