Ausgabe 17/2026

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Donnerstag, 23. April 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

eine aktuelle Publikation im renommierten „New England Journal of Medicine“ lässt aufhorchen: In einer Phase-III-Studie hat sich die transdermale Verabreichung von Estradiol zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs der Androgendeprivation mit LHRH-Agonisten als nicht unterlegen erwiesen. Die Hoffnung besteht darin, den Patienten künftig eine Therapie anbieten zu können, die weder die Nebeneffekte der Estrogendepletion noch das kardiovaskuläre Risiko einer oralen Estradiolverabreichung hat. Doch auch das Pflaster ist nicht ganz ohne Nebenwirkungen, wie die Studie zeigt.

Noch einmal Prostata, diesmal gutartig: Bei der transurethralen Resektion der Prostata kann es manchmal zu Blutungen kommen. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, dass Patienten ein geringeres Risiko besitzen, wenn sie vor dem Eingriff 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren erhalten haben.

Diese Woche kommen wir natürlich auch nicht um die Berufspolitik herum. Das Bundesgesundheitsministerium hat am vergangenen Donnerstagnachmittag einen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung versandt – mit der Aufforderung, bereits am Montag um 9 Uhr dazu Stellung zu nehmen. „Absolut respektlos und unseriös“ findet das Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Ist man wirklich an der Meinung der Verbände interessiert?“, fragte sich Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montag, die einen seltenen Schulterschluss zwischen DKG und KBV bot.

Der Berufsverband der Deutschen Urologie reagierte bereits am Freitag und warf der Bundesgesundheitsministerin „politischen Verrat an der Grundversorgung“ vor. Bereits nächsten Mittwoch soll das Gesetz ins Kabinett – wie viel Wert hierbei offensichtlich auf die Ansichten der Betroffenen gelegt wird, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen.

Trotz harter Zeiten wünsche ich Ihnen eine gute Woche und eine spannende Lektüre.

   

   Ihr
   Markus Schmitz
   Dipl.-Biol. Redaktion Urologie

 

 
 
Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs

Estradiol-Pflaster gleichwertig zu LHRH-Agonisten bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs

Zur Androgenentzugstherapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs hat sich die transdermale Verabreichung von Estradiol gegenüber LHRH-Agonisten als nicht unterlegen erwiesen. Dies gilt sowohl für die Überlebensergebnisse als auch für die Testosteronsenkung. Die Nebenwirkungen der Therapieformen unterschieden sich allerdings.

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Gold statt Platin: EV+P in der 1L beim mUC*

PADCEV™ (Enfortumab Vedotin, EV) + Pembrolizumab (P) wird seit 2024 als Goldstandard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Urothelkarzinoms (UC)* von den EAU-, ESMO- und Onkopedia-Leitlinien empfohlen.1,2,3 Im Vergleich zur platinhaltigen Chemotherapie verdoppelte PADCEV + Pembrolizumab das mediane Gesamtüberleben.4 Erfahren Sie mehr über die Onkopedia-Empfehlungen:

MAT-DE-PAD-2026-00058 | Erstellt: März 2026
Fachinformation
Referenzen & Hinweise

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5-ARI vor TURP verringern das Blutungsrisiko

Die präoperative Gabe von 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren (5-ARI) reduziert signifikant den intraoperativen Blutverlust und das Risiko einer Bluttransfusion bei Patienten, die sich einer transurethralen Resektion der Prostata (TURP) aufgrund einer Benignen Prostata-Hyperplasie (BPH) unterziehen. Das ergibt eine aktuelle Metaanalyse.

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Rezidivierende Harnwegsinfekte im
Urologie-Fokus neu denken

Harnwegsinfekte gehören in der Urologie zu den häufigsten Vorstellungsgründen – insbesondere bei Rezidiven. Neben der leitliniengerechten Therapie rücken differenzialdiagnostische Abklärung, Risikofaktoren und neue Strategien zur Rezidivprophylaxe zunehmend in den Fokus. Welche das sein können?

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Aktuelle ASCO-Empfehlungen zur systemischen Prostatakrebstherapie

Aktuelle ASCO-Empfehlungen zur systemischen Prostatakrebstherapie

Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) hat die im Jahr 2025 veröffentlichte Leitlinie zur systemischen Therapie bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) aktualisiert. Damit liegt die ASCO Living Guideline nun in der Version 2026.1 vor.

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Neue ePaper-Ausgabe

Die gedruckte/ePaper-Ausgabe 2/2026 von KOMPAKT UROLOGIE widmet sich schwerpunktmäßig der Harnblase. Herausgeber Prof. Michael Stöckle diskutiert kritisch Therapien beim lokoregionären muskelinvasiven Blasenkarzinom, nimmt das Konzept des Blasenerhalts unter die Lupe und stellt die prognostische Bedeutung der zirkulierenden Tumor-DNA bei Blasenkrebs heraus. Zudem liefert er einen Überblick, was der diesjährige EAU-Kongress zum Thema zu bieten hatte. Doch wie immer gibt es auch zu einer breiten Palette anderer Themen Kurzzusammenfassungen aktueller Studien.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Eine prospektive randomisierte Studie zum Vergleich der Auswirkungen von Antireflux-Harnleiterschienen versus Standard-Harnleiterschienen auf die männliche Sexualfunktion.
Sci Rep 2026;16(1):10148.

Einfluss der Tumorgröße auf die krebsspezifische Mortalität bei T2N0M0-Urothelkarzinom der Harnblase, das mit trimodaler Therapie behandelt wurde.
Urol Oncol 2026;44(5):111076.

Gezielte Behandlung der HIF2-vermittelten Kachexie bei Nierenkrebs
Nat Med 2026;32(1):245-257.

 
 

„Seriosität, wie wir sie von Hütchenspielern kennen“

Bei einer kurzfristig anberaumten gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin haben die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt. Sie bemängelten zum einen den Referentenentwurf zu den GKV-Sparvorschlägen, zum anderen aber auch den Umgang der Politik mit den Leistungserbringern.

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„Politischer Verrat an der Grundversorgung“

„Politischer Verrat an der Grundversorgung“

Der Referentenentwurf für ein Gesetz zur Einsparung bei den GKV-Finanzen liegt vor. Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) reagiert mit einer erneuten Aussendung an die Presse und wird noch schärfer im Ton.

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PERSONALIEN:

Zum 1. Mai wechselt PD Dr. Peter Rehder, Spezialist für rekonstruktive Urologie, von der Medizinischen Universität Innsbruck (Österreich) an das Kantonsspital Winterthur (Schweiz).
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Dr. Rudolf Kochs, Hausarzt aus Dormagen im Ruhestand, leitet die neu gegründete „Selbsthilfe Blasenkrebs Düsseldorf“.
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TERMINE:

International Prostate Cancer Symposium
28.–29. April 2026
Lugano (Schweiz)

Advanced Prostate Cancer Consensus Conference 2026
30. April–2. Mai 2026
Lugano (Schweiz)

52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie
6.–8. Mai 2026
Würzburg

 
 

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