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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
eine Online-vorab-Publikation britischer Urologen im „Journal of Clinical Oncology“ lässt aufhorchen: Würde bei der Primärdiagnostik von Blasenkrebs gleich die multiparametrische Magnetresonanztomographie angewendet, dann könnten Patienten, die ein muskelinvasives Blasenkarzinom haben, 45 Tage früher die richtige Therapie erhalten. Die Fallzahl in der Studie ist zwar relativ klein, aber immerhin handelt es sich um eine randomisierte Studie. Bleibt letztlich aber wieder die Frage: Wer soll das bezahlen?
Nicht minder spannend ist, was britische Forscher in „Nature Cancer“ publiziert haben: Mithilfe bestimmter Messgrößen lassen sich Prostatakrebsrezidive vorhersagen, die erst nach zehn Jahren auftreten würden. Diese Arbeit untermauert erneut die These, dass genomische Instabilität eine treibende Kraft bei der Progression von Prostatakrebs ist.
Hierzulande bringt die Politik noch kurz vor den Neuwahlen wichtige Projekte auf den Weg: die elektronische Patientenakte (wir berichteten), die Krankenhausreform und jüngst die Entbudgetierung der Hausärzte. Für die Krankenhausreform startet jetzt der milliardenschwere „Transformationsfonds“. Wenig Freunde hatte sich Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD) mit seinem Krankenhaus-Vergleichsportal gemacht. Jetzt kündigt der Gemeinsame Bundesausschuss ein Vergleichsportal für die ambulante Versorgung an. Ob nun ähnliche Proteststürme folgen?
Eine instruktive Lektüre und eine gute Woche wünscht Ihnen
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