Ausgabe 20/2026

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Montag, 11. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

epidemiologische Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Migräne und einem erhöhten Glaukomrisiko hin. Als möglicher gemeinsamer Pathomechanismus wird eine vaskuläre beziehungsweise mikrovaskuläre Dysregulation diskutiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine medikamentöse Migräneprophylaxe möglicherweise auch das Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms beeinflussen könnte. Hinweise darauf liefert eine aktuelle Kohortenstudie im Fachmagazin „Neurology“. In dieser wurde unter einer Therapie mit CGRP-Inhibitoren ein reduziertes Glaukomrisiko beobachtet. Bemerkenswerterweise zeigte sich dieser Effekt ausschließlich unter monoklonalen Antikörpern, nicht jedoch unter Gepanten. Da die Studie lediglich Assoziationen beschreibt und keinen kausalen Zusammenhang belegt, sind prospektive Untersuchungen zur Bestätigung dieses potenziellen Effekts erforderlich.

Die CGRP-Inhibitoren zählen zur neuesten Gruppe der Migräneprophylaktika. Deutlich länger wird in diesem Indikationsgebiet bereits die Akupunktur eingesetzt. Deren Nutzen im Vergleich zur medikamentösen Migräneprophylaxe untersuchte das IQWiG. Das Ergebnis: Für zahlreiche Vergleichssituationen fehlen belastbare Studien. Lediglich gegenüber Flunarizin und Topiramat sah das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der Akupunktur bei episodischer und chronischer Migräne. Für Vergleiche mit anderen etablierten Migräneprophylaktika lagen keine geeigneten Studien vor. „Die Akupunktur-Forschung wurde ein Stück weit abgehängt“, so das Fazit von Koautor Stefan Sauerland, Leiter des IQWiG-Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren.

Lesen Sie die Details und weitere spannende Meldungen aus der Schmerzmedizin im heutigen Newsletter und auf unserem Nachrichtenportal. Eine erfolgreiche Woche und einen erholsamen Feiertag wünscht




   Ihre
   Dr. Aileen Hochhäuser

 

 
 
Migräneprophylaxe: Hinweise auf reduziertes Glaukomrisiko unter CGRP-Inhibitoren

Migräneprophylaxe: Hinweise auf reduziertes Glaukomrisiko unter CGRP-Inhibitoren

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Weniger Migräne und ein geringeres Glaukomrisiko? Neue Studienerkenntnisse deuten an, dass dies unter einer Migräneprophylaxe mit CGRP-Inhibitoren der Fall sein könnte.

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Akupunktur zur Migräneprophylaxe: Belegter Nutzen nur für engen Anwendungsbereich

Aktuelle klinische Studien sind unabdingbar für eine gute Nutzenbewertung. Das zeigt sich auch am Beispiel der manuellen Akupunktur zur Prophylaxe bei Migräne.

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Gefühlsblindheit verstärkt Leidensdruck bei chronischen Schmerzen

Gefühlsblindheit verstärkt Leidensdruck bei chronischen Schmerzen

Menschen mit chronischen Schmerzen, denen es schwerfällt, ihre Emotionen zu erkennen und zu beschreiben, sind im Alltag häufig stärker beeinträchtigt. Der Grund: Eine erhöhte psychische Belastung durch das als Alexithymie bezeichnete Persönlichkeitsmerkmal. Zu diesem Schluss gelangt eine aktuelle Studie aus den USA.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Der Zusammenhang zwischen Migräne und Glaukomerkrankungen: Eine retrospektive Kohortenstudie.
Headache 2026;66(1):144–154.

Biopsychosoziale Prädiktoren für chronische Schmerzen nach einem Kaiserschnitt: eine prospektive Kohortenstudie zum SPACE-Postpartum-Modell (Schlaf, Schmerz, Affekt, Kognition, Energie).
BJA Open 2026 Apr 29:18:100560.

Die Rolle der zentralen Sensibilisierung bei der Reaktion auf Hirnstimulation bei Patienten mit unspezifischen chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich – Eine explorative Studie.
J Pain Res 2026 May 1:19:590522.

Die Rolle körperlicher Aktivität bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen: die moderierenden Effekte psychischer Symptome und Schlafstörungen.
Pain 07.05.2026

 
 

Zentrales Nervensystem spielt Schlüsselrolle bei diabetesbedingten Schmerzen

Schmerz bei diabetischer Neuropathie entsteht nicht nur in geschädigten peripheren Nerven. Eine aktuelle Übersichtsarbeit verdeutlicht, dass zentrale Mechanismen eine relevante Rolle spielen – und gibt Hinweise auf neue Ansatzpunkte für bessere Therapien.

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Warum Endometriose chronische Schmerzen verursacht

Warum Endometriose chronische Schmerzen verursacht

Wiederholte Menstruationszyklen können mehr als nur Endometriose auslösen. Sie können laut einer US-amerikanischen Studie auch das Gehirn verändern.

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KURZMELDUNGEN:

Der AOK-Bundesverband und das aQua-Institut haben das QISA-System um einen Themenband zur Behandlung chronischer nicht tumorbedingter Schmerzen erweitert.
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Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) unterstützt die aktuelle Petition der Deutschen Schmerzliga zur Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel.
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TERMINE:

DGS-Schmerzmedizin UP-TO-DATE 2026
30. Mai 2026
Bonn

Belgian Pain Society Congress 2026 „When Nerves Scream: Decoding Neuropathic Pain Together“
6. Juni 2026
Brüssel (Belgien)

Euroanaesthesia 2026
6.–8. Juni 2026
Rotterdam (Niederlande)

 
 

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