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Liebe Leserinnen und Leser,
immer schneller ändern sich die uroonkologischen Therapien, und bei positiven Studienergebnissen wird gleich ein neuer Standard ausgerufen. So auch bei der adjuvanten Kombinationstherapie aus Belzutifan plus Pembrolizumab beim klarzelligen Nierenzellkarzinom mit hohem Rezidivrisiko. Beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology in San Francisco (USA) wurde eine Zwischenanalyse einer randomisierten Phase-III-Studie vorgestellt, laut der die neue Kombination gegenüber der bisherigen Standardtherapie Pembrolizumab zu einem deutlich verlängerten krankheitsfreien Überleben führte. Allerdings sind die Daten für das Gesamtüberleben noch nicht reif, und unter der Kombination gab es erheblich mehr hochgradige Nebenwirkungen.
Beim 37. Deutschen Krebskongress vom 18. bis 21. Februar 2026 in Berlin hat es eine uroonkologische Arbeit zum „Best of Abstracts No. 1“ gebracht. Die Forscher konnten darin nachweisen, dass auch Urothelkarzinome – und nicht nur Kolorektal- und Endometriumkarzinome – häufig die Erstmanifestation eines Lynch-Syndroms sein können. Mehr noch: Die genetische Analyse dieser Tumoren weist darauf hin, dass sie gut mit Immuntherapie zu behandeln sein sollten.
Auch beim Prostatakarzinom gibt es Neues. Eine Kooperation des Universitätsklinikums Essen mit einem Unternehmen der Künstlichen Intelligenz soll Daten der PSMA-PET (Positronenemissionstomographie mit einem auf das Prostataspezifische Membranantigen gerichteten Radiotracer) für bessere Prognosemodelle nutzen. Eine Re-Analyse der US-amerikanischen PLCO-Screening-Studie versucht anhand der individuellen PSA-Verläufe zu differenzieren, bei welchen Patienten weitere PSA-Tests sinnvoll sind und welche gleich zu einer Therapie übergehen sollten.
Zum Schluss noch ein Schwenk von der hehren Wissenschaft in die tägliche Praxis: Die viel beschworene Terminnot bei Fachärzten scheint so schlimm nicht zu sein, zumindest nicht bei den über die Terminservicestellen vermittelten Terminen. Nach Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung müssen die Patienten im Durchschnitt weniger als anderthalb Wochen warten. Die Urologie bewegt sich hier allerdings mit 14 Tagen im hinteren Bereich.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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