Ausgabe 10/2026

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Donnerstag, 05. März 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

immer schneller ändern sich die uroonkologischen Therapien, und bei positiven Studienergebnissen wird gleich ein neuer Standard ausgerufen. So auch bei der adjuvanten Kombinationstherapie aus Belzutifan plus Pembrolizumab beim klarzelligen Nierenzellkarzinom mit hohem Rezidivrisiko. Beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology in San Francisco (USA) wurde eine Zwischenanalyse einer randomisierten Phase-III-Studie vorgestellt, laut der die neue Kombination gegenüber der bisherigen Standardtherapie Pembrolizumab zu einem deutlich verlängerten krankheitsfreien Überleben führte. Allerdings sind die Daten für das Gesamtüberleben noch nicht reif, und unter der Kombination gab es erheblich mehr hochgradige Nebenwirkungen.

Beim 37. Deutschen Krebskongress vom 18. bis 21. Februar 2026 in Berlin hat es eine uroonkologische Arbeit zum „Best of Abstracts No. 1“ gebracht. Die Forscher konnten darin nachweisen, dass auch Urothelkarzinome – und nicht nur Kolorektal- und Endometriumkarzinome – häufig die Erstmanifestation eines Lynch-Syndroms sein können. Mehr noch: Die genetische Analyse dieser Tumoren weist darauf hin, dass sie gut mit Immuntherapie zu behandeln sein sollten.

Auch beim Prostatakarzinom gibt es Neues. Eine Kooperation des Universitätsklinikums Essen mit einem Unternehmen der Künstlichen Intelligenz soll Daten der PSMA-PET (Positronenemissions­tomographie mit einem auf das Prostataspezifische Membranantigen gerichteten Radiotracer) für bessere Prognosemodelle nutzen. Eine Re-Analyse der US-amerikanischen PLCO-Screening-Studie versucht anhand der individuellen PSA-Verläufe zu differenzieren, bei welchen Patienten weitere PSA-Tests sinnvoll sind und welche gleich zu einer Therapie übergehen sollten.

Zum Schluss noch ein Schwenk von der hehren Wissenschaft in die tägliche Praxis: Die viel beschworene Terminnot bei Fachärzten scheint so schlimm nicht zu sein, zumindest nicht bei den über die Terminservicestellen vermittelten Terminen. Nach Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung müssen die Patienten im Durchschnitt weniger als anderthalb Wochen warten. Die Urologie bewegt sich hier allerdings mit 14 Tagen im hinteren Bereich.

Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Vorteil für adjuvante Kombinationstherapie bei Nierenkrebs mit hohem Risiko

Vorteil für adjuvante Kombinationstherapie bei Nierenkrebs mit hohem Risiko

Die Zugabe von Belzutifan zusätzlich zu Pembrolizumab als adjuvante Therapie könnte das Überleben bei Patienten mit klarzelligem Nierenzellkarzinom (ccRCC), die nach der Operation unter hohem Rezidivrisiko stehen, verlängern. Das ergibt die Zwischenanalyse einer Studie, die kürzlich in den USA vorgestellt wurde.

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WELIREG®: Neue Wirkstoffklasse beim fortg. RCC zugelassen

Der HIF-2α-Inhibitor WELIREG® kann eine neue Behandlungsperspektive für bestimmte Patienten mit fortg. RCC nach vorherigen Therapien bieten. WELIREG® wurde in einer Phase-III-Studie untersucht.

Fachinformation

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Urothelkarzinome als Erstmanifestationen des Lynch-Syndroms

Früh auftretende, multifokale Urothelkarzinome mit Beteiligung der oberen Harnwege stellen häufig die erste maligne Manifestation des Lynch-Syndroms dar. Ihre genetische Charakterisierung weist den Weg zur Immuntherapie. Dies ergibt eine Forschungsarbeit, die am 18. Februar 2026 beim Deutschen Krebskongress in Berlin vorgestellt wurde.

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Neue Kooperation nutzt PSMA-PET für bessere Prognosemodelle bei Prostatakrebs

Neue Kooperation nutzt PSMA-PET für bessere Prognosemodelle bei Prostatakrebs

Mediziner am Universitätsklinikum Essen planen, gemeinsam mit dem australischen Biopharma-Unternehmen Telix Pharmaceuticals den prognostischen Wert von PSMA-PET-Untersuchungen bei Prostatakrebs zu optimieren.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Ipilimumab und Nivolumab, gefolgt von Chemoradiotherapie als blasenerhaltende Behandlung bei muskelinvasivem Blasenkrebs: eine Phase-II-Studie
Nat Med 27.02.2026

Charakterisierung longitudinaler molekularer Veränderungen in ctDNA bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs
Clin Cancer Res 26.02.2026

Profilierung flüchtiger organischer Verbindungen im Urin mittels GC-IMS in Kombination mit maschinellem Lernen: ein leistungsstarkes Diagnose- und Erregerdifferenzierungsinstrument für Harnwegsinfektionen
Front Cell Infect Microbiol 11.02.2026

 
 

Analyse der PLCO-Studie ergibt signifikante intraindividuelle Schwankungen bei jährlicher PSA-Testung

Eine aktuelle Re-Analyse des US-amerikanischen „Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial“ zur Variabilität der individuellen PSA-Werte bei jährlicher Testung zeigt deutliche Schwankungen auf. Dies hat Konsequenzen für die Empfehlung einer Biopsie.

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Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage

Wartezeit auf Facharzttermine über Terminservicestellen beträgt im Durchschnitt 8,6 Tage

Eine aktuelle Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) zeigt, dass Patienten auf Facharzttermine, die über die Terminservicestellen vermittelt werden, durchschnittlich 8,6 Tage warten. Das Zi mahnt daher, die zusätzliche Vergütung hierfür nicht zu streichen, denn dies würde die Wartezeit verlängern.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Aus Anlass des Welt-HPV-Tages am 4. März betonen Mediziner, dass eine HPV-Impfung nicht nur Krebsvorstufen, sondern auch Genitalwarzen verhindern kann.
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Der saarländische Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) weist darauf hin, dass vor allem Jungen zu selten gegen HPV geimpft sind.
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TERMINE:

71. Fortbildungstagung der Österreichischen wissenschaftlichen Gesellschaft für prophylaktische Medizin und Sozialhygiene
09.03.-12.03.2026
Bad Hofgastein (Österreich)

NUGA Conference 2026
12.03.-14.03.2026
Helsinki (Finnland)

DGHO Frühjahrstagung
13.03.2026
Berlin

 
 

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