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Liebe Leserinnen und Leser,
während sich Experten in Deutschland seit vergangenem Jahr für ein bevölkerungsweites Prostatakrebs-Screening einsetzen, hat sich die britische Regierung bereits entschieden: Im Vereinigten Königreich wird es ein solches nicht geben. Nur für eine eng begrenzte Risikogruppe sieht das britische National Screening Committee (UK NSC) eine positive Nutzen-zu-Schaden-Relation. Im Vereinigten Königreich haben ökonomische Beurteilungen von Gesundheitsdienstleistungen Tradition, und so wundert es nicht, dass beim UK-NSC-Gutachten die Kosten-Nutzen-Rechnung im Vordergrund stand. In Deutschland gibt es – noch – keine so strenge Regulierung, dafür haben wir hierzulande mit einem Milliardendefizit in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu kämpfen. Das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird aufgrund neuer Hiobsbotschaften trotz Protesten eher noch ausgeweitet werden. Da erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit in Deutschland ein bevölkerungsweites Prostatakrebs-Screening-Programm aufgelegt wird. Die Signale aus dem Vereinigten Königreich helfen da sicher nicht.
Als Gegenstand für kontroverse Diskussionen eignet sich sicher auch die Metastasenbehandlung beim Prostatakarzinom. Per stereotaktischer Körperbestrahlung versuchen Radioonkologen, beim oligorezidivierten Prostatakarzinom eine Androgendeprivationstherapie hinauszuzögern. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun ein Nomogramm erarbeitet, mit dem sich beurteilen lässt, welche Patienten davon profitieren könnten und welche weniger.
Im gleichen renommierten Journal, nämlich in „The Lancet. Oncology“, sind aktuelle Ergebnisse der HYPO-RT-PC-Studie publiziert worden. Sie zeigen, dass die ultrahypofraktionierte Strahlentherapie der konventionell fraktionierten nicht unterlegen ist. Die Autoren berichten über das progressionsfreie Überleben nach nunmehr 10,6 Jahren. Das wird aufgrund des langsamen Prostatakrebswachstums wohl so manchem Urologen noch zu kurz sein, um sich von den Ergebnissen überzeugen zu lassen.
Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen
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