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Liebe Leserinnen und Leser,
ein Keratokonus ist insbesondere in frühen Stadien diagnostisch schwer zu erfassen und kann leicht mit physiologisch bedingt dünnen, jedoch gesunden Hornhäuten verwechselt werden. Um die Früherkennung und Stadieneinteilung des Keratokonus zu verbessern, haben indische Forschende die hochauflösende polarisationsempfindliche optische Kohärenztomographie (PS-OCT) mit Methoden der künstlichen Intelligenz kombiniert. PS-OCT erfasst dabei, wie sich polarisiertes Licht beim Durchtritt durch das Gewebe verändert. Diese Veränderungen spiegeln insbesondere die Ausrichtung der Kollagenfasern wider, die maßgeblich für die biomechanische Stabilität der Hornhaut verantwortlich sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich auf diese Weise subtile mikrostrukturelle Veränderungen identifizieren lassen, bevor klinisch sichtbare Deformationen der Hornhaut auftreten. PS-OCT könnte somit dazu beitragen, echte Frühstadien eines Keratokonus zuverlässig von anatomisch bedingt dünnen, aber gesunden Hornhäuten abzugrenzen. Dadurch könnte eine deutlich frühere Diagnosestellung ermöglicht werden, die wiederum eine individuellere und stadiengerechtere Therapieplanung unterstützt.
Niedrigdosierte Atropin-Augentropfen zur Verzögerung der Myopieprogression sind als Behandlungsoption bei Kindern bereits hinreichend bekannt und auch zugelassen. Die kurzfristigen Effekte auf Netz- und Aderhaut sind jedoch bislang nicht vollständig geklärt. US-amerikanische Forschungsergebnisse zeigen nun, dass ein Tropfen einer niedrig dosierten Atropin-Lösung deutliche Veränderungen der Pupillengröße und der Fokussierungsfähigkeit mit einer Wirkdauer von mehr als 24 Stunden bei Erwachsenen hervorrufen kann. Gleichzeitig kam es vorübergehend zu einer zeitabhängigen Modulation der oberflächlichen Netzhautdurchblutung. Strukturelle Veränderungen der Netzhaut, Aderhautdicke oder Achsenlänge wurden in diesem Zeitraum jedoch nicht beobachtet. Den Forschenden zufolge weisen diese Ergebnisse auf frühe funktionelle und vaskuläre Effekte hin, ohne dass strukturelle Veränderungen nachweisbar waren.
Lesen Sie auch weitere interessante Neuigkeiten im heutigen Newsletter: Etwa zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Calcitonin-Gene-Related-Peptide(CGRP)-Inhibitoren zur Migräneprophylaxe und einem reduzierten Glaukomrisiko, zu Hinweisen darauf, dass vaskuläre Anomalien im Auge als frühe Biomarker neurodegenerativer Veränderungen im Gehirn dienen könnten, sowie zu aktuellen Ergebnissen aus der Grundlagenforschung, die eine Verknüpfung des Glukosestoffwechsels mit epigenetischen Modifikationen und veränderter Genexpression in der Netzhaut nahelegen.
Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen
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