Ausgabe 20/2026

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Dienstag, 12. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Keratokonus ist insbesondere in frühen Stadien diagnostisch schwer zu erfassen und kann leicht mit physiologisch bedingt dünnen, jedoch gesunden Hornhäuten verwechselt werden. Um die Früherkennung und Stadieneinteilung des Keratokonus zu verbessern, haben indische Forschende die hochauflösende polarisationsempfindliche optische Kohärenztomographie (PS-OCT) mit Methoden der künstlichen Intelligenz kombiniert. PS-OCT erfasst dabei, wie sich polarisiertes Licht beim Durchtritt durch das Gewebe verändert. Diese Veränderungen spiegeln insbesondere die Ausrichtung der Kollagenfasern wider, die maßgeblich für die biomechanische Stabilität der Hornhaut verantwortlich sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich auf diese Weise subtile mikrostrukturelle Veränderungen identifizieren lassen, bevor klinisch sichtbare Deformationen der Hornhaut auftreten. PS-OCT könnte somit dazu beitragen, echte Frühstadien eines Keratokonus zuverlässig von anatomisch bedingt dünnen, aber gesunden Hornhäuten abzugrenzen. Dadurch könnte eine deutlich frühere Diagnosestellung ermöglicht werden, die wiederum eine individuellere und stadiengerechtere Therapieplanung unterstützt.

Niedrigdosierte Atropin-Augentropfen zur Verzögerung der Myopieprogression sind als Behandlungsoption bei Kindern bereits hinreichend bekannt und auch zugelassen. Die kurzfristigen Effekte auf Netz- und Aderhaut sind jedoch bislang nicht vollständig geklärt. US-amerikanische Forschungsergebnisse zeigen nun, dass ein Tropfen einer niedrig dosierten Atropin-Lösung deutliche Veränderungen der Pupillengröße und der Fokussierungsfähigkeit mit einer Wirkdauer von mehr als 24 Stunden bei Erwachsenen hervorrufen kann. Gleichzeitig kam es vorübergehend zu einer zeitabhängigen Modulation der oberflächlichen NetzhautdurchblutungStrukturelle Veränderungen der Netzhaut, Aderhautdicke oder Achsenlänge wurden in diesem Zeitraum jedoch nicht beobachtet. Den Forschenden zufolge weisen diese Ergebnisse auf frühe funktionelle und vaskuläre Effekte hin, ohne dass strukturelle Veränderungen nachweisbar waren.

Lesen Sie auch weitere interessante Neuigkeiten im heutigen Newsletter: Etwa zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Calcitonin-Gene-Related-Peptide(CGRP)-Inhibitoren zur Migräneprophylaxe und einem reduzierten Glaukomrisiko, zu Hinweisen darauf, dass vaskuläre Anomalien im Auge als frühe Biomarker neurodegenerativer Veränderungen im Gehirn dienen könnten, sowie zu aktuellen Ergebnissen aus der Grundlagenforschung, die eine Verknüpfung des Glukosestoffwechsels mit epigenetischen Modifikationen und veränderter Genexpression in der Netzhaut nahelegen.

Eine interessante Lektüre wünschen Ihnen

   Ihr
   Dieter Kaulard
   und
   Ihre
   Sandy Schulz

 

 
 
Keratokonus: Früherkennung durch Lichtpolarisation und KI

Keratokonus: Früherkennung durch Lichtpolarisation und KI

Eine indische Forschungsarbeit zeigt, dass die polarisationsempfindliche optische Kohärenztomographie (PS-OCT) in Kombination mit künstlicher Intelligenz (KI) mikrostrukturelle Veränderungen der Hornhaut aufdecken kann. Das könnte die Erkennung und Einstufung des subklinischen Keratokonus zukünftig verbessern.

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Myopie: Niedrig dosiertes Atropin wirkt bei Erwachsenen 24 Stunden lang

Forschungsergebnisse der University of Houston, USA, zeigen, dass ein einziger Tropfen einer niedrig dosierten Atropin-Augentropfenlösung bei der Behandlung von Myopie einen ganztägigen Effekt erzielen kann.  

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Migräneprophylaxe: Hinweise auf reduziertes Glaukomrisiko unter CGRP-Inhibitoren

Migräneprophylaxe: Hinweise auf reduziertes Glaukomrisiko unter CGRP-Inhibitoren

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Weniger Migräne und ein geringeres Glaukomrisiko? Neue Studienerkenntnisse deuten an, dass dies unter einer Migräneprophylaxe mit CGRP-Inhibitoren der Fall sein könnte.

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Unsere Auswahl: Aktuelles aus internationalen Journals

Die Einnahme von Vitamin B steht im Zusammenhang mit einer geringeren Häufigkeit des Offenwinkelglaukoms: die Rotterdam-Studie.
Am J Ophthalmol 23.04.2026

Wirksamkeit von Brillengläsern mit ringförmiger Mikrostruktur zur Myopiekontrolle: eine einjährige multizentrische Studie.
BMC Ophthalmol 25.04.2026

Messungen mittels optischer Kohärenztomographie bei Frühgeborenen-Retinopathie: Eine systematische Übersicht und Metaanalyse.
Eur J Ophthalmol 27.04.2026

Lesen Sie hier das aktuelle Editorial unseres Fachexperten (medical) Prof. Uwe Pleyer.

 
 

Mikrogefäßveränderungen im Auge könnten auf kognitiven Abbau hinweisen

Forscher der Rutgers University, New Brunswick, USA, untersuchen mithilfe moderner Bildgebungsverfahren, ob Anomalien der Blutgefäße im Auge frühe Hinweise auf neurodegenerative Veränderungen im Gehirn liefern können.

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Netzhauterkrankungen: Glukosestoffwechsel steuert Genexpression in der Netzhaut

Netzhauterkrankungen: Glukosestoffwechsel steuert Genexpression in der Netzhaut

Eine aktuelle US-amerikanische Studie zeigt, dass der Glukosestoffwechsel mit epigenetischen Veränderungen und einer veränderten Genexpression in der Netzhaut assoziiert zu sein scheint.

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KURZMELDUNGEN:

Mit dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen will die Bundesregierung die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter vorantreiben. Doch insbesondere die vorgesehenen Zugriffe auf Praxis-Terminkalender und Gesundheitsdaten stoßen beim Virchowbund auf scharfe Kritik.
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Das vom Bundeskabinett beschlossene Beitragsstabilisierungsgesetz für die gesetzliche Krankenversicherung beschäftigt Krankenkassen, Leistungserbringer, Politik und Versorgung gleichermaßen. Entsprechend intensiv wurde das Vorhaben auch auf dem diesjährigen Gesundheitskongress des Westens diskutiert.
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Eine blinde Patientin zieht wegen einer aus ihrer Sicht diskriminierenden Ablehnung durch eine Rehaklinik vor den Bundesgerichtshof. Das Urteil könnte grundsätzliche Bedeutung für den Schutz vor Diskriminierung im Gesundheitswesen haben.
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Um sehbehinderten und blinden Menschen den Zugang zu Social Media zu erleichtern, hat der Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband ein Video-Tutorial sowie eine begleitende Webseite veröffentlicht. Beide bieten praktische Handlungsempfehlungen für mehr Barrierefreiheit in sozialen Medien.
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TERMINE:

Surgical Retina Online Course
19. Mai 2026
Online

Histologie des Auges – Ophthalmopathologie
19. Mai 2026
Online

SOD – Expert Debate
20. Mai 2026
Sulzbach/Saar

6. Deutsch-Vietnamesisches Symposium
21.–23. Mai 2026
Homburg

SightCity
27.–29. Mai 2026
Frankfurt am Main

 
 

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