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Liebe Leserinnen und Leser aus der Schmerzmedizin,
es gilt als Hoffnung im Kampf gegen die Opioidkrise in den USA: Im Schnellverfahren hat die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein neues Nichtopioid-Analgetikum zur Behandlung akuter moderater bis starker Schmerzen zugelassen. Bei der Substanz Suzetrigin handelt es sich um eine völlig neue Wirkstoffklasse, die hochspezifisch den Natriumkanal NaV1.8 blockiert, welcher selektiv auf peripheren Nozizeptoren zu finden ist. Die ausschließliche Wirkung in der Peripherie soll eine effektive Schmerzlinderung ohne zentral vermittelte Nebenwirkungen – wie beispielsweise das Suchtpotenzial der Opioide – vermitteln. Ob das Medikament halten kann, was es verspricht, bleibt abzuwarten – genauso wie die Verfügbarkeit in Europa: Bislang fokussiert der Hersteller Vertex Pharmaceuticals auf den US-amerikanischen Markt, die Zulassung bei der EMA wurde noch nicht beantragt.
Migräne ist mehr als nur ein quälender Kopfschmerz – gerade bei jungen Erwachsenen hat sie sich als wichtigster nichttraditioneller Risikofaktor für einen ischämischen Schlaganfall herausgestellt. Eine neue Analyse von Millionen Patientendaten legt nun nahe, dass der Betablocker Propranolol nicht nur Migräneanfälle reduzieren, sondern auch das Schlaganfallrisiko senken könnte – allerdings nur bei Frauen und vor allem bei Migräne ohne Aura. Die Daten sind vielversprechend, doch noch nicht durch Peer-Review bestätigt. Dennoch wirft die Studie wichtige Fragen auf: Sollten Migränepatientinnen mit hohem Schlaganfallrisiko gezielt auf Propranolol eingestellt werden? Ist dies ein Ansatz für eine personalisierte Prävention?
Welche neuen Wirkstoffe für die Migränetherapie das Jahr 2025 bereithält, erläutert die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.
Eine erkenntnisreiche Lektüre und eine fröhliche Karnevalswoche sendet Ihnen aus dem jecken Rheinland,
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