Vorteil für adjuvante Kombinationstherapie bei Nierenkrebs mit hohem Risiko4. März 2026 Molekülmodell von Belzutifan. Grafik: MedBioChem – stock.adobe.com Die Zugabe von Belzutifan zusätzlich zu Pembrolizumab als adjuvante Therapie könnte das Überleben bei Patienten mit klarzelligem Nierenzellkarzinom (ccRCC), die nach der Operation unter hohem Rezidivrisiko stehen, verlängern. Das ergibt die Zwischenanalyse einer Studie, die kürzlich in den USA vorgestellt wurde. Von Markus Schmitz Toni K. Choueiri vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) präsentierte die Daten der randomisierten Phase-III-Studie LITESPARK-022 am 28.02.2026 beim Genitourinary Cancers Symposium der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in San Francisco (USA). Die von Merck Sharp & Dohme finanzierte Studie prüfte die Kombinationstherapie aus dem Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab und dem HIF-2α-Inhibitor Belzutifan versus Pembrolizumab plus Placebo bei Patienten mit ccRCC und erhöhtem Rezidivrisiko nach Nephrektomie. Drei Gruppen von Patienten konnten an der Studie teilnehmen: 1. Patienten mit intermediär-hohem Risiko, definiert als pT2-Tumoren vom Grad 4 oder sarkomatoider Histologie bzw. pT3-Erkrankung jeglichen Grades, aber ohne Lymphknotenbeteiligung, 2. Patienten mit hohem Rezidivrisiko, d.h. pT4-Tumoren jeglichen Grades ohne Lymphknotenmetastasen oder Patienten aller pT-Stadien und Grade, deren Lymphknoten bereits befallen waren und 3. Patienten mit metastasiertem ccRCC ohne Anzeichen einer Erkrankung nach der Operation. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten über 9 Wochen (ca. 1 Jahr) 400 mg Pembrolizumab i.v. in Kombination mit 120 mg Belzutifan oral einmal täglich oder Placebo. Der primäre Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben (DFS) gemäß Beurteilung des Prüfarztes. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das Gesamtüberleben (OS) und die Sicherheit. Die Ergebnisse stammen aus der ersten Zwischenanalyse nach dem Eintreten von 87% der DFS-Ereignisse und einer Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 Monaten. Krankheitsfreies Überleben verlängert Insgesamt wurden 1841 Patienten randomisiert (921 auf Pembrolizumab + Belzutifan und 920 auf Pembrolizumab + Placebo). Zum 23. August 2025 betrug die mediane Nachbeobachtungszeit 28,4 Monate (Spanne: 15,0–40,1 Monate). Pembrolizumab plus Belzutifan verbesserte das DFS signifikant im Vergleich zu Pembrolizumab plus Placebo (Hazard Ratio [HR] 0,72; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,59–0,87; p=0,0003). Das mediane DFS wurde in beiden Studienarmen noch nicht erreicht; die geschätzte DFS-Rate nach 24 Monaten betrug 80,7% (95%-KI 77,7–83,2) bzw. 73,7% (95%-KI 70,6–76,6). Das OS war in dieser Zwischenanalyse mit insgesamt 87 OS-Ereignissen (38 im Pembrolizumab+Belzutifan-Arm vs. 49 im Pembrolizumab+Placebo-Arm) noch nicht ausgereift und erreichte bei 29% der für die finale OS-Analyse erforderlichen Ereignisse keine statistische Signifikanz (HR 0,78; 95%-KI 0,51–1,19; p=0,1220). 70% der Patienten im Pembrolizumab+Belzutifan-Arm und 71% im Pembrolizumab+Placebo-Arm schlossen die ihnen zugewiesene Behandlung ab. Bei den behandelten Patienten traten therapiebedingte Nebenwirkungen des Grades ≥3 bei 52,1% der Patienten unter Pembrolizumab plus Belzutifan und bei 30,2% der Patienten unter Pembrolizumab plus Placebo auf. Tödliche Nebenwirkungen des Grades 5 im zeitlichen Zusammenhang mit der Behandlung (treatment-emergent) traten bei 1,1% vs. 1,2% der Patienten auf. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen (treatment-related) des Grades 5 waren in beiden Gruppen gleich häufig (0,3% vs. 0,3%) zu verzeichnen. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. „Vielversprechend und überraschend“ Diese Ergebnisse unterstützen nach Ansicht der Prüfärzte die adjuvante Therapie mit Pembrolizumab plus Belzutifan als potenziellen neuen Therapiestandard bei ccRCC mit erhöhtem Rezidivrisiko. „Die Daten der LITESPARK-022-Studie sind sowohl vielversprechend als auch etwas überraschend, da frühere Untersuchungen keinen eindeutigen Nutzen einer zielgerichteten Therapie nach der operativen Entfernung von Nierenkrebs mit hohem Rezidivrisiko gezeigt haben. Die Kombination von Belzutifan und Pembrolizumab führte zu einer signifikanten Verbesserung der rezidivfreien Zeit nach der Operation im Vergleich zu Patienten, die nur Pembrolizumab erhielten“, kommentierte Brian I. Rini, ASCO-Experte für Nierenkrebs und Onkologe am Vanderbilt University Medical Center in Nashville (USA), in den „ASCO Post Evening News“. Rini gibt jedoch zu bedenken: „Obwohl diese Ergebnisse ermutigend sind, war die Kombinationstherapie mit einer erhöhten Toxizität verbunden. Wir warten daher noch auf Langzeitdaten, um festzustellen, ob dieses Behandlungsschema einen definitiven Überlebensvorteil bietet.“
Mehr erfahren zu: "Designierter Bundesgesundheitsminister – Grüne: „Einfach mal machen“ zu wenig im Gesundheitsressort" Designierter Bundesgesundheitsminister – Grüne: „Einfach mal machen“ zu wenig im Gesundheitsressort Carsten Linnemann soll Bundesgesundheitsminister werden. Aus der Opposition kommen Skepsis und Befürchtungen.
Mehr erfahren zu: "Regierungsumbildung: Stühlerücken bei der CDU" Regierungsumbildung: Stühlerücken bei der CDU Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich offenbar für eine größere Kabinettsumbildung entschieden. Das Paket ist aber noch nicht finalisiert. Nina Warken soll ins Kanzleramt wechseln – Carsten Linnemann ins Kabinett.
Mehr erfahren zu: "Individueller genetischer Hintergrund steuert Evolution von Krebs" Individueller genetischer Hintergrund steuert Evolution von Krebs Warum entwickelt sich Krebs bei verschiedenen Menschen unterschiedlich – selbst, wenn sie denselben Risikofaktoren ausgesetzt sind? Eine internationale Forschungsgruppe hat jetzt an Mäusen gezeigt, dass die genetische Ausgangsausstattung eines Organismus […]