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Liebe Leserinnen und Leser,
eine aktuelle Publikation im renommierten „New England Journal of Medicine“ lässt aufhorchen: In einer Phase-III-Studie hat sich die transdermale Verabreichung von Estradiol zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs der Androgendeprivation mit LHRH-Agonisten als nicht unterlegen erwiesen. Die Hoffnung besteht darin, den Patienten künftig eine Therapie anbieten zu können, die weder die Nebeneffekte der Estrogendepletion noch das kardiovaskuläre Risiko einer oralen Estradiolverabreichung hat. Doch auch das Pflaster ist nicht ganz ohne Nebenwirkungen, wie die Studie zeigt.
Noch einmal Prostata, diesmal gutartig: Bei der transurethralen Resektion der Prostata kann es manchmal zu Blutungen kommen. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt, dass Patienten ein geringeres Risiko besitzen, wenn sie vor dem Eingriff 5-alpha-Reduktase-Inhibitoren erhalten haben.
Diese Woche kommen wir natürlich auch nicht um die Berufspolitik herum. Das Bundesgesundheitsministerium hat am vergangenen Donnerstagnachmittag einen Referentenentwurf für ein Gesetz zur Stabilisierung der Beiträge für die Gesetzliche Krankenversicherung versandt – mit der Aufforderung, bereits am Montag um 9 Uhr dazu Stellung zu nehmen. „Absolut respektlos und unseriös“ findet das Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Ist man wirklich an der Meinung der Verbände interessiert?“, fragte sich Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montag, die einen seltenen Schulterschluss zwischen DKG und KBV bot.
Der Berufsverband der Deutschen Urologie reagierte bereits am Freitag und warf der Bundesgesundheitsministerin „politischen Verrat an der Grundversorgung“ vor. Bereits nächsten Mittwoch soll das Gesetz ins Kabinett – wie viel Wert hierbei offensichtlich auf die Ansichten der Betroffenen gelegt wird, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen.
Trotz harter Zeiten wünsche ich Ihnen eine gute Woche und eine spannende Lektüre.
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