|
Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
sie gehören zum tierärztlichen Alltag wie in anderen Berufen die tägliche Butterstulle: Parasiten. Sie kreuchen und fleuchen innen und außen, und zuweilen verirren sie sich auch mal gerne auf Tierärzte und das Praxispersonal. Bei manchen Parasiten kann das unangenehme, bei anderen – wie dem Fuchsbandwurm etwa – sogar gefährliche Folgen haben. Das European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, kurz ESCCAP, hat nun aktualisierte Empfehlungen zur Bekämpfung von Würmern bei Hund und Katze veröffentlicht. Diese orientieren sich unter anderem an den neuesten Erkenntnissen in Bezug auf Anthelminthika-Resistenzen. Ein besonderes Anliegen gilt dem Thema Zoonosen. Hier sehen auch der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) und der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) einen wichtigen Ansatzpunkt. Die Verbände weisen außerdem darauf hin, dass Parasitenbefall die Entwicklung und Gesundheit von Jungtieren nachhaltig beeinträchtigt und die Leistungsfähigkeit von Rinderbeständen reduziert. Diese und weitere interessante Meldungen finden sie im heutigen Newsletter.
In unserer Studienauswahl geht es diesmal vorrangig um Intoxikationen bei Hund und Katze. So beschreiben zwei Tierärztinnen der Red Bank Tierklinik, New Jersey (USA) einen Fall von Naproxenvergiftung bei einem Hund. Naproxen ist ein rezeptfreies nichtsteroidales Antiphlogistikum (NSAID), dessen Anwendung bei der Tierart aufgrund eines engen therapeutischen Index nicht empfohlen wird. Der Wirkstoff wird bei Hunden in der Leber verstoffwechselt, durchläuft intensiv den enterohepatischen Kreislauf und wird überwiegend mit dem Kot ausgeschieden. Die Halbwertszeit ist im Vergleich zu anderen NSAIDs lang. Die Naproxen-Toxizität umfasst gastrointestinale, renale und neurologische Nebenwirkungen. Wie das Veterinärteam den achtjährigen Rüden gerettet hat, können Sie in dem freizugänglichen Fallbericht nachlesen.
Viele interessante Erkenntnisse und eine angenehme Woche wünscht Ihnen
|