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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
die Ursachen für Hypospadie liegen vermutlich in einer Kombination genetischer und umweltbedingter Faktoren. Eine wichtige genetische Komponente haben chinesische Wissenschaftler jetzt aufgeklärt: die Transkriptionsfaktoren MAFB und CEBPA, die über den Wnt/β-Catenin-Signalweg ihre Wirkung entfalten. Herrscht hier ein Ungleichgewicht, kann es zu Fehlbildungen der Harnröhre wie der Hypospadie kommen.
Letzte Woche präsentierten wir Ihnen eine genetische Komponente, die wichtig für die korrekte Spermienbildung ist. Forscher verbinden hiermit hier die Hoffnung, dass hierüber einst ein Kontrazeptivum für den Mann gefunden werden könnte. Ein US-Forscherteam hat nun eine weitere Stellschraube entdeckt: bestimmte natürliche Antikörper, welche durch Andocken an ein Spermien-Protein die Befruchtung unterbinden.
Viel Hoffnung hegen Uro-Onkologen bezüglich genetischer Tests, um urologische Krebserkrankungen minimalinvasiv zu erkennen. Im Fall des „Uromonitor“-Tests zur Detektion von Blasenkrebs über drei Protoonkogene im Urin fällt das Ergebnis einer Real-World-Studie leider negativ aus. Der M371-Test zur Detektion von Hodenkrebs hat sich dagegen schon in vielen Studien erfolgreich gezeigt. Jedoch scheint der Test ungeeignet zu sein, um Patienten zu identifizieren, bei denen nach Chemotherapie noch lebensfähige Krebszellen im Körper verbleiben.
Schließlich noch eine ganz praktische Arbeit: Wenn Sie selbst sich einer radikalen Prostatektomie unterziehen müssten – wäre es dann nicht schön, bereits den Abend wieder in der vertrauten Umgebung der eigenen vier Wände zu verbringen? In Zeiten zunehmender Ambulantisierung und Personalknappheit hat das natürlich auch einen ökonomischen Aspekt. Dass die Entlassung am Operationstag funktioniert – ohne Abstriche bei Ergebnissen und Sicherheit – zeigt ein weiteres Mal eine US-amerikanische Studie.
Eine instruktive Lektüre und eine schöne Woche wünscht Ihnen
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