|
Liebe Leserinnen und Leser,
mit fast 300 Abstracts war das Prostatakrebs-Screening einer der Schwerpunkte beim 41. Kongress der European Association of Urology (EAU) vom 13. bis zum 16. März 2026 in London. Wie aktuelle Zahlen der Göteborg-1-Studie zeigen, wird der Nutzen des Screenings mit zunehmender Dauer immer deutlicher. Zudem gibt es neue Ansätze, nicht nur die notwendigen Biopsien, sondern auch die MRT-Scans zu reduzieren. Ein Test, der Biomarker und klinische Daten kombiniert, tut sein Übriges dazu, um Überdiagnostik weiter zu reduzieren. Daten aus der deutschen PROBASE-Studie sehen das Prostatakrebs-Screening inzwischen gleichauf mit dem etablierten Brustkrebs-Screening.
Wie Prostatakrebs-Früherkennung jedoch ganz gewiss nicht funktioniert, moniert der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU): mit PSA-Selbsttests für Patienten. Diese entsprächen weder der Qualität von Laboruntersuchungen noch böten sie Einordnung und Unterstützung durch einen Facharzt. „Mehr Verunsicherung als Nutzen“, so der BvDU, sei das Resultat. Der Berufsverband zeigt sich irritiert, dass manche Krankenkassen ihren Versicherten solche Tests anbieten, während gleichzeitig die leitliniengerechte Vorsorge mit PSA-Test und MRT nicht übernommen wird.
Ebenfalls fragwürdig finden viele Urologen die Praxis einiger Krankenkassen, noch Jahre nach dem Ausscheiden von Abirateron aus dem Patentschutz Regresse wegen angeblich unwirtschaftlicher Verordnungen einzufordern. Die Uro-GmbH Nordrhein weist hier auf ein Problem hin, das schon den BvDU Ende September letzten Jahres „fassungslos“ machte.
Noch einmal zurück zum EAU-Kongress: Digitale Gesundheitsanwendungen setzen sich bei immer mehr urologischen Diagnosen durch. Urologen aus Marburg/Heidelberg haben jetzt beim EAU-Kongress eine Smartphone-Applikation vorgestellt, die Männern mit vorzeitigem Samenerguss hilft.
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
|