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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Schmerztherapie,
ständiges Gähnen, Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm, Konzentrationsschwierigkeiten – viele Migränepatienten kennen diese Vorboten-Symptome einer sich ankündigenden Migräne-Attacke. Dabei kann die Prodromalsymptomatik einige Stunden bis zu zwei Tage vor dem eigentlichen Kopfschmerz auftreten. Die 2023 publizierte, randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie PRODROME konnte zeigen, dass die Einnahme des in den USA zugelassenen CGRP-Rezeptorblockers Ubrogepant während der Prodromalphase die Entwicklung moderater bis schwerer Kopfschmerzen in den folgenden 24 und 48 Stunden im Vergleich zu Placebo reduzierte. Eine aktuelle Nachauswertung der Studie deutet nun darauf hin, dass die Medikation auch das Auftreten der Prodromalsymptomatik selbst positiv beeinflusst. Wie deutsche Experten die Studie einordnen, lesen Sie im heutigen TOP-Beitrag.
Placebo- und Nocebo-Effekte spielen in der Schmerzmedizin eine besondere Rolle. Doch welcher der beiden Effekte beeinflusst das Schmerzempfinden stärker? Dieser Frage widmete sich eine experimentelle Studie der Essener Neurologin Prof. Ulrike Bingel. Ihre Erkenntnisse deuten an, dass es in der klinischen Praxis mindestens genauso wichtig ist, negative Erwartungen zu vermeiden, wie positive zu fördern.
Eine Gürtelrose kann bekanntermaßen zu einer postherpetischen Neuralgie führen. Um die Ursachen besser zu verstehen und neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, will die Wissenschaftlerin Franziska Karl-Schöller vom Universitätsklinikum Würzburg ein erstes dreidimensionales, innerviertes Hautmodell entwickeln. Dafür erhält sie den mit 36.000 Euro dotierten EFIC-Grünenthal-Grant. Noch besser als die Behandlung der Erkrankung ist sicherlich die Prävention mittels Impfung. Neue Daten aus Südkorea deuten an, dass sich damit sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen. Denn der dort gebräuchliche Herpes-zoster-Lebendimpfstoff scheint auch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu senken. Weitere Studie müssen nun zeigen, ob das auch auf den in Deutschland größtenteils angewendeten rekombinanten Impfstoff zutrifft.
Viel Freude bei der Lektüre und eine sonnige Woche wünscht Ihnen
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