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Liebe Leserinnen und Leser des Kompakt VetMed,
wussten Sie, dass Goffin-Kakadus die an sie gestellten Aufgaben gerne schnell erledigen? Damit erfüllen sie nicht nur das Mitarbeiterportfolio einer Tierarztpraxis, die possierlichen kleinen Typen verbreiten auch noch gute Laune. Wenn Sie also eine Minute Zeit haben, klicken Sie bitte auf das Video unter unserem ersten Beitrag: Da scheint nicht nur die Sonne, da lacht auch das Herz. Ebenfalls gute Laune habe ich auf den Kongressen bekommen, die ich in den vergangenen Wochen besucht habe, ob nun in Präsenz oder online. So haben sowohl der DVG-Congress in Berlin als auch der bpt-Kongress in Hannover meine ohnehin hohen Erwartungen an das Vortragsprogramm noch überboten. Im Zeitraum zwischen den beiden Kongressen habe ich mich auch ein wenig online auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) umgesehen, da wir uns von der Humanmedizin ja durchaus ein bisschen etwas abgucken können. Dass der Wissensflow nicht nur einseitig ist und gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Human-und Veterinärmedizinern erfolgsversprechend sind, habe ich in einem Interview mit Dr. Martin Deutschland festgestellt, der eine neurologische Überweisungspraxis für Haustiere in Berlin leitet und auf dem DGN-Kongress einen kurzen Vortrag halten durfte.
In dem kurzweiligen Gespräch haben wir u. a. über die Neosporose gesprochen, die durch den obligat intrazellulären Parasiten Neospora caninum verursacht wird, der eng mit Toxoplasma gondii verwandt ist. N. caninum infiziert eine Vielzahl von Warmblütern, darunter Nutz- und Haustiere. In der Regel verläuft eine Infektion bei erwachsenen, immunkompetenten gesunden Hunden ohne klinische Symptome, jedoch nicht immer. Welpen und junge Hunde sind anfälliger, bei ihnen kann es leichter zu schweren Infektionen kommen, insbesondere, wenn Hunde transplazentar infiziert werden. Doch auch bei erwachsenen Hunden kann eine Infektion eine Vielzahl von neurologischen klinischen Symptomen hervorrufen, die auf eine Beteiligung des Zentralnervensystems hinweisen, einschließlich Intentionstremor, Parese, Ataxie und Lähmungen oder bei Beteiligung des neuromuskulären Systems Paresen und Rhabdomyolyse. Die Früherkennung der Krankheit kann schwierig sein. Eine Untersuchung, die im „Journal of Veterinary Internal Medicine“ unter Open Access erschienen ist, gibt Hilfestellung für die Diagnostik. Den Link zur Studie finden Sie unter der Rubrik „Unsere Auswahl“.
Eine gute Lektüre und eine angenehme Restwoche wünscht Ihnen
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