Ausgabe 25/2026

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Donnerstag, 18. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

während sich Experten in Deutschland seit vergangenem Jahr für ein bevölkerungsweites Prostatakrebs-Screening einsetzen, hat sich die britische Regierung bereits entschieden: Im Vereinigten Königreich wird es ein solches nicht geben. Nur für eine eng begrenzte Risikogruppe sieht das britische National Screening Committee (UK NSC) eine positive Nutzen-zu-Schaden-Relation. Im Vereinigten Königreich haben ökonomische Beurteilungen von Gesundheitsdienstleistungen Tradition, und so wundert es nicht, dass beim UK-NSC-Gutachten die Kosten-Nutzen-Rechnung im Vordergrund stand. In Deutschland gibt es – noch – keine so strenge Regulierung, dafür haben wir hierzulande mit einem Milliardendefizit in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu kämpfen. Das Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird aufgrund neuer Hiobsbotschaften trotz Protesten eher noch ausgeweitet werden. Da erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit in Deutschland ein bevölkerungsweites Prostatakrebs-Screening-Programm aufgelegt wird. Die Signale aus dem Vereinigten Königreich helfen da sicher nicht.

Als Gegenstand für kontroverse Diskussionen eignet sich sicher auch die Metastasenbehandlung beim Prostatakarzinom. Per stereotaktischer Körperbestrahlung versuchen Radioonkologen, beim oligorezidivierten Prostatakarzinom eine Androgendeprivationstherapie hinauszuzögern. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat nun ein Nomogramm erarbeitet, mit dem sich beurteilen lässt, welche Patienten davon profitieren könnten und welche weniger.

Im gleichen renommierten Journal, nämlich in „The Lancet. Oncology“, sind aktuelle Ergebnisse der HYPO-RT-PC-Studie publiziert worden. Sie zeigen, dass die ultrahypofraktionierte Strahlentherapie der konventionell fraktionierten nicht unterlegen ist. Die Autoren berichten über das progressionsfreie Überleben nach nunmehr 10,6 Jahren. Das wird aufgrund des langsamen Prostatakrebswachstums wohl so manchem Urologen noch zu kurz sein, um sich von den Ergebnissen überzeugen zu lassen.

Eine schöne und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird

Warum es im Vereinigten Königreich kein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening geben wird

Das britische National Screening Committee (UK NSC) hat sich gegen ein populationsbasiertes Prostatakrebs-Screening ausgesprochen und die Regierung hat die Empfehlung akzeptiert. Nur bei einer eng begrenzten Risikogruppe sieht das Komitee die Evidenz für ein Screening als ausreichend an. Diese Entscheidung trifft im Vereinigten Königreich auf Zustimmung, aber auch auf Ablehnung.

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Meilenstein erreicht: 5-Jahres-OS mit XTANDI™ im mHSPC*

Nachgewiesener Überlebensvorteil über 5 Jahre: XTANDI™ (Enzalutamid) ist das bisher erste Lutamid im mHSPC*, das Langzeitdaten aus Kontroll- und Verumarm zeigt. Nach 5 Jahren waren 66 % der mHSPC-Patienten, die XTANDI + ADT erhielten, noch am Leben (vs. 53 % mit Placebo + ADT).1 Das mediane OS bei XTANDI + ADT betrug 8 Jahre (vs. 5,8 Jahre bei NSAA + ADT).#,2
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MAT-DE-XTD-2026-00209| Erstellt: Juni 2026
Fachinformation
Referenzen & Hinweise

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Sparpaket soll noch größer werden

Immer weiter steigende Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Die Koalition plant dafür ein umstrittenes Sparpaket. Jetzt soll noch mehr hinein – nur von wem?

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Oligorezidiviertes Prostatakarzinom: Wie lange lässt sich die Hormontherapie hinauszögern?

Oligorezidiviertes Prostatakarzinom: Wie lange lässt sich die Hormontherapie hinauszögern?

Eine Metastasen-gerichtete Therapie (MDT) kann bei einem oligorezidivierten Prostatakarzinom eine Androgendeprivationstherapie (ADT) hinauszögern. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat jetzt ein Nomogramm entwickelt, welches das ADT-freie Überleben vorhersagen soll.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Erhöhtes ICAM5 als vielversprechender Prädiktor für eine schlechte Prognose bei Blasenkrebs – vermittelt durch epithelial-mesenchymale Transition, das Immunmikromilieu und Therapieresistenz.
PLoS One 2026;21(6):e0347623.

Die sich wandelnde Landschaft und der klinische Nutzen zirkulierender Tumor-DNA im gesamten Spektrum des Urothelkarzinoms: Eine systematische Übersichtsarbeit und ein Rahmenkonzept für die klinische Integration.
Cancer 2026;132(12):e70448.

Extrakorporale Stoßwellentherapie bei Patienten mit chronischer Prostatitis/chronischem Beckenschmerzsyndrom und erektiler Dysfunktion: systematischer Review und Metaanalyse.
Sex Med Rev 2026;14(2):qeag037.

 
 

Prostatakrebs: Ultrahypofraktionierte Radiotherapie bewährt sich nach zehn Jahren

Auch nach 10-jähriger Nachbeobachtung ist die ultrahypofraktionierte Strahlentherapie der konventionell fraktionierten bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakrebs mittleren oder hohen Risikos nicht unterlegen und zeigt ein ähnliches Toxizitätsprofil.

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Risiko für Typ-2-Diabetes: Testosteron hilft nur in Kombination mit Lebensstilmaßnahmen

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Eine Testosterontherapie kann bei älteren Männern mit hohem Risiko für einen Typ-2-Diabetes die Körperzusammensetzung, den Glukosestoffwechsel und das sexuelle Verlangen verbessern. Einen gesunden Lebensstil ersetzt sie jedoch nicht, wie aktuelle Daten zeigen.

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WEITERE NACHRICHTEN:

Ein neues Beckenbodenzentrum am Universitätsklinikum Dresden vereint mehrere medizinische Disziplinen für die Behandlung von Kontinenzstörungen.
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Zur diesjährigen Welt-Kontinenz-Woche und zum Internationalen Inkontinenztag am 30. Juni betont der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte: Harninkontinenz bei Frauen gehört in die Sprechstunde – nicht in die Tabuzone.
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