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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt Urologie,
in dieser Ausgabe unseres Newsletters stehen Entscheidungen politischer und wissenschaftlicher Gremien im Mittelpunkt, die sich auf die Urologie in Praxis und Klinik direkt oder indirekt auswirken.
Das Vorhaben, mehr ambulante Operationen zu wagen, kommt nicht so richtig voran. Dabei wäre es gar nicht so schwer – das rechnet zumindest das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) vor. Das Institut kommt zu dem Schluss, dass maximal ein Fall pro Tag und Arzt hinzukäme, wenn alle ambulantisierbaren Fälle – in der Urologie wären es 106 – auch tatsächlich ambulant erbracht würden. Doch was sich so einfach ausrechnen lässt, wäre für manchen niedergelassenen Kollegen, der ohnehin schon einen vollgepackten Arbeitstag hat, sicher nicht so „ohne Weiteres“, wie das Zi schreibt, umzusetzen …
Negative Entscheidungen des „IGeL-Monitors“, etwa zur Beurteilung des PSA-Tests zur Prostatakrebs-Früherkennung, sind wir inzwischen gewohnt. Jetzt hat es gleich drei Früherkennungsmöglichkeiten im urologischen Bereich getroffen, nämlich bei Blasen- und Nierenkrebs, immerhin nur „tendenziell negativ“ wegen möglicher „indirekter Schäden“.
Wenig erfreut ist die Pharmaindustrie über die Entscheidung des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Danach soll der PDE5-Hemmer Sildenafil weiterhin verschreibungspflichtig bleiben. Urologen haben sich bereits mehrfach gegen die Entlassung aus der Verordnungspflicht ausgesprochen. Interessant, dass beide Seiten die Sicherheit der Patienten als Gründe für ihre Sicht anführen.
Die „Entscheidungslösung“ bei der Organspende hat bisher nicht zu einer besseren Situation der Patienten geführt, die dringend ein Organ bräuchten – eben weil viele Menschen sich erst gar nicht entscheiden wollen. Das soll die „Widerspruchslösung“ quasi erzwingen, denn damit gilt jeder als Organspender, es sei denn, man widerspricht. Die Bundesärztekammer spricht sich dafür aus. Doch bis es dazu kommt, muss noch der Bundestag entscheiden …
Viel Spaß beim Lesen und eine gute Woche wünscht Ihnen
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