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Liebe Leserinnen und Leser,
epidemiologische Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen Migräne und einem erhöhten Glaukomrisiko hin. Als möglicher gemeinsamer Pathomechanismus wird eine vaskuläre beziehungsweise mikrovaskuläre Dysregulation diskutiert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob eine medikamentöse Migräneprophylaxe möglicherweise auch das Risiko für die Entwicklung eines Glaukoms beeinflussen könnte. Hinweise darauf liefert eine aktuelle Kohortenstudie im Fachmagazin „Neurology“. In dieser wurde unter einer Therapie mit CGRP-Inhibitoren ein reduziertes Glaukomrisiko beobachtet. Bemerkenswerterweise zeigte sich dieser Effekt ausschließlich unter monoklonalen Antikörpern, nicht jedoch unter Gepanten. Da die Studie lediglich Assoziationen beschreibt und keinen kausalen Zusammenhang belegt, sind prospektive Untersuchungen zur Bestätigung dieses potenziellen Effekts erforderlich.
Die CGRP-Inhibitoren zählen zur neuesten Gruppe der Migräneprophylaktika. Deutlich länger wird in diesem Indikationsgebiet bereits die Akupunktur eingesetzt. Deren Nutzen im Vergleich zur medikamentösen Migräneprophylaxe untersuchte das IQWiG. Das Ergebnis: Für zahlreiche Vergleichssituationen fehlen belastbare Studien. Lediglich gegenüber Flunarizin und Topiramat sah das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen höheren Nutzen der Akupunktur bei episodischer und chronischer Migräne. Für Vergleiche mit anderen etablierten Migräneprophylaktika lagen keine geeigneten Studien vor. „Die Akupunktur-Forschung wurde ein Stück weit abgehängt“, so das Fazit von Koautor Stefan Sauerland, Leiter des IQWiG-Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren.
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